Windows Update for Business

Microsoft verändert Update-Politik für Windows 10

Windows as a Service ist noch Zukunftsmusik, doch Microsoft ist die ersten Schritte bereits gegangen: Windows 10 wird kontinuierlich aktualisiert und vorläufig bleibt es auch bei dieser Versionsnummer.

Für Windows 10 bricht Microsoft mit einer ganzen Reihe (un)geschriebener Regeln. So war seit 2003 der Patchday ein Pflichttermin für Windows-Nutzer. Jeden zweiten Dienstag landeten neue Updates auf dem Rechner.

Diese Vorgehensweise wird bei Windows 10 abgeschafft. Microsoft sieht für seine neue Betriebssystemversion laufende Sicherheit- und Software-Aktualisierungen vor. Sie werden im Hintergrund ohne Zutun des Nutzers gestartet und sollen nicht mehr manuell angestoßen werden.

Regelmäßige Updates

Das legt Microsoft für die Rechner von Privatanwendern fest, um die doch recht häufigen Probleme mit nicht aktualisierten Computern zu umgehen. Vor allem sie sind begehrte Ziele bei Cyberkriminellen, die solche ungepflegten Windows-Installationen problemlos kapern und für Angriffe auf Websites oder Unternehmensnetzwerke einsetzen können.

Die fortlaufenden Updates werden darüber hinaus nicht nur wie bisher Security-Patches und kleinere Funktionsaktualisierungen enthalten. Windows Update bringt in Zukunft regelmäßig neue Funktionen, Windows-Erweiterungen und verbesserte Standard-Apps auf den Rechner.

Konsequenterweise will Microsoft in Zukunft auf ein weiteres Hochzählen der Versionsnummer verzichten, so dass es vorerst kein Windows 11 mehr geben wird. Anders ausgedrückt: Das Microsoft-Betriebssystem wird nicht mehr in mehrjährigen Abständen in sogenannten Major-Releases komplett runderneuert, sondern fortwährend weiterentwickelt.

In Unternehmen ist jedoch eine solche fortlaufende Aktualisierung von Windows-Installationen häufig unerwünscht. Vor allem größere Firmen nutzen sehr spezifische und oft eigens entwickelte Software, die auf ganz bestimmte Systemkomponenten und Windows-Bestandteile angewiesen ist.

Verteilungsringe für Unternehmen

Für diesen Zweck führt Microsoft mit Windows 10 auch das neue "Windows Update for Business" ein. Dabei arbeitet Microsoft mit sogenannten Verteilungsringen. Administratoren können definieren, welche Geräte sofort oder erst später aktualisiert werden sollen. So ist es zum Beispiel möglich, dass neue Funktionen erst dann auf Business-Geräten eingeführt werden, wenn sie im Privatkundenmarkt ihre Stabilität bewiesen haben.

Die Unternehmen können auch bestimmen, zu welchem Zeitpunkt Sicherheitsaktualisierungen über Mechanismen wie System Center, Enterprise Mobility Suite oder die Windows Server Update Services ausgeliefert werden. Eine weitere Neuerung: Mithilfe eines neuen Peer-to-Peer-Verfahrens lassen sich Patches auch an Unternehmensstandorte mit begrenzter Bandbreite unkompliziert ausliefern.

Die neuen Regeln für Systemaktualisierungen sollen auch für Windows 10 Mobile gelten, den Ersatz von Windows Phone. In Zukunft sollen auch neue Firmen-Version von Windows 10 direkt von Microsoft auf Smartphones ausgeliefert werden. Dies ist ein Bruch mit der Regel, dass die Updates von den Mobilfunkanbietern ausgeliefert werden. Dadurch scheint es nun möglich, dass Smartphones Systemaktualisierungen genauso schnell bekommen wie Desktop-Rechner, Notebooks oder Tablets.

Diese ganzen Neuerungen verweisen deutlich auf ein Zukunftsszenario, das von Microsoft bereits häufiger erwähnt wurde: Windows as a Service. Was genau Microsoft darunter versteht, ist noch nicht besonders deutlich geworden. Doch die ersten Schritte in diese Richtung sind erkennbar.

Neue Windows-Strategie

Microsoft hat zunächst einmal radikal die Art und Weise verändert, in der Windows gebaut und ausgeliefert wird. Es wird jetzt in einer Art agilen Dauerprozess kontinuierlich weiterentwickelt. Darüber hinaus hat Microsoft für Windows 10 Systemkomponenten und Standard-Apps getrennt. Letztere werden unabhängig entwickelt und über den Store aktualisiert.

Ein weiteres Element dieser neuen Windows-Strategie ist die Geräteunabhängigkeit, die allerdings im Moment noch wie bei den Vorgängern unterschiedliche Editionen erfordert. So gibt es wie bisher eine Home-Edition für den Privatanwender und eine Pro-Edition für Profis und kleinere Unternehmen.
Ebenso liefert Microsoft wieder eine spezielle Enterprise-Edition für mittlere und große Organisationen aus. Neu sind Windows 10 Mobile und Windows 10 Enterprise für Smartphones sowie Windows 10 IoT Core für kleinere Geräte, die zum Beispiel im Internet der Dinge eingesetzt werden können.
Das sieht noch nicht nach einem Betriebssystem als Service aus, ist aber einer von vielen Schritten auf dem Weg dahin.

Windows Update for Business
Windows 10 Editionen

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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