Andreas Wodtke, sagt im Interview: „Wir haben das Modellangebot gestrafft."
Einer aktuellen Bitkom-Umfrage zufolge ist die Zahl kleiner Rechenzentren rückläufig, während die Zahl großer Data Center zunimmt. Warum ist das so – und spiegelt sich dieser Trend in der aktuellen IBM-Produktoffensive wider?
Andreas Wodtke: Die Ankündigung von Highend-Produkten bedeutet nicht, dass wir die Bedürfnisse des Mittelstandes vernachlässigen. Ganz im Gegenteil. Unser Ziel ist ein komplettes Portfolio, das nicht nur aus Hardware besteht, sondern auch Software, Services und Integrationsleistungen umfasst.
Für Unternehmer stellt sich oft die Frage, inwieweit sie mit kleinen Rechenzentren alle Anforderungen adäquat abbilden und auf Veränderungen des Marktes schnell reagieren können. Der zunehmende Rückgriff auf Cloud-Services, wie etwa das von IBM zur Cebit vorgestellte Konzept sogenannter City Clouds, kann für Mittelständler eine sinnvolle Alternative sein.
Ein weiterer Grund für den Rückgang bei kleinen Data Centern ist sicher auch der Trend zur Konsolidierung. Wenn ein Unternehmen auf Veränderungen des Marktes reagieren muss, ist es einfacher, ein zentrales Rechenzentrum zu restrukturieren als vier oder fünf verteilte.
Welche Migrationspfade gibt es für Nutzer von Express-Servern auf Basis von Power 6, die von IBM abgekündigt wurden?
Wodtke: Auch bei den Express-Servern hat es eine Reihe von Verbesserungen gegeben, sowohl hinsichtlich der Performance als auch des Energieverbrauchs. Diese bringen unter Kosten-Nutzen-Aspekten deutliche Vorteile.
Applikationen, die früher beispielsweise den Einsatz von Express-Power--750-Servern erforderten, können heute oft mit 740-Modellen betrieben werden. Generell ist es so, dass es viele funktionale Überschneidungen gab. Ein Umstand, der Kunden gelegentlich verwirrt hat. Deshalb haben wir das Modellangebot gestrafft.
Was unterscheidet diese Modell- und Entwicklungsstrategie von der Ihrer Mitbewerber?
Wodtke: In erster Linie die Tatsache, dass IBM jährlich 6 Mrd. Dollar in Forschung und Entwicklung investiert, wobei etwa die Hälfte auf die Hardware-Entwicklung entfällt. Ein konkretes Ergebnis der dadurch gewonnenen Expertise ist sicher das bereits im April vorgestellte Puresystem-Konzept.
Etwas Vergleichbares gibt es derzeit am Markt nicht. Es ist das einzige System, das Server, Storage und Netzwerkkomponenten unter dem Dach eines einheitlichen Systemmanagements kombiniert. Damit werden die Administrationskosten massiv gesenkt, und das ist nun einmal eine wesentliche Stellschraube bei der Ermittlung der Total Cost of Ownership.