Das Monitoringsystem bewertet auch den Kraftstoffverbrauch der einzelnen Fahrer
Einer der ersten Schritte hin zu einem nachhaltigen Unternehmen ist die Erfassung der CO2-Emissionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Dies wird insbesondere in der Transport- und Logistikbranche immer wichtiger; hier soll die CO2-Bilanzierungssoftware alle im Geschäftsbetrieb anfallenden Emissionen genau erfassen – für Transporte (Lkw, Schiff, Bahn, Flugzeug) und Standorte ebenso wie für weitere spezielle Prozesse in der Supply Chain.
Die Analyse kann dabei laut Bernd Jaschinski-Schürmann, Manager Supply Chain Consulting bei Arvato Systems, in verschiedenen Tiefen erfolgen – vom „Corporate Carbon Footprint“ bis hin zum „Product Carbon Footprint“. Dies solle dazu beitragen, Emissionstreiber gezielt zu identifizieren und entsprechende Optimierungsmaßnahmen einzuleiten.
„Bei der Berechnung des Corporate Carbon Footprints werden sowohl direkte Emissionen, zum Beispiel durch Produktionsanlagen oder den Fuhrpark, als auch indirekte Emissionen, etwa durch Strom- und Gasverbrauch, Geschäftsreisen und Pendlerfahrten von Mitarbeitern berücksichtigt“, so Jaschinski-Schürmann. „Die Emissionen werden für jeden Verbrauchstreiber detailliert berechnet und können nach Geschäftsbereich, Standort, Prozess oder Produkt zusammengefasst werden.“
Diese Analysen basieren auf dem sogenannten „Greenhouse Gas Protocol“ und der DIN EN 16258. „Sie berücksichtigen alle relevanten und normgerechten Emissionsfaktoren gemäß dem Kyoto-Protokoll der Vereinten Nationen“, so Jaschinski-Schürmann weiter. Abhängig von den vorhandenen Daten lassen sich Gesamtkennzahlen ebenso ermitteln wie Einzeldaten, die bis auf Gebäude-, Hallen- oder Maschinenebene heruntergebrochen werden könnten. Eine Anbindung an Energiemanagementsysteme zur aktuellen Überwachung der Kennzahlen ergänzt das Portfolio.
„Speziell für das Transportmanagement gibt es Analysewerkzeuge, die unter anderem Transportmittel miteinander vergleichen, den zeitlichen Verlauf von Emissionen darstellen sowie Vorhersagen, Benchmarks und Simulationen ermöglichen“, erklärt Bernd Jaschinski-Schürmann. Durch den Vergleich der Soll- und Ist-Werte der CO2-Bilanz und die Überwachung individueller Kennzahlen schaffe das CO2-Bilanzierungstool umfassende Kontrollmöglichkeiten. „Die wesentlichen Stellschrauben im Bereich Transportlogistik sind nach wie vor die Lkw-Fahrer und der eingesetzte Fuhrpark“, weiß der Arvato-Experte. „Deshalb bewertet unser Monitoringsystem den Kraftstoffverbrauch der einzelnen Fahrer.“ In einer ersten Schulung können sie dann für eine spritsparende Fahrweise sensibilisiert werden.
Die so gewonnenen Erkenntnisse – insbesondere durch den Vergleich der Kraftstoffverbräuche vor und nach der Schulung – dienen der Verbesserung künftiger Trainingsmaßnahmen. In einem zweiten Verfahren wird durch eine intelligente Verbrauchsanalyse eines jeden Lkw die optimale Fuhrparkzusammensetzung ermittelt. „Durch das integrierte CO2-Bilanzierungs- und Monitoringsystem können CO2-Emissionen deutlich gesenkt und finanzielle Einsparungen im bis zu zweistelligen Prozentbereich erzielt werden“, so Jaschinski-Schürmann. Außerdem erhalten die Fuhrparkleiter zusätzliche Informationen über die Effizienz ihres Fuhrparks im Unternehmensvergleich und Hilfestellung bei der Einführung von Kraftstoffsparmodellen für Dienstwagenflotten.
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