Peter Hartmann ist Vorsitzender des Vorstandes der SPH AG.
Schnell ein paar Softwarebalkone an die Warenwirtschaft angebaut – und schon ist die Tür zum lukrativen E-Business aufgestoßen. Denn das Gebot der Stunde heißt ja Multi-Channel-Vertrieb. Doch der Wettbewerb im E-Commerce ist extrem hart und die Anforderungen an den Service sind enorm. 20 Sekunden Wartezeit im Shop? Zu viel – der Kunde klickt zum Wettbewerb. Lieferzeit mehr als 24 Stunden? Inakzeptabel für die Generation online. Das Retourenmanagement ist nicht 100 Prozent kundenorientiert? Den Kunden sehen Sie nie wieder. Nur zwei verschiedene Zahlungsmöglichkeiten? Geht gar nicht.
Natürlich ist es technisch machbar, all die Funktionen, die nötig sind, um das gefragte Servicelevel zu erreichen, über Schnittstellen an die Warenwirtschaft anzukoppeln. Doch Vorsicht ist geboten, denn sonst werden aus den schmucken Balkonen schnell hässliche und vor allem teure Investitionsruinen oder ewige Baustellen.
Eine sichere Brücke von einer vorhandenen Warenwirtschaft in den Onlinehandel kann mit einer Standardlösung für E-Commerce geschlagen werden. Derartige Softwarelösungen sind im Markt auch für die AS400-Welt reichlich vorhanden. Aus wirtschaftlicher Sicht sind Standardlösungen nicht nur mittel-, sondern sogar kurzfristig attraktiver als Individualkonstrukte. Ein ROI innerhalb von zwei Jahren ist keineswegs Utopie. Beim Schritt in die Welt des eCommerce sollte die Devise daher lauten: Ganz oder gar nicht. Denn „ganz“ lohnt sich – alles andere gar nicht.