„Die digitale Transformation verändert alles.“ Ein typischer Satz zur Digitalwirtschaft, die sich im Moment entwickelt. Doch was verändert sich wirklich, wollte der IT-Branchenverband Bitkom von 505 Geschäftsführern und Vorständen von Unternehmen ab 20 Mitarbeitern erfahren.
In einer ausführlichen und repräsentativen Studie hat Bitkom Research in Zusammenarbeit mit der Aris Umfrageforschung ein Meinungsbild der deutschen Manager zur digitalen Transformation ermittelt. Es ging dabei in erster Linie um die Frage, wie weit die Digitalisierung bereits in der Wirtschaft angekommen ist.
Die große Mehrheit (86 Prozent) der Top-Manager betrachtet den Wandel als Chance. „Die Bewältigung des digitalen Wandels ist die wichtigste Managementaufgabe unserer Zeit“, sagte der ehemalige Bitkom-Präsident Prof. Dieter Kempf bei der Präsentation der Studie. „Verändert sich das Geschäftsmodell infolge der Digitalisierung, muss sich das Unternehmen anpassen oder verschwindet früher oder später vom Markt.“
Nach den Ergebnissen der Umfrage stehen fast drei Viertel (73 Prozent) der befragten Geschäftsführer und Vorstände der Digitalisierung aufgeschlossen gegenüber. Kritisch eingestellt sind vor allem viele Chefs von kleinen Unternehmen mit 20 bis 49 Mitarbeitern. In dieser Gruppe finden sich die meisten Skeptiker: Knapp ein Fünftel (18 Prozent) sind eher ablehnend.
Diese Ergebnisse zeigen, dass die Großtanker der deutschen Wirtschaft den digitalen Wandel angenommen haben. Sie ändern nun die Richtung ihrer industriellen Dickschiffe. Das ist vermutlich das eigentlich Revolutionäre an der digitalen Transformation: Die als inflexibel geltenden Konzerne reagieren als Erste. Der Mittelstand dagegen bleibt bislang noch in Mehrheit abwartend.
Digitalstrategie als Grundlage
„Der digitale Wandel ist ein Prozess der schöpferischen Zerstörung“, sagte Kempf. „Das sollte die Verantwortlichen anspornen. Niemand ist der Entwicklung hilflos ausgeliefert, man kann sie gestalten.“ Die Unternehmen reagieren unterschiedlich: 82 Prozent schulen ihre Mitarbeiter in digitalen Technologien. 61 Prozent schließen Partnerschaften mit IT- bzw. Internetunternehmen.
Dagegen hat ein gutes Drittel (37 Prozent) der deutschen Unternehmen bisher keine Digitalstrategie. „Eine Digitalstrategie ist die Grundlage für die Bewältigung der Herausforderungen“, betonte Kempf. Hier müssten viele Unternehmen dringend nachbessern. Dies betrifft auch die Organisation der Unternehmen.
In jeweils rund drei Vierteln der Unternehmen beschleunigt die Digitalisierung die Kommunikation mit Kunden (79 Prozent) oder intern unter den eigenen Mitarbeitern (75 Prozent). Zwei Drittel stellen fest, dass ihre Organisation flexibler geworden ist (63 Prozent), mehr als jedes zweite Unternehmen sieht eine höhere Effizienz (55 Prozent).
Die klassischen Hierarchien in den Unternehmen weichen langsam, aber sicher auf. Drei Viertel (75 Prozent) der Firmenchefs glauben, dass die Digitalisierung eine neue Unternehmenskultur erfordert. Ist Entwicklung in diese Richtung sind bereits zu sehen: in jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) sind interne Entscheidungsprozesse transparenter geworden.
In jedem zweiten Unternehmen (52 Prozent) sorgt die Digitalisierung dafür, dass interne Entscheidungsprozesse transparenter geworden sind. Auch die Motivation der Mitarbeiter steigt: Etwa jedes vierte Unternehmen (27 Prozent) stellt hier eine positive Entwicklung fest.
Die Bitkom-Studie
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