Nicht nur Privatnutzer werden Opfer von Botnets, auch in die gesicherten Netze eines Unternehmens mit eigener IT kann Malware durch Unachtsamkeit von Anwendern oder aber als absichtlicher Angriff eindringen.
Die Hydra aus dem griechischen Mythos ist schwer zu bekämpfen. Schlägt man ihr einen Kopf ab, wachsen zwei nach. So ist das auch mit Botnets, zusammengeschalteten Rechnern im Internet, die ohne Wissen des Besitzers für illegale Zwecke ferngesteuert werden. Obwohl vor einiger Zeit mehrere Botnets mit etlichen Millionen Rechnern abgeschaltet werden konnten, liegt die Zahl der gekaperten Rechner höher denn je.
Ein Botnet entsteht, wenn Cyberkriminelle Schadsoftware verbreiten, die Computer durch Abzweigen von Bandbreite und anderen Ressourcen zu einem heimlichen Netzwerk machen. Die infizierten Rechner werden „Bots“ oder „Zombies“ genannt. Cyberkriminelle nutzen sie zum Senden von Spammails, Verbreiten von Viren, für Angriffe auf Rechenzentren oder einzelne Server sowie für Betrügereien und andere Arten der Cyberkriminalität.
Solche Botnets sind eine ernsthafte Bedrohung für Unternehmensnetzwerke. Sie besitzen eine Leistung, die an diejenige von bekannten Cloud-Computing-Plattformen heranreicht. Der zentrale Server, der ein solches Botnet kontrolliert, kann auf Millionen von Prozessoren, unzählige Gigabytes an Arbeitsspeicher und viele Terabytes an Festplattenplatz zurückgreifen.
Besonders gefährlich sind sogenannte „Distributed Denial of Service (DDOS)“-Angriffe, bei den hunderttausende oder sogar Millionen Rechner unsinnige Anfragen an Webserver senden, um sie in die Knie zu zwingen. Die Fähigkeiten großer Botnets reichen aus, um selbst die mehrere Gigabit starken Verbindungen von Internetprovidern zu stören.
Das tückische an den Schadprogrammen, die einen Rechner in einen Zombie verwandeln: Die Anwender merken in vielen Fällen nicht, das ihr Computer Teil eines Botnets geworden ist. Sie stellen oft bloß eine auffällige Verminderung der Leistung des Rechners fest, denn ein mit solchen Schadprogrammen infizierter Computer führt ohne ihr Wissen automatisierte Aufgaben über das Internet aus.
Viele Zombies in Botnets sind unzureichend geschützte Desktop-PC von Privatanwendern. Aber auch in Unternehmen kann sich Botnet-Software breitmachen. Gefährdet sind vor allem kleinere Firmen, die ähnliche Internetzugänge wie Privatleute nutzen. Doch auch in die gesicherten Netze eines Unternehmens mit eigener IT kann Malware durch Unachtsamkeit von Anwendern oder aber als absichtlicher Angriff eindringen.
Dies hat teilweise verheerende Konsequenzen wie Netzwerkausfälle, die gehören dabei zu den verheerendsten Folgen. Sie beeinträchtigen die IT-Organisation, alle Fachbereiche und die Produktivität der Mitarbeiter. Außerdem kann ein Unternehmen unter Umständen für Datenverluste oder Störungen der Geschäftstätigkeit anderer Unternehmen haftbar gemacht werden, wenn seine Computer als Teil eines Botnets Cyberangriffe ausführen.
Eine zusätzliche Gefahr geht von Mobilgeräten aus: Nach dem Bericht „Threat Landscape“ der ENISA (European Network and Information Security Agency) sind die aktuell größten Gefahren Botnets, die Android-Geräte infizieren und zu mobilen Zombies machen. Smartphones und Tablets sind in der Mehrzahl nicht ausreichend vor Schadprogrammen geschützt und deshalb ein leichtes Angriffsziel.
Um die Enterprise-IT ein Unternehmen gegen Bedrohungen von Botnets zu schützen, gibt es zwei einfache Basismaßnahmen. Der erste und wichtigste Punkt: Betriebssysteme und Software müssen immer auf dem aktuellen Stand sein. Es darf keine ungepatchten Sicherheitslücken und keine veralteten Versionsstände geben.
In kleineren Unternehmen reicht es aus, auf den Arbeitsplatzrechnern die Aktualisierungsfunktionen von Microsoft (Windows Update) sowie die entsprechenden Funktionen in anderen Softwarepaketen zu aktivieren. Größere Unternehmen sollten stattdessen spezielle Patchmanagement-Lösungen einsetzen.
Diese Anwendungen analysieren alle verwalteten Arbeitsplatzrechner, überprüfen sie auf Schwachstellen und halten sie auf dem neuesten Stand. Sie gleichen die vorhandenen Betriebssysteme und Anwendungspakete mit den Informationen des jeweiligen Anbieters ab und führen automatisierte Updates aus.
Der Vorteil ist unter anderem, dass Probleme mit fehlerhaften Aktualisierungen vermieden werden, da alle Patches vorher getestet werden können. Leider haben verschiedene Hersteller, unter anderem auch Microsoft, in der Vergangenheit wiederholt Patches nach wenigen Stunden wieder zurückziehen müssen, da Fehler aufgetreten sind. Ein Patchmanagement vermindert die Auswirkungen solcher Probleme.
Doch mit den Sicherheitsaktualisierungen ist es noch nicht getan. Eine effektive Sicherheitslösung ist ebenso notwendig, um das Netzwerk und alle angeschlossenen Rechner zu schützen. Ideal ist ein Schutz des zentralen Gateways (etwa Microsoft Forefront), wie er beispielsweise Bestandteil der umfassenden Lösung „ESET Secure Enterprise“ ist.
Diese Schutzmaßnahmen hindern Botnets daran, in die Computer eines Unternehmens einzudringen. Intrusion-Detection-Systeme wehren die Angriffe ab und identifizieren bereits vorhandenen Infektionen mit Trojanern – Business-Computer können damit leicht aus dem Botnet entfernt werden.
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