Die Geschichte von Kodak und der Digitalkamera ist das Urbild der digitalen Transformation: Der Kodak-Mitarbeiter Steven Sasson hat 1973 den ersten Prototypen einer Digicam gebaut. Es war ein klobiges Gerät, das ein Motiv mit einer Auflösung von 100 × 100 Bildpunkten erfasste. Mit einem umgebauten Rekorder wurden die Fotos auf Musikkassette gespeichert. Anschließend konnte man sich das eher unscharfe Bild auf einem Fernsehgerät anschauen.
Ein schneller Zeitsprung in die Gegenwart: Der Fotomarkt wird dominiert von Digicams und Smartphones mit Kamera. Fotografie auf Film ist bedeutungslos. Das alte Unternehmen Eastman Kodak existiert nicht mehr. Der einstmals gigantische Konzern arbeitet nur noch im professionellen Druckbereich. Was ist passiert?
Zu viel Vertrauen in alte Geschäftsmodelle
Das Management von Kodak hat in den 1970er Jahren nicht die Möglichkeiten der Digitalfotografie erkannt. Sie gingen davon aus, dass es neben dem Fotografieren auf Film keinen Platz für ein neues und deutlich schlechteres Verfahren gibt. Anders ausgedrückt: Kodak ist Opfer der digitalen Transformation geworden, weil das Management zu stark auf die Behaarungskräfte ihrer wie eine Gelddruckmaschine funktionierenden alten Geschäftsmodelle vertraut hat.
Solche und ähnliche Entwicklungen stehen in der näheren Zukunft einer Vielzahl an Branchen bevor. Einige Beispiele: Der Handel erlebt zurzeit einen der größten Umbrüche seit Jahrzehnten, denn die Bedeutung von Versandhändlern im Internet wächst stetig. Die Taxibranche wird von Dienstleistern wie MyTaxi angegriffen, die eine Fahrtvermittlung via Smartphone anbieten. Bereits heute ist absehbar, dass das lineare Fernsehen weitgehend durch Streaming-Dienste mit ihrer jederzeit verfügbaren Filmothek im Internet ersetzt wird.
Diese Liste lässt sich noch lange fortsetzen. Häufig werden bestehende Dienstleistungen wie bei MyTaxi durch eine entsprechende Plattform im Internet und auf Smartphones ersetzt. Oft werden bislang alleinstehende Produkte vernetzt und mit zusätzlichen Services aufwertet, etwa Smart-Home-Lösungen. Gelegentlich werden die Computer auch autonom, wie etwa bei den Prototypen von fahrerlosen Autos oder Pflege- und Haushaltsrobotern.
Wie im Falle von Kodak können diese Entwicklungen bestehende Märkte vollständig auflösen, doch letztlich ist die Entwicklung durchaus positiv: Es wurde noch nie so viel fotografiert wie heute und es gibt eine ganze Reihe von Foto-Services, an die zu Zeiten der Filmkameras niemand gedacht hat.
Doch wie kann ein Unternehmen an der digitalen Transformation teilnehmen? Vereinfacht ausgedrückt, muss es „bloß“ digital denken und dann entsprechend handeln. Leider gibt es dafür keine einfachen Rezepte. Doch einige Merkmale tauchen bei allen Unternehmen auf, die in der digitalen Transformation erfolgreich sind.
Merkmale des digitalen Erfolgs
Digitale Denkweise annehmen
Diese Merkmale sind von zahlreichen Startups abgeleitet, die bereits von Anfang an digitale Unternehmen sind. Etablierte Unternehmen aus Traditionsbranchen haben es dagegen schwerer. Sie müssen drei wesentliche Punkte umsetzen, um ein digitales Unternehmen zu werden:
Die digitale Transformation eines Unternehmens kann nur dann gelingen, wenn Management und Mitarbeiter an einem Strang ziehen und dabei nicht nur digital denken, sondern auch digital handeln.
Weitere Informationen: Verwandlung in ein digitales Unternehmen
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