Die Temenos Enterprise Frameworks Architecture (Tefa) besteht aus sechs Frameworks
Weil die nunmehr sechs Tefa-Frameworks eine Evolution der T24-Architektur (mit bisher vier Frameworks) darstellen, ist für John Schlesinger, Chief Enterprise Architect bei Temenos, eine inkrementelle Einführung bei niedrigeren Risiken und Kosten möglich. Das Ziel sei nicht die Neuerfindung des Rads. „Wir wollen uns auch nicht mit der Entwicklung von Middleware, Workflow oder sonstiger generischer Software befassen“, so Schlesinger weiter. Man konzentriere sich ausschließlich auf die Weiterentwicklung der Bankingsoftware, mit mehr als 1.500 Implementierungen in über 125 Ländern rund um den Globus.
Die Java-Software T24, die zu den ersten für die neuen Pure Systems zertifizierten Applikationen zählt, läuft seit 2005 auch auf der Plattform IBM i. Tefa werde als Teil einer evolutionären Roadmap bereitgestellt, die im Verlauf der nächsten drei Jahre auf den Markt kommen soll, so Schlesinger. Zwei der Frameworks – Plattform- und Interaction-Framework – sind im neuesten Release 12 der auch auf dem System i einsetzbaren Banksoftware T24 verfügbar. Die Integrations- und Design-Frameworks sollen ab T24 R13 verfügbar werden, und die Daten- und Komponenten-Frameworks dann innerhalb der nächsten drei Jahre folgen.
Das Komponenten-Framework separiert dann die Module der T24-Suite in mehrere Produkte. Das Ziel: Die Banken können genau die Lösungen implementieren, die sie benötigen, ohne dafür das gesamte Core-Banking-System ersetzen zu müssen. Dadurch werden die Risiken in Verbindung mit Umstellungen minimiert. Aufgrund des Appstore-Charakters dieser Architektur sollen sich auch Anwendungen von anderen Anbietern in die Suite integrieren lassen.
Das Interaktions-Framework bietet laut Schlesinger „eine hochwertige Benutzeroberfläche und Benutzererfahrung“. Es zieht einen Trennstrich, weil sich Benutzeroberflächen schneller verändern als Bankfunktionen. Auf diese Weise kann die Benutzeroberfläche flexibel an die kontinuierlich ändernden Kunden- und Mitarbeiteranforderungen angepasst werden. Wenn ein Unternehmen neben T24 mehrere Softwareplattformen betreibt, lassen sich auf Basis des Interaktions-Frameworks all diese Systeme miteinander verknüpfen und User-Agenten erstellen, die präzise auf die Anforderungen der Bank zugeschnitten sind.
Einen Trennstrich zieht auch das Integrations-Framework: Es verbindet die Banking-Funktionen mit einem Integrations-Hub, der Viele-zu-Viele- anstelle von Eins-zu-Eins-Integrationen erlaubt. Diese codefreie Integration verringert durch die Anwendung eines vordefinierten Satzes von Geschäftsregeln auf alle Transaktionen den Zeitaufwand für die Implementierung erheblich.
Das Daten-Framework trennt Transaktions- von Berichtsdaten, zur Optimierung der Verarbeitungseffizienz und Datensichtbarkeit. Vor dem Hintergrund der Verlagerung von Bankdienstleistungen aus der Filiale ins Internet, aber auch durch mobile Absatzkanäle wird die Look-to-Book-Quote um das 100-fache ansteigen, prophezeit Schlesinger. Um den Kunden sinnvolle Informationen anbieten zu können, müssten deshalb Read-Only-Daten von Read-Write-Daten getrennt und nur Änderungen als Backup gesichert werden. Das Volumen der Transaktionsdatenbank wird viel kleiner, der Umzug der Bank in die Cloud erleichtert.
Das Design-Framework separiert die Run-Time-Daten einer laufenden Produktionsumgebung von der modellbasierten Entwicklungsumgebung. Das senkt das Risiko, Livedaten oder -strukturen zu verändern. Eine modellbasierte Entwicklung reduziert diese Risiken und minimiert den Zeitaufwand für die Konfiguration und Anpassung von Bankingsystemen, wodurch kürzere Markteinführungszeiten ermöglicht werden.
Das Plattform-Framework soll gewährleisten, dass die Software T24 technologieunabhängig bleibt und für ihren Betrieb nichts weiter als Commodity-Kenntnisse erforderlich sind. Es soll auch eine problemlose Einführung neuer Betriebsmodelle erlauben, etwa die Ausgliederung von Anwendungen in die Cloud oder die Integration mobiler Funktionalität – und zwar ohne eigene Middleware. Dadurch wird das erforderliche Know-how für die Banken reduziert und eine breitere Auswahl angeboten.
Bildquelle: Temenos