Software-Schwachstellen

Exploits werden sofort ausgenutzt

Zero-Day-Exploits sind gefürchtete Schwachstellen in Systemen und Anwendungen. Doch was ist das eigentlich genau?

Werden Sicherheitslücken in einer Software nicht rechtzeitig erkannt und mit entsprechenden Updates behoben, stellen sie eine große Gefahr für Unternehmen dar.

„Ein neuer Zero-Day-Exploit für das XY-System. Lassen Sie die Finger von XY. Sofort deinstallieren, nicht mehr nutzen.“ Meldungen dieser Art finden sich in der Fachpresse relativ häufig. So gut wie jedes Betriebssystem und jede Software kennt solche Probleme. Populäre Systeme wie Windows oder Android sind vielfach betroffen, da sie aufgrund ihrer Verbreitung attraktive Ziele für Cyberkriminelle sind.

Wer sich nicht besonders gut mit IT-Themen auskennt, unterschätzt oftmals die Gefahr solcher Sicherheitslücken. Als „Exploit“ wird ein Programm-Code verstanden, der eine ganz bestimmte Sicherheitslücke (Schwachstelle) in einer Anwendung oder einem System ausnutzt, um sich Zugang zu verschaffen. Er ist so etwas wie eine Bedienungsanleitung, um in eine Anwendung einzubrechen.

Stellen wir uns als Vergleich ein Haus vor: Die Schwachstelle wäre beispielsweise ein schief eingebautes Fenster, das nicht richtig schließt. Nun gibt es die Möglichkeit, eine Brechstange in eine Ritze unten rechts am Fensterrahmen einzusetzen (Exploit) und es damit aufzuhebeln.

Solche Exploits können ausgenutzt werden, um ein Computersystem zu hacken. Dafür wird zumeist Malware, also Schadprogramme, eingesetzt. Das sind alle Anwendungen, die speziell dafür entwickelt wurden, auf einem System schädliche Funktionen auszuführen. Malware nutzt häufig Exploits, um in ein System einzudringen und dort Schaden anzurichten.

Es gibt aber noch weitere Möglichkeiten, sich Zugang zu einem System zu verschaffen. Ein anderer bewährter Weg ist eine sogenannte „Wörterbuchattacke“. Hierbei werden Listen mit gängigen Passwörtern durchprobiert, um den illegalen Zugriff auf ein Online-Konto zu erlauben.

Schwachstellen sofort schließen

Sicherheitsexperten unterscheiden zwei Arten von Exploits. Einige haben es auf bekannte Schwachstellen abgesehen, andere zielen auf bisher unbekannte Sicherheitslücken ab. „Bekannt“ heißt in diesem Fall, dass der Hersteller und die Öffentlichkeit über die Schwachstelle informiert sind.

Ist eine Sicherheitslücke bereits publik, hat der Hersteller schon einen Patch oder ein Update entwickelt, um diese Schwachstelle zu schließen. Eine unbekannte Schwachstelle stellt eine viel größere Gefahr dar. Sie ist häufig nur einzelnen Cyberkriminellen bekannt, die die Sicherheitslücke durch Zufall oder durch langwieriges Experimentieren aufgedeckt haben.

Solange der Hersteller die Sicherheitslücke nicht kennt, kann er sie auch nicht schließen – sie erlaubt den Zugriff auf das betreffende System. Solche Exploits werden auch „Zero Day Exploits“ genannt, da die entsprechende Sicherheitslücke seit „null Tagen“ geschlossen ist.

Sie besitzen aufgrund ihres großen Schadenspotentials einen hohen Wert. So gibt es graue Märkte, auf denen sie an den Meistbietenden verkauft werden. Auch die Hersteller mischen hier mit, um möglichst frühzeitig Sicherheitslücken schließen zu können.

Und genau dies ist auch der beste Schutz gegen Exploits: Sicherheitslücken sollten sofort geschlossen werden. Bei allen verfügbaren Anwendungen auf einem Computer sollten unverzüglich sämtliche Sicherheits-Patches der Hersteller installiert werden. Hier ist tatsächlich schnelles Handeln wichtig. Sobald eine Sicherheitslücke einem größeren Kreis von Leuten bekannt wird, erscheinen Dutzende von Schadprogrammen, die diese Lücke ausnutzen.

Eine weitere wichtige Maßnahme ist der Einsatz einer guten Sicherheitslösung, die das Ausnutzen von Schwachstellen in Webbrowsern, PDF-Reader und anderen Anwendungen frühzeitig erkennen und blockieren.


Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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