Die UIAG hat jetzt das Sagen beim SAP-Partner

All for One Steeb hat einen Mehrheitseigner

Die Österreicher halten auch weiterhin die Aktienmehrheit am SAP-Partner All for One Steeb AG – nurmehr jetzt in einer Hand. Die Wiener Unternehmens Invest AG (UIAG) hat das 25,07%-Paket der Pierer Industrie AG aus Wels erworben und ihren Stimmrechtsanteil auf insgesamt 50,14% ausgebaut. Für den SAP-Partner aus Filderstadt ändert sich wenig, weil beide Großaktionäre schon bisher wegen eines Stimmbindungsvertrages gemeinsam stimmten.

Man kennt sich gut. Die beiden österreichischen Unternehmer Dr. Rudolf Knünz (UIAG) und Stefan Pierer (PIAG) investieren seit Jahren gemeinsam in diverse Unternehmen, auch in das SAP-Haus All for One Steeb. Beide waren mit einem 25,07%-Paket beteiligt und hatten schon bisher gemeinsam die Mehrheit der Stimmrechte an dem Softwarehaus, dessen 1.200 Mitarbeiter über 2.000 Kunden betreuen und im Geschäftsjahr 2014/15 einen Umsatz in Höhe von 241 Mio. Euro erwirtschafteten.

Komplexe Eigentumsverhältnisse

Jetzt hat Knünz, seit 2008 Aktionär bei der All for One Steeb AG, gemeinsam mit Co-Investoren über die Zweckgesellschaft UIAG Informatik-Holding GmbH das Paket mit 1,25 Mio. Aktien von Pierer erworben. Die UIAG hält die Mehrheit an der Zweckgesellschaft und kann die Stimmrechte der erworbenen Aktien im eigenen Ermessen aufgrund einer Vollmacht von der Zweckgesellschaft ausüben. Die UIAG ist damit allein im Besitz der Mehrheit der Stimmrechte; über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Der Verkauf unterstreiche „unsere strategische Fokussierung auf die Fahrzeugindustrie", erklärte PIAG-Mehrheitsaktionär Stefan Pierer, dem Marken wie KTM, Husqvarna, WP und Pankl gehören. Das Softwarehaus All for One Steeb passte nicht mehr so recht in dieses Portfolio.

„Die Gesellschaft hat sich hervorragend entwickelt“, erklärte UIAG-Chef Knünz. Mit dem erweiterten Engagement werde er den Wachstumskurs von All for One Steeb „noch aktiver begleiten“. Dass er den anderen Aktionären kein Übernahmeangebot unterbreitet, wie es gesetzlich vorgeschrieben wäre, führt Firmensprecher Dirk Sonntag auf Anfrage von DV-Dialog auf den Stimmbindungsvertrag zurück. Deshalb greife eine Ausnahmeregelung. Knünz stehe zur Notierung an der Frankfurter Börse und beabsichtige, die Präsenz am Kapitalmarkt noch zu verstärken.

„Mit unserer Stimmenmehrheit wollen wir gemeinsam mit dem Management den Erfolgskurs von All for One Steeb fortsetzen und das Geschäft weiter nachhaltig und wertorientiert ausbauen“, wird Knünz in einer Pressemitteilung zitiert. Im Zielmarkt, der mittelständischen Fertigungsindustrie im deutschsprachigen Raum, sei man ausgezeichnet vernetzt. „Die Börsennotierung der Gesellschaft sorgt für Transparenz und unterstützt die Fortsetzung des Wachstums- und Investitionskurses“, so Knünz weiter.

Langjährige Verbundenheit

„Ohne das langjährige Vertrauen von Rudolf Knünz und Stefan Pierer wären wir heute nicht das, was wir sind: die Nr. 1 im deutschsprachigen SAP-Markt. Mit der UIAG als starker Mehrheitsaktionärin wollen wir unseren Kurs erfolgreich fortsetzen“, so Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher bei All for One Steeb, in einer Pressemitteilung.

Im Zuge der Veränderung der Eigentümerstruktur kommt es zu Neubesetzungen im Aufsichtsrat bei All for One Steeb. Anstelle von Friedrich Roithner, CFO der Pierer Industrie AG, soll UIAG-Vorstand Paul Neumann in den Aufsicht einziehen; er ist gemeinsam mit Knünz auch Hauptaktionär der UIAG.

Bildquelle: Wengert / Pixelio.de

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