Nicht jammern, das Wirtschaftswunder schaffen

Erfolgsfaktoren der Digitalisierung

Schluss mit den Mahnungen, das digitale Wirtschaftswunder verwirklicht sich nicht von selbst. Die Rahmenbedingungen für den Erfolg sind schnell genannt.

Vor ein paar Tagen war es wieder soweit: Ein neues Gutachten über die Digitalisierung der deutschen Wirtschaft ist erschienen und es enthielt wie gewohnt mahnende Worte. Deutschland werde bei der Digitalisierung abgehängt, meint die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI).

Die Kommission wurde von der Bundesregierung bereits 2006 eingesetzt und legt einmal im Jahr ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit in Deutschland vor. In diesem Jahr stand die Digitalisierung im Mittelpunkt.

Dieses vor allem für den deutschen Mittelstand wenig schmeichelhafte Gutachten ist nur das letzte in einer Reihe von Studien, die den Deutschen Digitalen Rückstand (DDR) wortreich beklagen. So gut wie jeden Monat kommt eine Studie dieser Art heraus, ganz offensichtlich fließt sehr viel Hirnschmalz ins Jammern.
Es sieht aus, als laufe jede Menge falsch in Deutschland. Das unter anderem von Microsoft, aber auch von anderen beschworene digitale Wirtschaftswunder scheint in weiter Ferne zu liegen. Es ist allerdings durchaus erreichbar, wenn jetzt die richtigen Schritte unternommen werden.

Die digitale Wirtschaft wird auch in diesem Jahr, wieder unter dem Motto „D!CONOMY“, eines der wichtigsten Themen der Cebit sein. Voraussetzung für den Erfolg in der von Cloud- und Mobile-Technologien dominierten Digitalwirtschaft sind Schnelligkeit, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

Sieben Faktoren für den digitalen Wandel

Doch neben diesen allgemeinen Voraussetzungen hat Microsoft sieben Faktoren für den digitalen Wandel identifiziert. Sie bilden den thematischen Rahmen für den Messeauftritt und zeigen, wie sich nach Vorstellung der IT-Experten des Unternehmens Infrastruktur, Organisation, Team, Mitarbeiter, Wissen, Produktion und Staat in Bewegung setzen müssen, um die digitale Transformation zu meistern.

  1. Die IT-Infrastruktur bildet die technologische Basis des digitalen Wandels. Hier sind die beiden Aspekte Sicherheit und Agilität sehr wichtig. Ohne umfassende IT-Security werden viele Digital Produkte bei den Verbrauchern nur wenig Vertrauen finden. Und in einem sich wandelnden Markt ist es ganz besonders wichtig, eine agile und elastische ET zu besitzen.
  2. Ebenso wichtig sind neue Organisationsmodelle für Unternehmen. Die die herkömmlichen Methoden aus den Zeiten der Industrieproduktion und des Taylorismus („Fließband“) funktionieren in der Digitalwirtschaft nur noch ungenügend. Die wichtigsten Voraussetzungen für den Erfolg sind flache Hierarchien und eine lebendige Unternehmenskultur.
  3. Ebenso wichtig wie die übergeordnete Organisation sind autonome und flexible Teams, die rasch auf neue Entwicklungen reagieren können und innovative Produkte oder Dienstleistungen gestalten.
  4. Knackpunkt aller bisher genannte Erfolgsfaktoren sind die Mitarbeiter. Das Unternehmen muss ihnen die Möglichkeit geben, selbstbestimmt, mobil und flexibel arbeiten zu dürfen – Stichwort „New Work“.
  5. Ohne ein transparentes Wissensmanagement werden Mitarbeiter und Teams ihre Aufgaben nicht erfüllen können. Monopolisierung von Wissen und Geheimnistuerei verhindern, dass sich innovative Ideen entfalten können.
  6. Die Produktion von Industriemaschinen, Kraftfahrzeugen und hochwertigen Waren für Endverbraucher ist immer noch ein wichtiger Teil der deutschen Wirtschaft. Damit das so bleibt, müssen die Unternehmen den Schwerpunkt auf Vernetzung und die Smart Factory legen, auf Werkstücke und Werkzeugmaschinen mit Eigenintelligenz.
  7. Der Staat setzt den Rahmen für die Wirtschaft und muss sich ebenso in Bewegung setzen, um das digitale Wirtschaftswunder auszulösen. Vor allem in Sachen Infrastruktur (Breitband/Glasfaser) und bei rechtlichen Anpassungen an die Besonderheiten der Digitalwirtschaft (Störerhaftung) gibt es eindeutig Nachholbedarf.


Thinkstock/ iStock

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