Die Zeit bis zum Supportende am 15. Juli 2015 läuft

Abschied von Windows Server 2003

Noch ist fast ein Jahr Zeit zum Wechsel für IT-Chefs, die noch Windows Server 2003 einsetzen und das Ende des Supports dafür kommen sehen. Warum sollte das AS/400-Anwender interessieren? Weil viele auch PC-Server einsetzen – und AS/400-Anwender dafür bekannt sind, bewährte Technologien auszureizen, wozu das Microsoft-Betriebssystem zweifellos zu zählen ist.

Es ist höchste Zeit, den vom Hersteller empfohlenen Wechsel auf Windows Server 2012 R2 (oder vielleicht auch auf Azure in die Cloud) zumindest zu planen, mahnen Hersteller wie Dell oder HP ebenso wie viele Systemhäuser. Sie verweisen darauf, dass Microsoft am 15. Juli 2015 den erweiterten Support für das Betriebssystem einstellt und auch keine Security-Updates mehr liefert. Microsoft rechnet vor, dass eine durchschnittliche Servermigration 200 Tage, eine Anwendungsmigration sogar 300 Tage dauert. Möglicherweise werden ja einige vorhandene Applikationen von neueren Windows-Server-Versionen nicht mehr unterstützt.

Gemach, gemach!

„Gemach, gemach“ dürfte so mancher IT-Chef denken – wohl wissend, dass die Hersteller und Dienstleister ein Riesengeschäft wittern; HP etwa rechnet mit einer 10 Mrd.-Dollar-Chance für sich und seine Partner. Immerhin sind Schätzungen zufolge derzeit noch rund 11,7 Mio. Rechner mit Windows Server 2003 im Einsatz – bei den AS/400-Anwendern oft als Plattform für E-Mail-, Groupware- oder Applikationsserver, die auf das AS/400-Backend zugreifen. Hier hat Windows längst OS/2 und Netware verdrängt, während Linux und Mac OS noch lange nicht Mainstream in der Midrange-Welt sind. Dementsprechend konservativ werden die AS/400-Anwender auch diese Migration von Windows Server 2003 angehen - Linux oder die Cloud bleiben als Zielplattformen die Ausnahme. Generell rechnet Microsoft damit, dass 94 Prozent der Umsteiger Windows treu bleiben.

Microsoft hatte dieses Betriebssystem (intern NT 5.2 genannt) im Jahr 2003 als Nachfolger für die Windows-2000-Serverprodukte veröffentlicht. Am 13. Juli 2010 wechselte Windows Server 2003 dann vom Mainstream- in den Extended-Support, was es in Microsofts Produktlebenszyklus als „Legacy“-Betriebssystem und damit als Auslaufmodell kennzeichnet. Das ist immerhin schon vier Jahre her. Vielleicht wird also auch im Servermarkt – wie auf dem Desktop – nicht alles so heiß gegessen wie es die Hersteller aufkochen. Auf dem Desktop ist auch ein gutes Vierteljahr nach Ende des Supports Windows XP weiter sehr beliebt: Rund ein Viertel aller PCs weltweit läuft auf Basis dieses 13 Jahre alten Betriebssystems. Zum Vergleich: Nur halb so viele Nutzer vertrauen der aktuellsten Windows-Version 8, während die Hälfte mit Windows 7 arbeitet.

Risiken abfedern

Sollte jedes der mehr als 150.000 Unternehmen, die auf IBM i setzen, etliche Windows-Maschinen nutzen, kämen mehrere hunderttausend, wenn nicht gar über 1 Mio. solcher Server zusammen – viele davon mit Sicherheit nicht mit dem neuesten Windows-Betriebssystem. Da verwundert es, dass IBM sich der Thematik noch nicht aktiv annimmt – weder mit Promotions oder Sonderaktionen noch im Marketing. Damit überlässt man das Feld den anderen, die rührig sind. HP stellt den Partnern ein Migrationsprogramm mit Tools, Support- und Trainings- Services und Finanzierungsmöglichkeiten für die Umstellung auf ein aktuelles Server-Betriebssystem zur Verfügung. HP-Schätzungen zufolge haben rund 60 Prozent der HP-Firmenkunden, die noch Windows Server 2003 einsetzen, keinen Migrationsplan.

Dell entwickelt mit jedem Kunden einen individuellen Migrationsplan, wobei alle Migrationsaspekte – vom Rechenzentrum bis zu den Endgeräten – berücksichtigt werden. Denn nach Einschätzung der Experten der Gartner Group es gibt keinen universellen Ansatz, der alle Szenarien abdeckt. In der Praxis bewähre sich daher ein Migrationsansatz, der verschiedene Tools  und Verfahren auf Basis einer Risiko-Management-Analyse kombiniert. 

Dells „Windows Server OS Modernization“-Services zeigen anhand eines Leitfadens mehrere Technologie-Optionen auf, sowohl die Integration in die vorhandene Infrastruktur bewerkstelligen als auch eine weitgehend automatisierte Migration ermöglichen. Die Risiken bei der Servermigration werden durch ein systematisches Vorgehen bei Entwurf, Umsetzung und Überprüfung eines schrittweisen Migrationsplans für die einzelnen Applikationen reduziert. Zuvor werden in einer Bestandsaufnahme alle für die Migration in Frage kommenden Applikationen erfasst, deren Kompatibilität geprüft und die nötigen Zusatzarbeiten identifiziert.

www.microsoft.de

www.hp.de

www.dell.de

Bildquelle: Simone Hainz / Pixelio.de

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