Mit OSC und Orga weiter auf der Übernahmewelle

All for One Steeb auf Kurs

Der SAP-Partner All for One Steeb meldete heute mit Vorlage des Geschäftsberichtes für das 1. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/13 den Abschluss der Integration der Steeb Anwendungssysteme GmbH, die zum 1. Dezember 2011 von SAP übernommen worden war.

Die jüngste Bilanz kann sich sehen lassen: Zu Buche steht ein Umsatzplus von 35 Prozent auf 46,0 Mio. Euro (1. Okt – 31. Dez 2011: 33,9 Mio. Euro) und ein EBIT von 3,1 Mio. Euro, ein Zugewinn von 43 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2,2 Mio. Euro). Die aktuelle EBIT-Marge wuchs damit um einen Prozentpunkt auf 7 Prozent. Die Umsatzrendite sank allerdings von 5,4 auf 4,3 Prozent, weil das Ergebnis nach Steuern nur um 7 Prozent auf 1,973 Mio. Euro zulegte – und damit deutlich hinter dem Umsatzwachstum zurückblieb.

„Aufgrund unseres starken 1. Quartals“, so der Vorstand, werde die bisherige Gesamtjahresprognose für 2012/13 umsatz- und ergebnisseitig angehoben – von 170 Mio. Euro Umsatz und einer EBIT-Marge von 5 Prozent des Umsatzes auf 180 Mio. Euro Umsatz und auf ein EBIT von 9 Mio. Euro. Somit sind die Prognosen binnen der letzten zwölf Monate dreimal angehoben worden, auch wegen der Akquisitionen von Steeb, OSC und jetzt Orga. Seit dem 1. Dezember 2011 wird Steeb, seit dem 1. November 2012 auch OSC in den Konzernabschluss einbezogen; der Vergleich mit den Vorjahreszahlen ist daher nur eingeschränkt möglich.

Erst am 5. Februar wurden per Adhoc-Mitteilung die Verhandlungen mit der Fiducia IT AG, Karlsruhe, über eine Marktpartnerschaft bekannt gegeben. Dabei sollen auch Teile des SAP-Mittelstandsgeschäftes der Fiducia-Tochter Orga durch All for One Steeb übernommen werden, beide Unternehmen wollen sich zudem gegenseitig bei der Neukundengewinnung unterstützen. All for One Steeb will so das SAP-Outsourcing- und Application-Management-Geschäft weiter stärken; das zusätzliche jährliche Umsatzvolumen dürfte bei anfänglich etwa 8 bis 9 Mio. Euro liegen. Ein Abschluss der Verhandlungen wird im 1. Quartal 2013 angestrebt.

Diese Übernahmen kosten Geld, so dass die Nettoverschuldung auf aktuell 15,5 Mio. Euro (30. September 2012: 12,3 Mio. Euro) wuchs. Die Konzernbilanz sei „auch weiterhin Ausdruck der forcierten Wachstumsphase, in der sich das Unternehmen befindet“, heißt es dazu erklärend. „Innerhalb von nur vier Jahren haben wir den Umsatz mehr als verdoppelt und sind zur neuen Nr. 1 im deutschsprachigen SAP-Mittelstandsmarkt aufgestiegen.“ Die Integration von Steeb sei reibungslos verlaufen, Cross-Selling-Potenziale hätten gehoben werden können. Das im Vorjahreszeitraum „außerordentlich hohe Niveau der Softwarelizenzumsätze“ in Höhe von 8,8 Mio. Euro sei aber nicht erreicht worden; trotz eines Rückgangs um 19 Prozent auf 7,1 Mio. Euro halte der Neukundenzuwachs weiter an.

Den deutlichen Anstieg bei den Consulting‐Umsätzen, ein Plus von 43 Prozent auf 17,1 Mio. Euro, führt der Vorstand auf die „vielen neuen Projekte der letzten Monate“ sowie aus dem Einbezug der OSC-Gruppe zurück, die zum 1. November 2012 zunächst zu 60 Prozent übernommen wurde. „Die Beratungsteams weisen weiterhin eine hohe Auslastung auf“, heißt es beruhigend, da ein Rückgang der Lizenzumsätze auch als Indikator für ein nachlassendes Projektgeschäft gewertet werden kann.

„Auch in 2013 wollen wir im Windschatten von SAP weiter zulegen“, verspricht der Vorstand, um direkt einzuschränken „sofern die Konjunktur das zulässt“. Klare Signale in die eine oder andere Richtung seien bis dato nicht auszumachen. „Nach zwei Boomjahren in Folge sollte sich die Konjunktur zwar abschwächen“, heißt es weiter. „Trotzdem rechnen die Marktbeobachter mit einem – wenn auch nur leichten – gesamtwirtschaftlichen Wachstum. In unseren Schlüsselbranchen Maschinen- und Anlagenbau, Automobilzulieferindustrie, Projektdienstleister, Konsumgüterindustrie und dem Technischen Großhandel dürften sich Zuversicht und Zurückhaltung mittlerweile in etwa die Waage halten.“

www.all-for-one.com/quartalsbericht

Bildquelle: Wilhelmine Wulff/Pixelio.de

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