Mobile Betriebssysteme

Business-Features von iOS 8.1 und Android 5.0

Die neuen Versionen der Betriebssysteme von Apple und Google besitzen viele neue Business-Funktionen. Und sind voll in Enterprise Mobility Management (EMM) integrierbar.

Die neuen Versionen der Betriebssysteme von Apple und Google besitzen viele neue Business-Funktionen.

Neue Systemversion, neue Features. Die beiden großen Betriebssystemhersteller Apple und Google rüsten mit jeder neuen Version weiter auf. Zahlreiche Neuerungen betreffen eher die Benutzeroberfläche und Funktionen für Privatanwender.

Doch auch die Business-Funktionen bekommen kontinuierlich Zuwachs. Bisher hatte Apple die Nase vorn. Sowohl die Anbindung an eine zentrale Geräteverwaltung als auch die Sicherheitsfunktionen waren recht beispielhaft.
Doch Android holt gegenüber iOS 8 mit der aktuellen Version 5.0 deutlich auf. Die beiden neuen Betriebssystemversionen bieten eine weitreichende Unterstützung aller Funktionen von Lösungen für Enterprise Mobility Management (EMM).

iOS: Benutzerauthentifizierung und Managed Apps

Die Anbindung von iOS 8 an EMM-Werkzeuge ist deutlich verbessert worden. Für die Anwender steigt der Komfort: Die anfängliche Registrierung beim EMM-Tool wird mit dem offiziellen Einrichtungsassistenten von iOS 8 erledigt.
Dies geschieht mit Konfigurationsvorgaben, die das Unternehmen für das "Device Enrollment Program" bei Apple hinterlegt hat. Die Anwender erhalten also ein originalverpacktes Gerät, die IT-Organisation muss lediglich ihren Unternehmensbereich auf den Apple-Servern einrichten.
iOS 8 unterstützt zudem App-Wrapping – Stichwort "Managed Apps". Dabei kann die Enterprise-IT bestimmte Apps definieren, ein Per-App-VPN konfigurieren und sie in eine unternehmenseigene Single-Sign-On-Lösung einbinden.
Die Container können anschließend Daten nur intern austauschen, so dass die Apps komplett isoliert sind. Diese Lösung wird in iOS 8 auch auf Dokumente wie PDFs, ePubs und iBooks erweitert. Ein EMM-Tool kann sie wie eine App verteilen und verwalten.

Eine weitere fundamentale Neuerung betrifft die Datensicherheit. Bisher konnte Apple noch auf bestimmte Daten zugreifen. Mit der neuen Endgeräteverschlüsselung ist dies nun nicht mehr möglich, da der Schlüssel nur auf dem Gerät gesichert wird. Ein Hinweis: Für die Aktivierung der Verschlüsselung innerhalb von Apps ist nach wie vor jeder Entwickler selbst verantwortlich.

Eine Reihe von kleineren Verbesserungen wirken sich auch auf Business-Apps aus. Eine neue Programmierschnittstelle erlaubt die bisher nicht mögliche Kommunikation zwischen Apps. Damit gibt es zahlreiche neue Möglichkeiten für den Datenaustausch zwischen Business-Apps.

Auch der Fingerabdrucksensor kann jetzt von Entwicklern angesprochen werden, sodass die Benutzerauthentifizierung durch Fingerabdruck auch in Business-Apps genutzt werden kann. Ob das allerdings sicher genug ist, muss jedes Unternehmen selbst entscheiden, absolute Sicherheit bietet auch dieses Verfahren nicht.

Android: Business-Container und Verschlüsselung

Auch das neue Android 5.0 besitzt eine Reihe von interessanten Erweiterungen. Durch die Integration des Samsung-Services Knox bietet es jetzt eine eingebaute Trennung von geschäftlichen und privaten Daten.
Darüber integriert sich Android deutlich leichter als bisher in die Verwaltung mit einem EMM-Tool. Es gibt zusätzliche Möglichkeiten der Fernwartung sowie "Geofencing" für die Business-Container auf einem Gerät. Sie sind beispielsweise nur aktiv, wenn sich das Gerät auf dem Unternehmensgelände befindet.
Eine weitere Sicherheitsfunktion ist die vollständige Verschlüsselung, die sofort beim ersten Start des Geräts beginnt. Es wird automatisch ein Schlüssel generiert, der das Gerät nie verlässt. Noch mehr Sicherheit bringt eine Veränderung in der App-Architektur: Das als "Security Enhanced Linux (SELinux)" bezeichnete Sandboxing-Verfahren ist jetzt direkt in den Betriebssystemkern eingebaut. Dadurch sollen die Ansatzpunkte für Angriffe verringert werden.

Allerdings: Die Sicherheitsfunktionen von Samsung sind nicht vollständig in Android 5.0 integriert. Erweiterungen wie eine zertifizierte Kryptographiebibliothek und verbesserte VPN-Funktionen gibt es nur für Samsung-Geräte, für die zusätzlich Samsung Knox lizenziert werden muss.
Android-Geräte haben zwar (noch) keine Fingerabdrucksensoren, aber sie kennen für das Entsperren der Geräte die Gesichtserkennung "Face Unlock". Die entsprechende Funktion ist in Android 5.0 deutlich erweitert worden. Sie analysiert nun kontinuierlich das Gesicht des Benutzers und sperrt das Gerät, sobald eine fremde Person erkannt wird.

Eine weitere neue Sicherheitsfunktion ist "Smart Lock". Damit lassen sich Android-Geräte auch per Bluetooth und NFC entsperren, beispielsweise mit einer Smartwatch oder Smart TV. Konkret heißt das: Die zwei Geräte sind durch Hardware-Pairing verbunden.

Das Telefon ist immer dann einsatzbereit, wenn die Android-Uhr in der Nähe ist – sprich: am Arm des Benutzers. Diese Funktion richtet sich in erster Linie an Privatleute. Sie kann aber unter Umständen auch von Unternehmen genutzt werden. Ein Beispiel: Eine Büroetage wird mit kleinen Bluetooth-Sendern (Beacons) ausgestattet, die dann ein Dienst-Tablet nur in den Büros verfügbar machen.

Links:
Google-Übersichtsseite zu Android 5.0 Lollipop
Apple-Übersichtsseite zu Neuerungen in iOS 8
 
Bildquell: Thinkstock/ iStock

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