„Infor-Anwendungen auf einem offenen Technologie-Stack ermöglichen uns ein Liefermodell mit geringeren Lizenzgebühren und weniger Einschränkungen im Vertrieb“, sagt Charles Phillips, CEO von Infor. „Zudem wird das einfache Verschieben der Lösung von lokalen Installationen in die Cloud möglich, wenn es für den Kunden notwendig ist.“
Infor arbeitet bereits seit 2012 mit Red Hat an einer Open-Source-Plattform; bereits im Oktober 2012 hatte Infor die Unterstützung der Open-Source-Datenbanken MySQL und Maria DB angekündigt. Dass jetzt auch die Postgres-Datenbank Teil davon wird, soll für Infor-Kunden die Implementierungskosten senken und gleichzeitig die nötige Skalierbarkeit, Performance und Verlässlichkeit der Plattform bewahren.
Mit der Cloud-Suite hat Infor jetzt erste industriespezifische Anwendungssuites herausgebracht, die über Amazons Webservices (AWS) verfügbar sind. Dabei handelt es sich um eine rein x86-basierte Plattform, auf der die AS/400-Lösungen des Herstellers nicht laufen. Allerdings war im vergangenen Jahr eine Kooperation mit IBM bei deren Smart Cloud angekündigt worden, doch von dieser Initiative ist derzeit nichts mehr zu hören.
Infor erklärte nun, diverse Industriesuites im Jahresverlauf über die AWS-Cloud bereitzustellen – und zwar nicht nur CRM- oder HR-Funktionen, sondern auch Kernapplikationen in Warenwirtschaft, Produktion, Logistik oder Finanzwesen. Den Anfang machen in diesem Frühjahr Lösungen für die Branchen Automotive, Aerospace & Defense sowie Hospitality.
Im Frühsommer ist die Veröffentlichung der Cloud-Suite Corporate geplant, mit Finanzanwendungen sowie der vollständigen „Human Capital Management“-Suite. All das wird zunächst hauptsächlich in Nordamerika vermarktet.
Zur Cloud-Suite gehören auch Analysepakete mit industriespezifischen Komponenten, Datenmodellen und Dashboards, die Middleware-Pakete ION und Ming.le sowie die Entwicklerplattform Mongoose. Die Basis für die Branchenlösungen in der Cloud bilden die ERP-Pakete LN (früher als Baan bekannt), M3 (früher Movex), Lawson, Syteline und Sun Systems.
Die Cloud-Suite ist über ein Abomodell erhältlich, was laut Hersteller „die Vorlaufkosten für den Betrieb von IT deutlich reduziert“ und die Skaleneffekte von AWS nutzbar mache. Kunden könnten die Ressourcen sofort nutzen, sobald sie diese brauchen – entsprechend ihrem tatsächlichen Bedarf und einschließlich eines Auto-Scaling-Service.
Infor konsolidiert derzeit alle bisherigen Abos und überträgt die interne Infrastruktur auf die AWS-Plattform. AWS bietet seinen Service in zehn Regionen mit 25 physisch getrennten unabhängigen Infrastrukturen („Availability Zones“) und 51 Front-Edge-Standorten weltweit.
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