Raspberry Pi 2

Windows 10 für Bastler und andere Nerds

Der Raspberry Pi 2 ist die bisher leistungsfähigste Variante des kostengünstigen Kleincomputers. Und er wird arbeitet auch mit Windows 10.

Ursprünglich sollte er ein Ausbildungsrechner werden, für den kostengünstigen Einsatz im Computerunterricht in Schulen. Die Rede ist vom Raspberry Pi, einem Einplatinencomputer in der Größe einer Scheckkarte, der je nach Ausführung und Lieferumfang zwischen 20 und 60 Euro kostet.

Die erste Version des Computers kam Anfang 2012 auf den Markt und wurde von der britischen Stiftung „Raspberry Pi Foundation“ entwickelt. Ziel der Stiftung und ihres Computers ist die Förderung des Informatikunterrichts in Schulen, durch die Entwicklung eines einfachen und kostengünstigen Computers, mit dem sich grundlegende Kenntnisse in Hardware, Software und Programmierung vermitteln lassen.

Der Raspberry Pi hatte einen enormen Erfolg, da er sich hervorragend für das Experimentieren eignet und zahlreiche Bastler zu Projekten angeregt hat. So wurde er recht schnell als Steuereinheit für Robotikprojekte und selbst gebaute Smart-Home-Lösungen, Media Center oder Server eingesetzt.

Ein typisches Beispiel: Zusammen mit einem ausreichend großen USB-Stick lässt sich das Gerät als NAS-Lösung (Network Attached Storage) nutzen. Für den Bruchteil des Preises eines Profigeräts bietet es alle notwendigen Grundfunktionen.
Trotz der geringen Größe haben die verschiedenen Hardware-Varianten des Computers beeindruckende Leistungsdaten. Die neueste Version ist der Raspberry Pi 2. Er hat einen 900 MHz schnellen ARM-Prozessor mit vier Kernen, einem Gigabyte Hauptspeicher, vier USB-2.0-Schnittstellen via Hub, HDMI-Videoausgabe, analoge und digitale Audioausgabe, ein Interface für MicroSD und ein 10/100-MBit-Ethernet-Anschluss.

Kurz: Der Winzling bietet ähnliche Leistungsdaten, wie sie vor wenigen Jahren noch großen Desktoprechnern vorbehalten waren. Dabei ist er äußerst stromsparend, denn die Leistungsaufnahme beträgt maximal vier Watt bei 800 Milliampere.

Winzling mit Windows 10

Es gibt für diesen Computer als Betriebssystem eine Anzahl an verschiedenen, speziell an die AM-Prozessoren angepassten Linux-Varianten sowie das besonders an ARM angepasste Betriebssystem RISC OS. Demnächst wird es auch Windows 10 für ihn geben.

Microsoft zielt dabei weniger auf die Funktion des Pi als Ausbildungsrechner, sondern auf Entwickler, die sich mit dem Internet der Dinge beschäftigen. Wer sich beim Windows-Developer-Programm für das Internet der Dinge registriert, kann eine speziell an den Pi 2 angepasste Version von Windows 10 kostenlos einsetzen.
Da der Minicomputer grundsätzlich auch zu einem vollständigen Arbeitsgerät aufgerüstet werden kann, dürfte diese Aktion von Microsoft auch bei zahlreichen anderen Entwicklern auf großes Interesse stoßen. So wäre es zum Beispiel möglich, für einen Preis um 40 Euro einen flexibel nutzbaren Windows-Rechner aufzubauen. Allerdings: Klassische Desktopanwendungen funktionieren nicht auf ARM-Prozessoren, so dass lediglich die neuen Universal-Apps laufen.

Beim Windows-Pi handelt es sich um ein attraktives System mit der Möglichkeit, die Mehrzahl der an Windows 10 angepassten Apps einzusetzen. Dazu gehören auch der neue Microsoft-Browser Spartan sowie die Office-Apps.

Am meisten dürften sich Entwickler von Apps (nicht nur für das Internet der Dinge) angesprochen fühlen. Einsteiger in- und außerhalb der Schule bekommen hier die Möglichkeit, sehr kostengünstig mit der App-Entwicklung zu beginnen und dafür ein getrenntes System zum Programmieren und Testen zu nutzen.

 

Die Raspberry Pi Foundation
Informationen zum Raspberry Pi
 

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