AS/400 weiterhin im Einsatz

ERP-Umstieg bei Hauhinco

Bei der Software-Auswahl war die AS/400 nicht gesetzt – blieb aber doch.

Von links: Hauhincos Finanzchef Dr. Stephan Wittkop, Geschäftsführer Bernd Putze und IT-Leiter Lutz Stockhausen

Wasser – eines der kraftvollsten Elemente unserer Welt und daher nachhaltige Energiequelle für Industrie und Bergbau. Allerdings kann Wasser seine Dynamik nur dann optimal ausspielen, wenn es perfekt beherrscht wird. Integriert in einem System, das den Wirkungsgrad einer Anlage effektiv erhöht und damit Kosten spürbar senkt. Das weiß man bei Hauhinco, im Jahr 1908 als Bergbauzulieferer gegründet und heute einer der Weltmarktführer wasserhydraulische Anlagen.

Hauhinco liefert maßgeschneiderte Gesamtlösungen aus langlebigen Pumpen, Ventilen und Steuerungen. Und zwar aus einer Hand – von der ersten Idee bis hin zur Inbetriebnahme. Das Geschäftsfeld Bergbau existiert nach wie vor, doch mit wasserhydraulischen Systemen werden immer mehr Industriebereiche adressiert.
Um den Wandel auch prozesstechnisch und mit Blick auf die Zukunft zu unterfüttern, legte das Unternehmen aus Sprockhövel im südlichen Ruhrgebiet in den letzten drei Jahren in Sachen IT erheblich nach – mit neuer ERP- und Business-Intelligence-Software. Ziel der Umstellung war es, die Qualität in der Projektabwicklung zu halten und, wo möglich, noch zu steigern.

Dazu hat Hauhinco die ERP-Software Oxaion Business Solution eingeführt – und kurze Zeit später eine Business-Intelligence-Lösung aus dem Hause Stas. Abgelöst wurde Anfang 2011 ein von Ratioplan entwickeltes System, das bereits 1988 eingeführt worden war. Im Laufe der Jahre waren daran so viele Anpassungen vorgenommen worden, dass diese Software quasi maßgeschneidert, allerdings nicht mehr zeitgemäß war. Das begann damit, dass es keine grafische Oberfläche gab, und endete mit einer Reihe von Problemen bei der Abwicklung des zunehmend komplexer werdenden Projektgeschäftes. Die Module, die zur Abbildung dieser Prozesse notwendig wären, existieren nicht und sind demnach auch nicht nachzukaufen.

„Im Nachhinein bin ich froh, dass wir bei der AS/400 geblieben sind!“

Somit fiel die Entscheidung, eine komplett neue Lösung anzuschaffen. Im Kurzinterview erläutern Geschäftsführer Bernd Putze, Finanzchef Dr. Stephan Wittkop und IT-Leiter Lutz Stockhausen, wie Hauhinco dabei vorging. Die Serverplattform war bei der Software-Auswahl übrigens nicht gesetzt; heute ist man beim langjährigen AS/400-Anwender aber sehr froh, ihr trotzdem treu geblieben zu sein.

Wie haben Sie Auswahl und Implementierung angepackt?
Dr. Stephan Wittkop:
Zusammen mit einer IT-Beratung wurde an­hand eines Anforderungskatalogs eruiert, welches System passen könnte. Gemeinsam wurde nach entspre­chenden Software-Anbietern gesucht.
Lutz Stockhausen: Mit der Implementierung begannen wir 2010, live gingen wir im Januar 2011. Es war ein einschneidender Schritt; einigen Mitarbeitern fällt es immer noch schwer, sich mit dem neuen System anzufreunden. Auch sind wir aus unserer Sicht noch lange nicht fertig. Zur Einführung selbst: In enger Zusammenarbeit mit Oxaion bildeten wir Workshops in den einzelnen Abteilungen, um die Prozesse und Abläufe exakt zu definieren. Dies dauerte etwa ein Jahr, was damit zu begründen ist, dass wir im Vergleich zur Vorgängersoftware prozesstechnisch erheblich umdenken mussten. Denn manche Prozesse laufen in einem modernen ERP-System anders ab, als die Mitarbeiter es lange Zeit gewohnt waren. Dies erschwert den Umstieg. Zusätzlich waren wir gefordert, unsere Prozessergebnisse detailliert an die Projektmitarbeiter von Oxaion zu liefern. Insgesamt funktionierte dieses Vorgehen sehr gut, so dass wir Anfang 2011 den Hebel endgültig umlegen konnte. Seitdem läuft das System stabil.

Waren Anpassungen notwendig?
Dr. Wittkop:
Natürlich! Außerdem sind in der Zwischenzeit bereits weitere Prozesse hinzugekommen oder haben sich weiterentwickelt, so dass wir bis heute nicht fertig sind mit einzelnen Nachbesserungen. Was Oxaion auszeichnet, ist die Integriertheit des Systems. Für ein ERP-System bietet die Software sehr gute PPS-Funktionen für Mittelständler unserer Größe. Sei es ein grafischer Leitstand oder die Feinplanung – damit kommt man bereits sehr weit, ohne dass man viel in spezielle MES-Lösungen investieren müsste. Besonders zu erwähnen ist zudem das integrierte Projekt-Tool, über das wir alle Projekte, auch Forschungsprojekte, abwickeln. Dies ist eine der eigentlichen Stärken der Software. 

Welche Anbieter wurden noch in Betracht gezogen?

Stockhausen: Von zehn Anbietern, die uns die Berater vorgeschlugen, wählten wir die Top 3 aus, die ihr Produkt in Rahmen zweitägiger Workshops vorstellten. Obwohl SAP funktional ganz vorn mit dabei war, mussten wir feststellen, dass es vom Handling her viel zu mächtig für uns gewesen wäre. Daher wurde SAP bewusst außen vor gelassen.

Sie setzen seit Jahren auf IBM i. War das bei der Auswahl ein Faktor?
Stockhausen:
Nein, die Hardware war nicht das Hauptargument. Dabei bin ich im Nachhinein froh, dass wir bei unserer bewährten Hardware geblieben sind. Denn die AS/400 ist nach wie vor eine sichere Maschine, die ganz wenig administrativen Aufwand erfordert.

Die Hauhinco Maschinenfabrik
Seit über 100 Jahren bietet der Marktführer im Bereich Wasserhydraulik Systemlösungen für spezielle Anforderungen im Industriebereich und Bergbau an. Ob Einzelkomponenten wie Hochdruckpumpen und Ventile oder kundenspezifische Gesamtlösungen – der Mittelständler versorgt seine Kunden mit Engineering- und Serviceleistungen. Von den 110 Mitarbeitern des langjährigen AS/400-Anwenders sind 3,5 in der IT-Abteilung beschäftigt.
www.hauhinco.de

Bildquelle: Mike Henning

©2026Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH

Unsere Website verwendet Cookies, um Ihnen den bestmöglichen Service zu bieten. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmen Sie der Verwendung zu. Weitere Infos finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

ok