Ein Ulmer Software-Unternehmer mit Ecken und Kanten

Ernst Wilken ist tot

Der Software-Unternehmer Ernst Wilken ist am 21. Juni im Alter von 76 Jahren gestorben. Er hatte 1977 in Ulm die Wilken GmbH gegründet, die inzwischen von seinem Sohn Folkert geleitet wird und im Jahr 2015 mit über 500 Mitarbeitern einen Umsatz von mehr als 60 Mio. Euro erzielte.

Ernst Wilken wurde 76 Jahre alt

Wilken, mit familiären Konflikten, einer üppigen „Betriebsrente“ und seiner Stiftung immer wieder gut für eine Schlagzeile in der Lokalpresse, war einer der erfolgreichen Gründer der Software-Branche in Deutschland. 1977, als der erste richtige PC – komplett mit Tastatur und Bildschirm ausgestattet – auf den Markt kam, hatte Wilken eine Vision für betriebswirtschaftliche Software. Seine Vision wird zur Maxime für die Wilken GmbH: Software für Menschen.

Nach der Gründung baute er sein Unternehmen zu einem namhaften Hersteller betrieblicher Software aus. Mit mehr als 520 Mitarbeitern an fünf Standorten in Deutschland und der Schweiz hat sich die Wilken-Gruppe als unabhängiger Hersteller, Anbieter und Integrator von Anwendungen für das Finanz- und Rechnungswesen, die Materialwirtschaft sowie die Unternehmenssteuerung etabliert. Zusätzlich werden Wilkens Branchenlösungen in der Energie-, Finanz- & Versicherungs-, Sozial- und Tourismuswirtschaft eingesetzt.

Stiftung gegründet

Seit dem Jahr 2010 leitet Wilkens Sohn Folkert die Geschicke des Softwarehauses, das erst kürzlich eine neue Generation seiner Software-Produkte auf den Markt gebracht hat. Der Firmengründer Ernst Wilken hatte sich längst aus der aktiven Geschäftsführung zurückgezogen. Aber: die Sorge um Nachhaltigkeit sowie Vereinbarkeit von Wissenschaft und Beruf betrieb er in seiner Stiftung aktiv weiter. Außerdem mischte er sich immer wieder ein, bis zum Jahresbeginn 2012 der Generationswechsel in der Führung der Wilken GmbH endgültig vollzogen wurde.

Firmengründer Ernst Wilken und sein Sohn Folkert Wilken, der Anfang 2010 nach langen Querelen erneut die Geschäftsführung übernommen hatte, verteilten 2012 die Stimmrechte in der Wilken Treuhand neu – und sorgten so für Frieden. Seither sind die Anteile, die bisher dem Komplementär Ernst Wilken und dem Kommanditisten Alexander Hirn gehört hatten, auf ein Führungsteam der Firma übertragen worden. Damit teilen sich der Komplementär Folkert Wilken und dieses Team ab sofort zu gleichen Teilen die Verantwortung in der Wilken Treuhand, in der sämtliche Gesellschafterstimmrechte der Wilken GmbH zusammengeführt sind. Der Firmengründer hat sich seither vornehmlich seiner Stiftung gewidmet.

Das Erbe geordnet

„Ich freue mich, dass wir nun die Führung der Wilken Unternehmensgruppe so geordnet haben, dass ein solides Fundament für das Wachstum der kommenden Jahre gegeben ist“, sagte der Software-Pionier damals. „Für mich war es dabei wichtig, dass das Management entscheidend in die Verantwortung miteinbezogen wird. Damit ist sichergestellt, dass Entscheidungen stets im Konsens und im Interesse des Gesamtunternehmens gefällt werden." Und sein Sohn Folkert ergänzte: „Im Rahmen der Gespräche zu dieser Neuorganisation konnten wir zudem sämtliche Unstimmigkeiten ausräumen, die zwischen mir und meinem Vater in den vergangenen Monaten entstanden waren.“

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