App Studio und TouchDevelop

App-Entwicklung für Windows 10 - ganz einfach

Schnelle Apps für Kommunikation, Vertrieb und Marketing - App Studio will die App-Entwicklung auch für Nicht-Programmierer attraktiv machen.

Windows-Apps erfordern aufwändige Entwicklung und ein großes Team aus Programmierern? Nicht ganz, viele einfacher gestrickte Apps können auch ganz ohne Entwickler entstehen. Voraussetzung ist allerdings ein Konzept für die App und ein wenig technisches Verständnis. Dann kann es losgehen: Windows App Studio hilft bei der Entwicklung.

Die Webapp von Microsoft war ursprünglich eine kostenlose Entwicklungsumgebung für Windows-Phone-Apps, wird aber jetzt auf die junge Universal-Apps-Plattform von Windows 10 erweitert. Mit dem kostenlosen Online-Werkzeug lassen sich Windows- und Windows Phone-Apps entwickeln, testen und veröffentlichen. Dafür wird eine grafische Oberfläche eingesetzt, die keine tiefergehende Programmierkenntnis voraussetzt.

Apps aus Vorlagen 

Das App Studio enthält eine Vielzahl an App-Vorlagen, in denen unterschiedliche Grundfunktionen bereits verwirklicht sind. So gibt es beispielsweise eine Katalog-Vorlage, mit der Apps für E-Commerce-Unternehmen erzeugt werden können. Ganz grundsätzlich bieten die Vorlagen alle notwendigen Elemente für Informations- und Marketing-Apps.

Die Apps können verschiedene Datenquellen einsetzen, zum Beispiel einen RSS-Feed von einer Webseite. Außerdem kann die App Bilder aus Flickr und Videos aus Youtube nutzen. Auch der Einsatz von xBox Music und Bing ist möglich. Hinzu kommen Zugriffe auf weitere Dienste wie Facebook, Instagram oder Twitter.

Texte werden mit einem HTML-Element angezeigt. Bilder kommen nicht nur aus der Cloud, sondern können auch direkt in die App geladen werden. Dazu muss mit einem speziellen Datenelement (Collection) gearbeitet werden. Das Element funktioniert wie eine Tabelle, die neben Bildern auch Texte, Weblinks, Mailadressen und Telefonnummern enthalten kann.

Die Collection ist außerdem touch-fähig: Eine Vorschau zeigt beispielsweise nur ein Foto mit einer Beschriftung, nach dem Antippen erscheint eine Detailseite mit einem längeren Text. Durch die Collection gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Daten in die App zu integrieren. Sie können sogar aus Datenbanken oder Excel-Tabellen importiert werden.

Eine spezielle Menüfunktion kann außerdem Aktionen wie Aufrufen eines Links, Wählen einer Telefonnummer oder Senden einer E-Mail auslösen. Die Menüstruktur wird auf dem Bildschirm in Form einer Kacheloberfläche angezeigt, die nach dem Antippen weitere Kacheln oder größere Infobereiche anzeigt.

Einfache App-Entwicklung für Unternehmen

Trotz der Flexibilität von App Studio handelt es sich in erster Linie um Präsentations-Apps. Zusätzliche Funktionen können von Entwicklern mit TouchDevelop verwirklicht werden. Das ist eine leistungsfähige Programmierumgebung für Touch-Apps, die Entwicklungshilfen für die Benutzerschnittstelle sowie für den Zugriff auf Sensoren und andere Gerätefunktionen anbietet.

Die entstandenen Apps können von erfahrenen Entwicklern mit der Visual Studio Community Edition 2013 weiter bearbeitet und verändert werden. Anders ausgedrückt: Wer kein Entwickler ist, kann sicher keine Highend-Apps wie beispielsweise einen Bildeditor oder einen Notizblock entwickeln. Er bleibt auf eine mehr oder weniger breite Spanne an Präsentations-Apps beschränkt.

Trotzdem ist das App Studio bei den bisherigen Anwendern gut angekommen, da der Funktionsumfang der Apps Unternehmen viele Möglichkeiten an die Hand gibt. Zurzeit ist das App Studio noch im Betatest. Die Unterstützung von Windows 10 ist noch leicht eingeschränkt, wird aber sicher ausgebaut.

Vor allem optisch wirken die Apps immer eher wie Smartphone-Apps, die Herkunft von App Studio zeigt sich hier deutlich. Doch die Richtung, in die sich das System entwickeln könnte, ist klar: Windows 10 benötigt eine leicht einsetzbare Entwicklungsumgebung wie das selige Visual Basic, um einen Boom bei Apps von Einzelentwicklern auszulösen.

Windows App Studio
TouchDevelop
Visual Studio Community Edition 2013

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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