Während IDC von einem um 4 Prozent im Jahresvergleich auf 12,2 Mrd. Dollar geschrumpften Marktvolumen ausgeht, ist es bei Gartner ein Rückgang von 2,8 Prozent auf 12,6 Mrd. Dollar. Auslöser für den Rückgang ist der europäische Markt, der die Region EMEA (Europa, naher Osten und Afrika) prägt. Hier sank der Serverumsatz im 3. Quartal laut Gartner um 9 Prozent auf 2,96 Mrd. Dollar, der Absatz um 2,8 Prozent auf 598.000 Maschinen. Hier ist HP unangefochtener Marktführer vor IBM und Dell.
Knapp 75 Prozent steuern die x86-Server bei. Während der Umsatz mit diesen Standardservern laut IDC weltweit um 2 Prozent auf 8,9 Mrd. Dollar wuchs, schrumpfte das Geschäft mit Unix-Servern um 14,2 Prozent auf 2,1 Mrd. Dollar und das mit Mainframes und anderen Geräten um knapp 30 Prozent auf 1,2 Mrd. Dollar. Marktkenner führen das auf Generationswechsel bei praktisch allen wichtigen RISC-Servern und den IBM-Mainframes zurück.
Ganz analog schätzt die Gartner Group den Servermarkt ein, auch wenn sich die Zahlen im Detail unterscheiden. Weil die „kleinen“ PC-Server den Markt dominieren, wuchsen die Stückzahlen laut Gartner um 3,6 Prozent auf insgesamt 2,46 Mio. Geräte. Laut IDC wuchs der Serverabsatz im 3. Quartal 2012 um 0,6 Prozent auf 2,1 Mio. Stück.
Trotz aller Negativschlagzeilen der jüngsten Vergangenheit bleibt HP die Nr. 1 im Servermarkt (gemessen in Stückzahlen), musste aber wie auch IBM (Marktführer gemessen am Umsatz) und die beiden anderen Top Player Fujitsu und Oracle deutliche Einbussen hinnehmen. Von den führenden Anbietern konnten allein Dell und Cisco sowohl Marktanteil als auch Umsatz steigern. Cisco ist der Aufsteiger der Stunde – mit 40,4 Prozent mehr ausgelieferten Servern und einem Umsatzplus um 50,6 Prozent
Weil der Umsatz mit Unix-Rechnern, die noch zur Jahrtausendwende den Servermarkt dominierten, insgesamt um 14,2 Prozent schrumpfte, konnte IBM als Marktführer in diesem Bereich mit den Power Systems (1,19 Mrd. Dollar Umsatz, -2 Prozent) 7,9 Prozent Marktanteile hinzugewinnen – auch weil die einstmals dominierenden Unix-Protagonisten HP und Sun/Oracle schon lange schwächeln.
Auch für das laufende Jahresendgeschäft im europäischen Servermarkt erwartet Gartners Forschungsdirektor Adrian O’Connell ein Entwicklung ähnlich der des bisherigen Jahres – mit einer Nachfrageschwäche und begrenzten Marktchancen für alle Hersteller. Die sieht O’Connell allesamt unter permanentem Druck, Server der Konkurrenz abzulösen, um wachsen zu können. „Dieses vierte Quartal dürfte für keinen Serverhersteller eine besonders festliche Zeit werden“, erwartet O’Connell in seiner Prognose für den Servermarkt EMEA.