Gründer der Steeb GmbH wurde 73 Jahre alt

Helmut Steeb gestorben

Helmut Steeb ist am 2. November im Alter von 73 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Der erfolgreiche Unternehmer hatte seine 1974 gegründete Software-Schmiede im Jahr 1991 an die SAP verkauft, die damit nach mehreren gescheiterten Anläufen endlich auch im Mittelstand reüssierte und fünf Jahre später ihr damals noch neues R/3-System auch auf der AS/400 zum Laufen brachte. Helmut Steeb blieb seinem Unternehmen, das nach einem strategischen Schwenk der SAP 2011 an den Partner All for One verkauft wurde, bis zum Jahr 2000 als Geschäftsführer verbunden. Danach gründete er die Steeb Management Consulting GmbH in Abstatt und befasste sich seither mit strategischen Fragen der Unternehmensentwicklung.

Software-Unternehmer Helmut Steeb war in den 90er Jahren der „Mittelstand-Mann“ bei SAP

Der Schwabe Helmut Steeb (Jahrgang 1942) war Kaufmann durch und durch, hatte aber als studierter Betriebswirt auch eine große Affinität zum Computer. Schon während des Studiums lernte er Programmiersprachen und Betriebssysteme kennen und begann danach 1966 bei IBM in Stuttgart als „Assistent für Datenverarbeitung“. Während seiner Tätigkeit bei IBM sammelte er Erfahrungen bei der Entwicklung und Einführung von Software für viele Branchen und Firmengrößen, aber auch im Vertrieb.

Nach sechs Jahren IBM machte Steeb sich 1972 selbstständig und gründete 1974 mit sechs Mitarbeitern in Heilbronn sein eigenes Unternehmen: die Steeb Unternehmensberatung - später Steeb Anwendungssysteme GmbH. Für die Software-Entwicklung wird ein IBM-System /3 beschafft – und beim Automobilzulieferer Läpple eine DOS/VSE-Version der Steeb-Produkte auf einem IBM-Mainframe /370-125 entwickelt. Zu den ersten Kunden zählten neben Läpple auch Wega-Radio, J.A. Becker, Berner, Renz und Intersport.

Das rasche Wachstum machte bald einen Neubau erforderlich – bereits zwei Jahre später folgte der Einzug in ein eigenes Gebäude im benachbarten Abstatt. Von 1980 bis 1989 gab es weitere Unternehmensgründungen in Luxemburg, in Hallein (Österreich), St. Gallen (Schweiz) und Paris. 1985 kam die erste Version der Standardsoftware SC/400 für das IBM-System /38 und dessen Nachfolger AS/400 auf den Markt. In Deutschland entstanden Büros in Gevelsberg, Hamburg, Düsseldorf und München. Nach dem erfolgreichen Börsengang der SAP, die vorwiegend größere Firmen zu ihren Kunden zählte, veräußerte Steeb 1991 seine Firmen (mit damals insgesamt 225 Mitarbeitern) an die SAP AG und erwarb dafür entsprechende SAP-Aktien.

Der „Mittelstand-Mann“ der SAP

Bis zum Jahr 2000 blieb Helmut Steeb innerhalb des SAP-Konzerns für die Aktivitäten im Mittelstand zuständig, als Vorsitzender des Aufsichtsrats der SAP-M und als Geschäftsführer der hundertprozentigen Tochtergesellschaft Steeb. Danach gründete er die Steeb Management Consulting GmbH mit Sitz in Abstatt und übernahm strategische Beratungsaufgaben für mittelständische Unternehmen; heute führt sein Sohn Harald Steeb dieses Unternehmen. Mandate als Aufsichtsrat und Beirat rundeten neben ehrenamtlichen Tätigkeiten sein Arbeitsumfeld ab. So war Helmut Steeb ehrenamtlich Mitglied des Vorstandes beim Bundesverband für Informationstechnik sowie Mitglied der Beiräte der Messen Cebit (in Hannover) und Systems (in München).

Nach seinem Ausscheiden bei SAP wurde der Steeb Anwendungssysteme GmbH im Jahr 2004 auch die DCW Software Deutschland GmbH zugeschlagen, die 2003 ebenfalls von SAP gekauft worden war. Beide AS/400-Lösungen – DCW und SC/400 – werden weiter gepflegt, auch wenn den Kunden anfangs noch die Migration auf SAP-Systeme nahegelegt wurde. Nachdem Steeb die Pflegezusage für DCW-Anwender verlängert hatte, wurde im Jahr 2010 auch der SC/400-Support durch die Zusammenarbeit mit einem spezialisierten Partner auf eine breitere Basis gestellt.

Nach einem strategischen Schwenk der SAP, die ihren Partnern im Mittelstand nicht länger mit eigenen Aktivitäten dazwischenfunken wollte, wurde die gut profitable Tochter Steeb im Dezember 2011 an die All for One Midmarket AG veräußert. Damals bediente Steeb mit rund 190 Mitarbeitern etwa 1.000 überwiegend deutsche Kunden und erzielte einen Jahresumsatz von knapp 61 Mio. Euro. Das fusionierte Unternehmen benannte sich um in All for One Steeb – so dass der erfolgreiche Unternehmer auch heute noch im Firmennamen präsent ist.

www.steeb-mc.de

www.all-for-one.com

Bildquelle: Steeb GmbH

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