07.02.2017 Vision Solutions verkauft Double-Take an Carbonite

Fokus wieder auf IBM i

Von: Berthold Wesseler

Vision Solutions hat die Backup- und Replikationssoftware Double-Take am 1. Februar für gut 65 Mio. Dollar an Carbonite verkauft. Damit besinnt sich der im vergangenen Juni von der Investmentgesellschaft Clearlake Capital Group übernommene Hochverfügbarkeitsexperte Vision auf seine Wurzeln im AS/400, nachdem der damalige Eigentümer Thoma Bravo im Mai 2010 noch 242 Mio. Dollar locker gemacht hatte, um die Firma Double-Take und ihre Windows-Lösung zu kaufen.

Die Produkte für die Microsoft-Welt und die IBM Power Systems sind ebenso unterschiedlich wie ihre Vertriebskanäle über Systemhäuser. Das macht die Trennung einfach. Auch deshalb hat sich Clearlake für den Verkauf von Double-Take entschieden. Damit wird der Fokus geschärft und frisches Kapital für Akquisitionen beschafft, denn Clearlake will Vision Solutions als M&A-Plattform nutzen.

Visions Ziel ist nicht länger ein plattformübergreifendes Angebot von Hochverfügbarkeitslösungen, sondern eine spezifische Systemsoftware-Palette für die IBM Power Systems rund um die Produkte Mimix und iTera. Nicht verkauft wurden deshalb die beiden Double-Take for AIX (ab sofort Mimix for AIX) und Share (ab sofort Mimix Share, für das Daten-Sharing zwischen den Plattformen IBM i, AIX, Linux und Windows).

Double-Take war 1991 als NSI Software gegründet worden, wurde 2006 umgetauft und an die Börse gebracht und schließlich 2010 von Vision gekauft. Carbonite erweitert mit der Übernahme erneut das Portfolio an Backup- und Disaster-Recovery-Lösungen, nach der Übernahme der Seagate-Tochter Evault für 14 Mio. Dollar im Dezember 2015 und der des deutschen Anbieters Mailstore für 20 Mio. Dollar ein Jahr zuvor.

Carbonite will die Double-Take-Büros in Indianapolis, Chicago, Paris und in der Nähe von London beibehalten und mit rund 140 neuen Mitarbeitern die Belegschaft auf mehr als 1.000 Köpfe aufstocken. Double-Take bringe außerdem mehr als 5.000 Kunden und rund 500 Partner mit, heißt es.

Update: Auch in Deutschland wird der Verkauf bereits umgesetzt. Visions bisheriger Deutschland-Chef Rüdiger Gunther hat als „Director of Regional Sales - Central Europe“ bei Double-Take @ Carbonite Germany GmbH bereits den Arbeitgeber gewechselt. Er hat zwar die Telefonnummern mitgenommen, arbeitet nun aber von der Carbonite-Niederlassung in Ismaning aus. Die Aufteilung wird dadurch erleichtert, dass Double-Take schon 15 Monate als eigenständige Open-Systems-Schwester von Vision Solutions agiert.

Etwa die Hälfte der deutschen Vision-Belegschaft ist zu Carbonite gewechselt. Das Vision-Büro in der Münchener Terminalstraße ist deshalb zu groß, doch für dieses Jahr noch angemietet. Vision sucht aber bereits eine neue Deutschland-Zentrale. Ansprechpartner für Kunden, Partner und Interessenten bleibt Gerd Baumann, der auch bisher das Power-Geschäft verantwortet hatte.

Übrigens arbeitet Thomas Kasper, bisher als „Executive Director DACH“ neben Anthony Folger und Philip Weber einer der drei Geschäftsführer von Carbonite in Ismaning, nicht mehr für das Softwarehaus.

Bildquelle: Thinkstock/ iStock

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