Beschleunigung von Big-Data-Analytics

IBM pusht Flash-Speicher

IBM hat knapp ein Jahr nach der Übernahme von Texas Memory Systems (TMS) neue Flash-Speicher vorgestellt und angekündigt, eine Milliarde Dollar in Forschung und Entwicklung zu investieren, um neue Flash-Lösungen in sein wachsendes Portfolio von Servern, Storage-Systemen und Middleware zu integrieren. Ein Zeitrahmen wurde allerdings nicht genannt.

Das Flash-System 820 speichert bis zu 24 Terabyte und begnügt sich mit einer Höheneinheit im Rack

Gestern IBM hat für den 15. April die Verfügbarkeit der Flash-Storage-Appliances angekündigt, die auf der Technologie von Texas Memory Systems basieren. Es gibt die vier Modelle 710, 720, 810 und 820, mit 5 bis 24 Terabyte Kapazität. Zu den Preisen wurde noch nichts gesagt.

Alle Modelle kommen mit einer Höheneinheit im Rack aus, wobei die x20-Modelle dank RAID5-Spiegelung der Flash-Discs höhere Ausfallsicherheit bieten können. Ein Flash-System 820, zum Beispiel, hat die Größe einer Pizza-Box, aber ist 20 mal schneller als sich drehende Festplatten und kann (mit RAID0) bis zu 24 Terabyte an Daten speichern - mehr als die doppelte Menge an gedruckten Informationen in der US Library of Congress.

Bisher wurden die Flash-Systeme von TMS unter dem Namen Ramsan vermarktet. Für die Host-Connectivity gibt es jeweils vier Ports für 8 Gigabit/s schnellen Fibre Channel sowie für Infinband-Anschlüsse mit 40 Gigabit/s. Die Lesebandbreite des Modells 820 liegt wie beim Flash-System 720 bei 5 Gigabit/s für 256 KB große Datenblöcke, die Schreibbandbreite mit 2,8 Gigabit/s allerdings deutlich niedriger.

Das liegt daran, dass bei den 8xx-Modellen statt SLC als Flashspeicher-technologie eMLC mit höherer Speicherdichte zum Einsatz kommt. Kann eine SLC-Speicherzelle (Single Level Cell) beim 7xx-Modell nur jeweils ein Bit aufnehmen, speichert „enterprise Multi Level Cell“ mehr als ein Bit pro Zelle. Zwar spart eMLC Platz und Kosten, doch dauert das Abspeichern von mehreren Bits pro Zelle länger und erhöht bei einem Ausfall der Zelle die Bitfehlerrate, was komplexere Fehlerkorrekturverfahren erforderlich macht und ebenfalls Zeit kostet.

Flash, eine wiederbeschreibbare Speichertechnologie auf Basis von digitalen Speicherchips, kann die Antwortzeiten der Informationsbeschaffung in Server- und Storage-Systemen von Milli- auf Mikrosekunden beschleunigen. Da die „Solid State Discs“ keine beweglichen Teile enthalten, sind laut IBM mittlerweile zuverlässiger, langlebiger und energieeffizienter als rotierende Festplatten. Das habe dazu geführt, dass Flash-Technologie in Form von USB-Sticks und MP3-Playern die Unterhaltungselektronikindustrie durchdringt und in fast alles, vom Handy bis zum Tablet-Computer, eingebaut wird.

„Die Wirtschaftlichkeit und Leistungsfähigkeit von Flash sind an einem Punkt angelangt, an dem die Technologie revolutionäre Auswirkungen auf Unternehmen, insbesondere für transaktionsintensive Anwendungen haben kann“, sagt Ambuj Goyal, General Manager für Speichersystem bei der IBM Systems & Technology Group. Man werde zwölf Kompetenzzentren rund um den Globus zu eröffnen, in den Kunden Proof-of-Concept-Szenarien mit realen Daten ablaufen lassen können, um die Performance-Gewinne, die mit IBM Flash-Lösungen erreicht werden können, zu messen. Die Kompetenzzentren sollen bis Ende des Jahres in Betrieb gehen, eines davon auch in Deutschland.

Anwender der Flash-Systeme können laut IBM eine bis zu neunzigprozentige Reduktion in der Transaktionszeit für Anwendungen erreichen; eine bis zu fünfundachtzigprozentige Reduzierung sei bei Batch-Jobs, ERP-Anwendungen und Business Analytics beobachtbar. Dazu komme eine bis zu achtzigprozentige Senkung des Energieverbrauchs in Rechenzentrumskonsolidierungen und bei Cloud-Implementierungen.

Sprint Nextel hat vor kurzem einen Vertrag mit IBM abgeschlossen, um neun 820-Flashsysteme mit insgesamt 150 TB zusätzlichem Flash-Speicher zu installieren. Als Early Adopter von Flash suchte Sprint nach einem Weg, um die Leistung und Effizienz der telefonischen Aktivierungsanwendung zu verbessern. Als die verfügbare Leistung stieg und der Energieverbrauch gesunken war, begann man, die Flash auch in anderen Teile des Rechenzentrums zu nutzen. Laut Sprint-Verantwortlichen ist diese jüngste Installation Teil der neuen Unternehmensstrategie, die aktivsten Daten auf Flash-Speicher-Systeme zu legen.

www.ibm.com/systems/storage/flash/  

Bildquelle: IBM 

 

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