Ergebnisrechnung "In-Memory" bei Klingele

Hana im Sidecar-Verfahren

Das Papierwerk Klingele, ein Hersteller von Wellpappenrohpapier und Verpackungen, hat die In-Memory-Lösung SAP Hana CO-PA Accelerator und das Analysetool Business Objects Analysis Edition für Microsoft Office eingeführt. Außerdem wird mit dem Lieferanten Christiansen Print jetzt auch RFID-Technologie zur Optimierung der gemeinsamen Logistikkette eingesetzt.

  • Ein Vorteil gegenüber Barcode: Der RFID-Chip wird im Rollenkern untergebracht

  • Dank RFID sind in der Abrollerübersicht sämtliche Angaben zum Papier stets aktuell und online verfügbar

Mit SAP Hana CO-PA will Klingele, ein international tätiges Familienunternehmen aus Remshalden bei Stuttgart, in seiner SAP ERP-Anwendung die Kostenverrechnungen für die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA) schneller erledigen und Analysen bis hinunter auf die Einzelpostenebene durchführen. Mit Unterstützung des SAP-Partners Orbis konnten die neuen Lösungen in nur zwei Monaten eingeführt werden.

Die für die Ergebnis- und Markt­segmentrechnung nötigen Daten aus dem ERP-System werden jetzt in „Echtzeit“ in die neue In-Memory-Lösung repliziert. Die ist dem ERP im Sidecar-Modell zur Seite gestellt, sodass die Auswertungen unmittelbar verfügbar sind. „Die Antwortzeiten bei Abfragen haben sich um das 50-fache verkürzt. Dauerte es vorher rund zehn Minuten, bis gewünschte Berichte vorlagen, sind es heute zehn bis 15 Sekunden“, sagt Klingeles IT-Leiter Oliver Schiessl.

Neues Frontend Business Objects Analysis

Mit dem neuen Frontend Business Objects Analysis, das veraltete SAP-Berichtsgeneratoren und ein „starres“ Abap-Reporting ersetzt, lassen sich Berichte zu Rentabilitäts- und Profitabilitätsanalysen außerdem erheblich einfacher erstellen als zuvor. Dem Controller werden die Kennzahlen­berichte dabei in der vertrauten Excel-Umgebung bereitgestellt, wo er die Daten dann problemlos weiterverarbeiten oder für Nebenrechnungen nutzen kann.

Zugleich kann das Controlling bei CO-PA-Analysen heute selbstständig Ad-hoc-Abfragen erstellen und nahezu in „Echtzeit“ ausführen. Indem sich Fachanwender benötigte Informationen in Form eines BI-Self-Service eigenständig beschaffen, sind sie auch unabhängiger von der IT-Abteilung, die daraus gleichfalls Nutzen zieht und frei gewordene Kapazitäten für andere Aufgaben nutzen kann.

RFID-Kooperation für reibungslose Logistik

 Mit ihrem Lieferanten Christiansen Print setzt die Klingele-Gruppe jetzt RFID-­Technologie zur Optimierung der gemeinsamen Logistikkette ein. Christiansen Print ist europäischer Marktführer im Bereich Preprint; das Unternehmen wickelt jährlich rund 15 Mio. qm Druckvolumen für Klingele ab.

Nun versieht Christiansen die Papierrollen für Klingele mit RFID-Transpondern, die mittels Funktechnik eine automatische Papierrollenidentifikation über die gesamte Prozesskette bis zum vollständigen Verbrauch der Rolle bei Klingele ermöglichen. Das optimiert die interne Logistik und stellt Transparenz bezüglich des Papierverbrauchs her.

Automatische Datenerfassung und die Verbindung der Logistikprozesse beider Unternehmen bringen Sicherheit und Verlässlichkeit in die Abläufe und sorgen für nahtlose Schnittstellen: Bereits im Warenausgang der Rollen bei Christiansen erfolgt der Versand eines digitalen Lieferscheins im XML-Format. Im Wareneingang bei Klingele erfolgt die Erfassung im  SAP-System und anschließend die Einlagerung mit Klammerstaplern, die die Produktdaten über RFID-Antennen automatisch aufnehmen.

Der genaue Lagerplatz wird im System erfasst, denn auch das Klingele-Lager läuft bereits seit Jahren RFID-gestützt. In der Produktion werden die Rollen mittels Antennen eingelesen und der Papierverbrauch exakt im SAP-System verbucht. Verbleibt ein Restbestand auf der Rolle, wird er automatisch ins System zurückgebucht.

Klingele bezieht jedoch zu rund 50 Prozent Papier von externen Lieferanten. Bei diesen Rollen muss der Transponder nachträglich manuell im Hülsenkern befestigt werden, was schwierig ist und wertvolle Zeit kostet. Für die Preprint-Lieferungen von Christian­sen ist dieser Aufwand nun nicht mehr erforderlich – angesichts des Liefervolumens ein signifikanter Vorteil.

RFID hat gegenüber Barcode einige Vorteile: Aufgrund seiner Position im Rollenkern wird der RFID-Chip nicht beschädigt, geht nicht verloren und bleibt über sämtliche Prozessschritte hinweg erhalten. Beim Barcode-Verfahren hingegen klebt das Etikett immer außen auf der Rolle; damit ist nach jedem Produktionsschritt eine Neuetikettie­rung erforderlich. Zudem muss sich das Etikett für die Erfassung immer in einer bestimmten Position zum Gabelstapler-Fenster befinden.

Über die Klingele Papierwerke

Das international tätige Familienunternehmen aus dem baden-württembergischen Remshalden gehört zu den führenden Herstellern von Wellpappenrohpapier. Abgedeckt wird die gesamte Prozesskette – von der Entwicklung und Herstellung der Ver­packungslösungen über die Beratung im Hinblick auf Automatisierungs­konzepte und Mikrologistik bis hin zur Logistikabwicklung und Just-in-time-Lieferung. Die Klingele-Gruppe, die sechs Wellpappenwerke, sechs Verarbeitungswerke und zwei Papier­fabriken in Europa hat, erzielte 2015 mit mehr als 1.300 Mitarbeitern rund 375 Mio. Euro Umsatz.

www.klingele.com

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