Heiko Gloge, Managing Director & Partner bei Igel Technology
War das damals für eine aufregende Zeit, als sich alle Thin-Client-Anbieter zusammentaten, um mit einer Stimme die Vormacht der PC-Industrie in Frage zu stellen! Gemeinsam mit Siemens-Nixdorf, Neoware, Wyse & Co. zeigten wir damals auf der Cebit, wie schlanke Hardware, spezifische Betriebssysteme und das neue Citrix-Protokoll ICA die Sicherheit der Arbeitsplätze nachhaltig erhöhen und die Kosten senken.
Das damalige Ziel – mehr Sicherheit, weniger Gesamtkosten – ist aktueller denn je. Was sich geändert hat, ist die Initiative der Player. In der vor zehn Jahren einsetzenden Konsolidierungswelle ging Neoware an HP, Siemens-Nixdorf im Fujitsu-Konzern auf und schließlich Wyse an Dell. Das Traurige daran ist, dass der Thin-Client im Gesamtportfolio dieser IT-Riesen zu einem Hardware-Gadget verkommt, das zwar mit neuesten Standards glänzt, jedoch die entscheidende Intelligenz sträflich vernachlässigt.
Denn seit jeher ist es die Software, die Kunden überzeugt. Ohne die damit gewährleistete Flexibilität und Zukunftssicherheit konnten sich weder Ultra-Thin-Clients noch die einst viel gepriesenen Zero-Clients von Panologic durchsetzen. Für einen nicht proprietär ausgelegten Thin-Client spielt es keine Rolle, ob Vmware wie kürzlich geschehen mit Blast ein neues Protokoll für den Zugriff auf virtuelle Desktops einführt.
Doch wo führt die Client-Reise hin? „Cloud Computing“ gibt darauf eine knappe Antwort: „Software-Defined“. Das bedeutet: Software definiert den Client – nicht die Hardware. Kommt Ihnen das bekannt vor? Die „alten“ Thin-Client-Tugenden sind nach 20 Jahren aktueller denn je. Und es wird Zeit, wieder mehr darüber zu reden!