Ulrich Dietz, Vorstand bei GFT Technologies
IT wird beim Ausstieg aus der Atomkraft eine wichtige Rolle spielen. Denn für den erfolgreichen Ausbau erneuerbarer Energien sind gewaltige Investitionen in die intelligente Steuerung von Wind- und Solarkraft nötig. Bisherige Erfolge beim Aufbau erneuerbarer Energien sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die weiteren Ausbauschritte gewaltige Kraftakte erfordern.
Bislang wird in der öffentlichen Diskussion der Ausbau der Stromnetze und Speichertechnologien wie Pump- und Druckluftspeicherwerke oder Batterien als Engpass angeführt. Viel zu wenig wird aber beachtet, dass die Versorgungssicherheit im Zeitalter der erneuerbaren Energien nur durch die intelligente Steuerung von Stromangebot und -nachfrage gewährleistet werden kann.
Die deutsche IT-Industrie muss also mit kreativen Lösungen einen signifikanten Beitrag zu diesem Wandel leisten. Wenn wir in diesem Bereich schnell sind, können allein in IT-Unternehmen in den nächsten Jahren 50.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ein Ideenwettbewerb für intelligente Stromnetze, die so genannten Smart Grids, kann den Ausbau der erneuerbaren Energien beschleunigen, weil die IT bei der Anpassung der Nachfrage an das Sonnen- und Windaufkommen eine entscheidende Bedeutung hat.
Geschäftsmodelle, mit denen der Energieverbrauch über Preismechanismen in wind- und sonnenreiche Zeiten geschoben werden kann, benötigen intelligente Steuerungen. Das ist eine riesige Chance. Noch sind wir in dieser Disziplin in Deutschland nicht führend. Wollen wir mit erneuerbaren Energien Ernst machen, dann muss die IT-Branche jetzt sofort die Kapazitäten erheblich aufstocken. Denn die Chancen auf den Weltmärkten für Smart Grids sind immens.