Der Vorstand der neuformierten All for One Steeb AG bleibt unverändert: CEO Lars Landwehrkamp (links) und Stefan Land (rechts)
Demnach wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 90,2 Mio. Euro, das EBIT sogar um 86 Prozent von 2,5 Mio. auf 4,7 Mio. Euro. „All for One Steeb wird im Markt sehr gut aufgenommen und sorgt zudem für einen enormen Integrationsschub“, erklärte CEO Lars Landwehrkamp, der den leistungsstärksten SAP-Komplettdienstleister im Mittelstand mit der größten SAP-Kundenbasis im deutschsprachigen Raum formieren will.
Steeb hat für 2011 noch keine Zahlen gemeldet; im Jahr 2010 standen mit etwa 1.000 Kunden und 190 Mitarbeitern rund 61 Mio. Euro Umsatz zu Buche. Ingesamt betreut All for One Steeb nach der Fusion mit rund 700 Mitarbeitern über 2.000 Kunden aus dem Maschinen- und Anlagenbau, der Automobilzulieferindustrie, der Konsumgüterindustrie, dem Technischen Großhandel und dem projektorientierten Dienstleistungsumfeld.
Im neuen Geschäftsjahr 2011/12 will Landwehrkamp für All for One „stand alone“ ein mittleres einstelliges Umsatzwachstum sowie ein EBIT von mindestens 5,0 Mio. Euro (vor einmaligen Integrationsaufwänden) erzielen. Die Belegschaft soll ebenfalls leicht verstärkt werden. Die Planung für Steeb läuft derzeit noch auf Hochtouren; sie wird aber nicht mehr kommuniziert, da die beiden Unternehmen nach der Hauptversammlung am 12. März 2012 schnellstmöglich fusioniert werden sollen.
In der nächsten Bilanz werden Umsatz und Gewinn der „alten Steeb“ nicht mehr ausgewiesen, sondern die zehn Monate des Rumpfgeschäftsjahres vom 1. Dezember 2011 bis zum 30. September 2012 in die Gesamtbilanz des Unternehmens eingerechnet. Nach Abschluss der Integrationsphase am Ende des aktuellen Geschäftsjahres, also am 30. September 2012, erwartet Landwehrkamp für die neu formierte All for One Steeb mit dem erstmals ganzjährigen Einbezug von Steeb im Geschäftsjahr 2012/13 einen Gesamtumsatz von mehr als 160 Mio. Euro. Dieses Ziel ist auch aufgrund der konjunkturellen Unwägbarkeiten niedrig gesteckt; die angestrebte EBIT-Marge soll dann aber bereits wieder bei über 5 Prozent liegen.
Der Steeb-Kauf birgt naturgemäß auch Integrationsrisiken. „Trotz sorgfältiger Vorbereitungen und der Unterstützung durch externe Berater“ verbleiben laut Geschäftsbericht „Risiken, die die Ertrags- und Finanzlage erheblich beeinflussen können“ – auch wenn man „mit hoher Intensität und Sorgfalt an einer schnellen und sicheren Integration“ arbeite und zudem „über weitreichende Erfahrungen aus erfolgreich abgeschlossenen Integrationsprojekten“ verfüge.
Umgekehrt eröffnet eine erfolgreiche Steeb-Integration aber auch Chancen, z. B. in Form von Skalierungsmöglichkeiten, mit denen sich die Ertragsentwicklung künftig weiter verbessern lässt. „So können beispielsweise Outsourcing-Services und SAP-Zusatzlösungen auch bei der Steeb-Kundschaft platziert werden“, glaubt Landwehrkamp. Und bei neuen Themen wie Geschäftsdatenanalyse, Mobile Lösungen oder SAP Business By Design steige „die Schlagkraft und damit die Geschäftsaussichten“. Insgesamt sieht er nun die Chance, zur „Nummer 1“ im SAP-Mittelstand in den deutschsprachigen Ländern zu avancieren und damit den festen Platz unter den relevanten Anbietern bei IT-Ausschreibungen in den Zielbranchen zu untermauern.
Die größten Risiken sieht Landwehrkamp bei konjunkturellen Rückschlägen, die auch zu Insolvenzen im Kundenstamm führen könnten. Ein kombiniertes Unternehmen sollt mittelfristig jedoch höhere Ertragspotenziale und Renditemöglichkeiten bieten als All for One „stand alone“.
Bildquelle: All for One Steeb