Dank Pick-by-Voice hat der Kommissionierer beide Hände frei
Bei dem auf Gastronomie und Hotellerie spezialisierten Getränkehändler, der derzeit mehr als 5.000 Kunden mit dem kompletten Coca-Cola-Sortiment sowie mehr als 3.000 weiteren Artikel beliefern kann, arbeiten nun rund 70 Mitarbeiter mit der neuen Software. Sie steuert am Stammsitz in Neuss das Zentrallager auf ca. 12.000 m2 Fläche. Hier stehen 350 Stellplätze in Block- und 2.200 Stellplätze in Paletten- und Durchfahrregalen zur Verfügung. Gabelstapler versorgen den Kommissionierbereich, in dem täglich zwischen 35.000 und 70.000 Picks stattfinden. Die Auslieferung der Sendungen an die Kunden übernimmt der eigene Fuhrpark mit über 100 Lkw.
Dieses Auftrags- und Liefervolumen wurde vor der Softwareumstellung mit Hilfe von Beleglisten bewältigt. „Durch das Unternehmenswachstum und die damit gestiegenen Anforderungen stieß dieses System jedoch an seine Grenzen“, begründet Erwin Hotz, technischer Leiter bei der Fako-M, die Software-Einführung, mit der die Steuerung aller Warenbewegungen im Lager auf das Lagerführungssystem (LFS) umgestellt worden ist.
Die lückenlose Chargenrückverfolgbarkeit und die Warenbewegung nach den Prinzipien FIFO (first in – first out), Soft-FIFO sowie FEFO (first end – first out) zählten zu den wichtigsten Zielen der Umstellung. Mit dem LFS können diese Auslagerstrategien definiert und den Anforderungen von Fako-M entsprechend modifiziert werden. Mit FEFO werden zuerst diejenigen Getränke aus dem Lager geliefert, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) am nächsten liegt. Bei FIFO werden immer die Artikel aus dem Lager entnommen, die am längsten dort sind. Bei gemildertem FIFO können auch andere Auswahlkriterien zum Zuge kommen, z.B. kürzester Weg.
Die Chargenrückverfolgbarkeit wird bei Fako-M vom System automatisch gewährleistet. Alle für diese Prozesse notwendigen Daten wie MHD und Chargennummer werden bei jedem Wareneingang erfasst und in den Bestandsdaten weitergeführt und dokumentiert. Basis dieser durchgängigen Bestandsverwaltung bildet die NVE-Etikettierung. Die NVE ist die „Nummer der Versand-Einheit“, international bekannt als Standard „Serial Shipping Container Code“ (SSCC).
Sind die Originallademittel der Hersteller beim Wareneingang bereits mit einem NVE-Etikett versehen, können diese Daten weiterverwendet werden. Ist dies nicht der Fall, erzeugt das LFS eine eigene NVE, die vom System archiviert und weitergeführt wird. So ist eine eindeutige Identifizierung und Rückverfolgung der Ware über alle Prozesse im Lager hinweg möglich. Die LFS-Implementierung ermöglicht jetzt eine automatische Nachschubsteuerung im Kommissionierbereich. Ist dort ein Lagerplatz leer, erzeugt die Software automatisch einen Nachräumauftrag – und der Lagerplatz wird wieder mit Ware aufgefüllt. Der sogenannte „Nachräumer“ generiert sich aus der Unterschreitung des Meldebestandes eines Artikels mit einer festgelegten Nachfüllmenge für den jeweiligen Lagerplatz.