09.02.2017 Neue Telematiklösung für die Spedition Franz Lebert

Abschied von Windows

Von: Marcus Walter

Die Spedition Franz Lebert hat auf die Telematiklösung Tislog mobile mit 190 Android-Endgeräten umgestellt. Zukunftssicherheit, sinkende Hardware-Kosten, geringer Schulungsaufwand und eine hohe Fahrer-Akzeptanz sprachen für den Systemwechsel.

Sackgassen werden bei Lebert großräumig umfahren. Jüngster Beweis ist das neue Telematiksystem, das der Logistikdienstleister derzeit an den drei Standorten Kempten, Baienfurt und Kreuzlingen ausrollt. Statt die vorhandene Windows-Lösung zu modernisieren, entschied sich der Cargoline-Partner für einen radikalen Wechsel und für die Lösung der Bocholter TIS GmbH.

Ausschlaggebend für diesen Wechsel war die Unterstützung von Android-Endgeräten. „Wir wollten weg von Windows CE, denn dieses Betriebssystem wird in einigen Jahren vom Markt verschwunden sein“, meint Karl-Heinz Bernhard, als Geschäftsführer der Lebert-Holding LeAG Consult AG zuständig für die IT der Spedition. Das Angebot von TIS, die neue Android-Lösung als Pilotkunde mitzuentwickeln, habe man deshalb sofort angenommen. Zu dem Telematikanbieter aus Bocholt bestanden bereits langjährige persönliche Kontakte und aus den Reihen der Cargoline-Partner gibt es mit Bursped und Sander namhafte Referenzen.

Eindeutiges Votum

Neben der Zukunftssicherheit sprechen aber auch die niedrigeren Scan-Kosten für Android. Schließlich ist die Auswahl an Endgeräten im Vergleich zu Windows CE wesentlich größer – und der Preis für passende Hardware wird mittelfristig weiter sinken.

Für die 190 eigenen Fahrer hat sich Lebert für das Modell TC75 von Zebra entschieden. Vorausgegangen waren ein Praxis-Test mit mehreren Geräten und eine Befragung unter rund 100 Fahrern. „Das Votum fiel eindeutig zu Gunsten des TC75 aus“, betont Stefan Bungartz, der gemeinsam mit Susanne Gantner das Projekt-Team zur Einführung der neuen Telematiklösung bildet. Das Gerät sieht zwar aus wie ein handelsübliches Smartphone, verfügt jedoch über eine leistungsfähige Scan-Engine, lässt sich auch mit Handschuhen bedienen und entspricht der europäischen Norm IP67. Ein wichtiger Bestandteil der Lösung sind die von TIS entwickelten mobilen Fahrzeughalterungen für das TC75, die dank Saughalterung und Stromversorgung per Zigarettenanzünder problemlos montiert und demontiert werden können.

Die intuitive Bedienbarkeit sowie die Handlichkeit des Gerätes kommen bei den Fahrern gut an. Für aufwändige Fortbildungsmaßnahmen sei angesichts des straffen Projektplans ohnehin keine Zeit, so Bungartz. Jeder der drei Standorte müsse quasi über Nacht vollständig von der alten auf die neue Telematiklösung umgestellt werden.

Lückenloses Auftragsmanagement

Neben den Fahrern mussten auch die Disponenten auf das neue Telematiksystem vorbereitet werden. Um diesen Schritt zu vereinfachen, wurden die Funktionen der neuen Software zunächst auf das gewohnte Maß der bisherigen Lösung reduziert. Hier geht es vor allem um ein lückenloses Auftragsmanagement zwischen Speditionssoftware und Fahrer. Jetzt ist die erste Erweiterung geplant: Rund die Hälfte der 190 Lkw wird mit Truckboxen ausgerüstet, die unabhängig von den Android-Mobiles die Lenk- und Ruhezeiten sowie die Verbrauchswerte dokumentieren. „Damit können wir den Dieselkonsum exakt überwachen und gezielt reduzieren“, sagt Karl-Heinz Bernhard.

Eine weitere interessante Option ist für Lebert die so genannte „Charter-App“ für das spontane Integrieren von Subunternehmern in das Auftragsmanagement. Dabei können Fahrer ihr eigenes Smartphone nutzen und die Auftragsdaten über einen Weblink abrufen. Bis aber die Charter-App zum Einsatz kommt, will man bei Lebert die übrigen Funktionen Schritt für Schritt und ohne Hast einführen.

Bildquelle: KfdM

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