Die Microsoft-Sprachassistentin

Cortana assistiert Nutzern von Windows 10

Persönliche Assistenten mit Sprachsteuerung sind noch weit entfernt von der Star-Trek-Zukunft. Microsoft unternimmt jetzt erste Schritte in diese Richtung.

Der Smartphone-Assistent Cortana denkt künftig für den Nutzer mit.

„Wie wird denn das Wetter morgen?“ - „Sonnig und trocken, bis 16 Grad.“ Kein Gespräch aus dem Alltag, sondern mit der persönlichen Assistentin Cortana von Microsoft auf einem Desktop-Computer. Diese Art von Assistenz war bisher Benutzern von Smartphones vorbehalten. Sie können damit nicht nur das Wetter abfragen, sondern noch zahlreiche weitere Aufgaben erledigen. So ist es zu Beispiel möglich, mit solchen Assistenten SMS zu versenden, einen Anruf zu starten, einen Termin in den Kalender einzutragen und viele andere Dinge mehr.

Assistentin denkt mit

Bislang gab es Cortana nur in einigen Ländern unter Windows Phone, doch mit Windows 10 bringt Microsoft die Sprachassistentin nun auf alle Geräte. Sie wird damit fest in das Betriebssystem integriert. Cortana übernimmt dabei die komplette Suchfunktion und ist direkt mit einer Eingabezeile in der Taskleiste vertreten. Dabei wird entweder der lokale Rechner oder das Web mit Bing durchsucht. Zudem besitzt Cortana einige Informationsfunktionen.

Microsoft hat den Ehrgeiz, eine mitdenkende Assistentin zu entwickeln, die den Anwender einerseits über Dinge wie Termine, Flüge oder Routen zu einem Zielort informiert, aber andererseits auch eine Hilfe bei der Arbeit ist. Dank Cortana kann ein Anwender zum Beispiel mitten während der Arbeit eine kurze E-Mail verfassen, ohne die aktuell eingesetzte Anwendung zu verlassen. Dies geschieht vollständig sprachgesteuert und auf Wunsch auch ohne weiteren Benutzereingriff.

Da Spracherkennungsanwendungen inzwischen recht fehlerfrei funktionieren, dürfte dies auch nicht zu peinlichen Erlebnissen beim Empfänger führen. Tatsächlich ist die Erkennungsleistung der gängigen Sprachprogramme inzwischen hervorragend und beinahe völlig fehlerfrei. Sie funktionieren inzwischen praktisch ohne ein besonderes Training und erkennen den einmal angemeldeten Benutzer auch dann recht gut, wenn er Schnupfen hat oder heiser ist.

Cortana geht allerdings weit über eine reine Sprachbedienung hinaus. So kann die Assistentin auch Fragen beantworten, die in der Regel aufgrund von Informationen aus der Suchmaschine Bing beantwortet werden. Auch Scherzfragen wie „Willst du mich heiraten?“ oder „Hast du einen Freund?“ beantworte die Assistentin mit (vorgefertigtem) Humor.

Veränderte Nutzung des Desktops

Microsoft hat Cortana zusätzlich mit einer Speicherfunktion ausgestattet, bei der alle möglichen persönlichen Angaben aufgezeichnet werden. Dahinter steckt eine gewisse Lernfähigkeit, durch die Cortana zu einer echten Assistentin werden soll.

Ein mögliches Beispiel: Cortana zeichnet alle Termine auf und stellt fest, dass jede zweite Woche ein fixer Termin im Kalender auftaucht. Nun fragt sie also nach, ob daraus nicht am besten ein wiederholter Termin werden soll. Ein anderes Szenario: Cortana erinnert frühzeitig und mehrfach an Geburtstage oder Familienfeiertage.

Microsoft scheint große Pläne mit der Sprachassistentin zu haben. Dies geht auf veränderte Nutzungsgewohnheiten auch beim Desktop-PC zurück. Computer aller Art, auch in Form von Smartphones, sind heutzutage wesentlich stärker in den Alltag integriert als dies noch vor wenigen Jahren der Fall war.

Aus diesem Grunde arbeitet Cortana auch mit der Cloud. Informationen über persönliche Vorlieben und Gewohnheiten des Anwenders werden zwischen verschiedenen Windows-Geräten ausgetauscht. In Zukunft können auch Smartphones und Tablets unter Android und iOS mit Cortana-Apps ausgerüstet werden. Dadurch fallen die Grenzen zwischen den verschiedenen Gerätewelten und können von der Microsoft-Assistentin überbrückt werden.

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