26.04.2017 HS erweitert Fertigungssoftware für produzierende Unternehmen

Einbindung von Fremdleistungen

Von: Johannes Tenge

Fremdfertigung in die eigenen Produktionsprozesse einzubinden ist für produzierende Unternehmen eine organisatorische Herausforderung. HS - Hamburger Software bietet kleinen bis mittelgroßen Betrieben jetzt ein Software-Paket an, das den Fertigungsdurchlauf vollständig abbildet und den Nutzern Übersicht verschafft. Hierzu hat der Hersteller seine Fertigungssoftware funktionell erweitert.

  • Schematische Darstellung des Fertigungsdurchlaufs: Über die Abrufhistorie können Nutzer der Fertigungssoftware von HS auf alle Belege zu einem Auftrag zugreifen.

  • Klaus Stierle: Je mehr Leistungen ein Produktionsunternehmen von Fremdfertigern erbringen lässt, desto wichtiger ist eine transparente, softwaregestützte Steuerung des Fertigungsdurchlaufs.

Viele Fertigungsunternehmen lagern Produktionsprozesse aus und beziehen Bauteile, Zwischenprodukte und weitere Leistungen von Lieferanten. Diese Fremdleistungen in die eigene Fertigung einzubinden bereitet manchem Betrieb jedoch Probleme.

Oft lässt sich zum Beispiel der Materialbedarf nur schwer ermitteln, weil die Lagerbestandsführung nicht aktuell ist. Dadurch verliert das Unternehmen den Überblick und die Produktionsabläufe geraten ins Stocken.

Brücke zwischen Fertigung und Warenwirtschaft

Die Ursache liegt nach Erfahrung von Klaus Stierle, Fertigungsexperte bei dem Hamburger Softwarehersteller HS, meistens im IT-Bereich: „Vor allem viele kleinere Fertigungsbetriebe mit bis zu 100 Mitarbeitern setzen zur Steuerung ihrer Produktion ungeeignete Tools auf Basis von Excel und Co. ein.“ Damit sei es aber nicht möglich, den Überblick zu behalten, den Materialbedarf zu ermitteln und die Bestände in Echtzeit zu verwalten.

HS bietet jetzt laut Stierle eine Software an, mit der sich der Fertigungsdurchlauf übersichtlich organisieren lässt. Sie verbindet das Warenwirtschaftssystem HS Auftragsbearbeitung mit einer fertigungsspezifischen modularen Erweiterung. „Die Integration von Fertigungsmodul und Warenwirtschaft sorgt dafür, dass die Bestandsführung zu jedem Zeitpunkt aktuell ist“, erläutert Stierle. Mit der aktuellen Version 2.90 sei zudem die Möglichkeit geschaffen worden, Fremdfertigungsprozesse in den Belegfluss einzubinden.

Automatische Ermittlung des Materialbedarfs

Die erweiterte Fertigungssoftware hilft Unternehmen, die Materialmenge zu ermitteln, die jeweils für einen Auftrag an den Fremdfertiger zu liefern ist. Im Rahmen eines Fertigungsvorschlags bestimmt die Anwendung – auftragsbezogen oder auf Basis der Lagerbestände – den Materialbedarf. Außerdem erkennt sie automatisch, welche Leistungen von welchen Lieferanten zu erbringen sind. Bestätigt der Anwender den Vorschlag, wird für das ermittelte Material ein Fremdfertigungsauftrag erzeugt, der als Beleg an den Fremdfertiger mit ausgeliefert wird. Die Software zeigt zudem an, welches Material in welcher Menge bestellt werden muss.

Auch die Bestellungen der Leistungen beim Fremdfertiger lassen sich mithilfe der Software generieren. Die Nutzer wissen jederzeit, welche Aufträge bei den Lieferanten offen sind. Geht die Ware bzw. die Fremdleistung ein, werden die gelieferten Mengen durch die Fertigmeldung des Auftrags automatisch wieder zugebucht.

Damit stehen sie für weitere Fertigungsprozesse zur Verfügung. Des Weiteren ordnet die Software die Eingangsrechnung des Fremdfertigers der Bestellung zu, wodurch der Belegfluss abgeschlossen wird. Über die Funktion der Abrufhistorie können die Nutzer auf alle Belege zu einem Auftrag zugreifen.

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