Erwartet für 2013 endlich schwarze Zahlen aus München: Prof. Janusz Filipiak, Gründer und CEO der Comarch S.A., Krakau.
Aus dem vorläufigen Geschäftsbericht seien einige der jetzt vorliegenden Eckdaten der Comarch-Bilanz zusammengestellt: Demnach verbesserte sich nach erheblichen Restrukturierungen das EBITDA gegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mio. € auf -1,2 Mio. Euro, während der Verlust beim Konzern-EBT von 7,1 auf 4,4 Mio. Euro gedrückt werden konnte. In diesen Zahlen sind einmalige – nicht ausgabenwirksame – Buchverluste durch eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 0,5 Mio. (Vj. 2,9) Euro enthalten. Die Entwicklungskapazität wurde in 2011 vermindert, ist aber noch relativ hoch; damit verbunden waren relativ hohe fixe Personalaufwendungen.
Das Ergebnis wurde auch durch Sonderaufwendungen für die mit Personal-abbau verbundene Restrukturierung in Höhe von ca. 0,8 Mio. Euro belastet. Am Jahresende 2011 beschäftigte die frühere SoftM inklusive Freiberufler 244 (Vj. 318) Mitarbeiter. Durch die Einbindung in die Comarch Group, Krakau, sei es gelungen, „dieses finanziell sehr schwierige Jahr zu bewältigen“, heißt es im Geschäftsbericht; im Jahr 2011 habe die Comarch Group einen Konzernumsatz von ca. 190 Mio. Euro und ein Konzernnettoergebnis von ca. 9 Mio. Euro erzielt. Da die Polen unmittelbar 5.902.432 Stückaktien der Gesellschaft halten und damit insgesamt 95,0002% des Grundkapitals der Gesellschaft besitzen, fordern sie jetzt Übertragung der Aktien der Minderheitsaktionäre, „gegen Gewährung einer angemessenen Barabfindung“.
In Deutschland dagegen sind die Zahlen weiter tiefrot. Aufgrund des negativen steuerlichen Einkommens waren für das Geschäftsjahr 2011 keine periodischen Ertragssteuern zu zahlen. Zum teilweisen Ausgleich des Jahresfehlbetrages wurde der Ertrag aus der Kapitalherabsetzung in Höhe von 4,3 Mio. Euro und die Kapitalrücklage in Höhe von 2,8 Mio. Euro herangezogen. Der Bilanzverlust beträgt danach 0,4 Mio. (Vj. -2,0) Euro, die bestehenden Kapital- und Gewinnrücklagen sind damit vollständig aufgelöst.
Durch die über die Kapitalerhöhung insgesamt zugeflossenen Finanzmittel von rund 6,9 Mio. Euro konnten die im Vorjahr beanspruchten Kontokorrentkredite im Volumen von 1,6 Mio. Euro vollständig zurückgeführt werden. Zum Stichtag bestand lediglich ein Darlehen aus der kurzfristigen Absatzfinanzierung im Hardwarebereich von 0,2 Mio. Euro. Der Finanzmittelbestand lag am Bilanzstichtag bei 2,2 Mio. Euro gegenüber 0,5 Mio. Euro im Vorjahr. Die Finanzmittel sind in Höhe von 0,3 Mio. Euro zur Besicherung von Aval-Krediten verpfändet. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Darlehen der polnischen Mutter in Höhe von 2,7 Mio. Euro enthalten.
Beim Ausblick sind die Münchener verhalten optimistisch. Für das Jahr 2012 rechnet der Comarch-Vorstand zwar mit einem weiteren Umsatzrückgang, aber dann 2013 mit einer moderaten Umsatzerhöhung gegenüber 2012. Aufgrund des Kostensenkungsprogramms erwartet er nach einem „erheblichen Abbau des Konzernverlustes“ im laufenden Jahr für 2013 endlich ein positives Konzernergebnis. Aufgrund der Einbindung in das Finanzsystem der Comarch Group, Polen, kann die Comarch Software und Beratung AG bis auf weiteres davon ausgehen, dass sich hieraus in den nächsten 18 Monaten - ausgehend vom Bilanzstichtag - keine bestandsgefährdenden Risiken ergeben. Konkrete Finanzierungszusagen bestehen derzeit für einen Zeitraum von 15 Monaten.
Vorläufiger Geschäftsbericht der Comarch Software und Beratung AG
Bildquelle: Comarch Software und Beratung AG