08.09.2017 Transwaggon rüstet die Flotte weiter mit Telematik aus

Intelligentere Güterwagen

Von: Berthold Wesseler

Gemeinsam mit der Savvy Telematic Systems AG, Schaffhausen, haben der Wagenvermieter Transwaggon und Scandfibre Logistics, Schwedens größtes Transport- und Logistikunternehmen, seit 2015 in einem ersten Pilotprojekt 50 Güterwagen und in einem weiteren Schritt 3.000 Güterwagen mit moderner Telematik ausgerüstet. Ein Ziel war es, eine geeignete Technologie zu evaluieren, um die Transparenz in der Raillogistik durch transportrelevante Daten zu verbessern. Bestärkt durch die guten Erfahrungen erfolgt nun 2017 die Aufrüstung auf insgesamt 6.000 Wagen, mit einer weiteren Vertragslaufzeit von fünf Jahren.

Der Einbau des ersten Kontingents von 3.000 Telematik-Einheiten bei Transwaggon startete im Februar 2017 – und ist heute bereits abgeschlossen

Der Einbau des ersten Kontingents von 3.000 Telematik-Einheiten bei Transwaggon startete im Februar 2017 – und ist heute bereits abgeschlossen

„Nach der reibungslosen, äußerst schnellen Implementierung und den sehr guten Erfahrungen aus dem Livebetrieb war uns klar, dass wir die Partnerschaft fortsetzen wollen“, sagt Anders Nilsson, Geschäftsführer Transwaggon AB, Helsingborg. „Daher rüsten wir nun 6.000 unserer Wagen mit der Telematik Einheit Savvy Cargotrac aus und digitalisieren so nach und nach unsere gesamte Flotte.“

Lebenszyklus von bis zu 15 Jahren

Entscheidend für den Projekterfolg sind die präzisen und robusten Telematik-Geräte sowie die intelligenten Software.Algorithmen, die das Telematik-Gerät so intelligent machen, dass es sich in Echtzeit nur dann meldet, wenn das tatsächlich notwendig ist. Die daher batterieschonende Intelligenz des Gerätes erlaubt laut Hersteller einen autonomen Lebenszyklus von bis zu 15 Jahren, denn eine Datenübermittlung in einem z.B. zehnminütigen Takt, ohne dass es einen Auslöser dafür gab, ist somit überflüssig.

Der Einbau des ersten Kontingents von 3.000 Telematik-Einheiten startete im Februar 2017 – und ist heute bereits abgeschlossen, ohne dass es zu Beeinträchtigungen im Geschäftsbetrieb gekommen wäre. Weitere 3.000 Güterwagen sollen daher bis Mai 2018 mit Cargotrac-R ausgerüstet werden.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Verlauf des GPS-Projekts“, sagt Pär Sund, Logistic Development bei Scandfibre Logistics. „Alle Akteure der Schienengüterverkehrslogistik sollten die Chance ergreifen, die sich jedem Einzelnen mit der Digitalisierung öffnen. Nur so bekommen wir mehr Transporte von der Strasse auf die Schiene.“

Einbau der Sensorik

Besondere Anforderungen gibt es beim Einbau der Sensorik und deren Konfiguration. Ausgestattet mit GPS/GNSS, Sensoren zur Erfassung von Fahrtrichtung, Flachstellen, Laufleistung und Schocks sowie unterschiedlichen Datenübertragungsfunktionen, liefer Cargotrac-R in Echtzeit alle Daten für die Darstellung des Transportprozesses.

Außerdem lassen sich Updates und Konfigurationsänderungen „over the Air“ einspielen und zusätzliche Sensoren (etwa zur Temperatur- oder Voll-/Leer Sensorik) drahtlos anbringen. Dabei bietet Cargotrac-R bietet vier Anschlussmöglichkeiten für herstellerunabhängige Sensoren; ein „Sense Gateway“ kommuniziert drahtlos via wireless mit diesen Telematikgeräten.

„Mit dem kontinuierlich steigenden Abdeckungsgrad erhalten unsere Partner ein immer genaueres Bild über ihre Transportprozesse“, sagt Aida Kaeser, CEO der Savvy Telematic Systems AG. „Auf dieser Basis entwickeln wir nun gemeinsam maßgeschneiderte digitale Services rund um Steuerungs-, Betriebs- und Maintenance-Prozesse, durch die wir die Wertschöpfung bei unseren Partnern und ihren Kunden immer weiter verbessern.“

Genaueres Bild über Transportprozesse

„Als grenzüberschreitender Akteur, mit täglichen Dispositionen leer werdender Wagen auch im speditionellen Einsatz, ist es für TWA immer wichtig zu wissen, wo sich unsere ca. 13.500 Waggons befinden“, sagt Transwaggon-Chef Nilsson, der dafür schon heute auf ein eigens hierfür entwickeltes Computersystem zurückgreifen kann. Mit der neuen Technik könne man außerdem ab sofort „mit einer Genauigkeit von zwei Metern unseren Kunden auf eine einfache Weise zeigen, wo sich ihre Güter genau befinden“.

Die Digitalisierung ermöglicht es laut Nilsson, sowohl den eigenen Technikern als auch den Verkehrsplaner sowie den Kunden „den Informationsfluss der neuen Generation anbieten zu können“. Dies unabhängig davon, in welchem Land und von welchem Eisenbahnverkehrsunternehmen die Güter transportiert werden. Transwaggon will die eigenen Systeme über die reine Erfassung der Geo-Daten hinaus weiter entwickeln und allen Kunden eine verbesserte digitale Dienstleistung rund um ihren Warentransport unter dem Namen „TWA Freight Buddy“ – kurz TFB – anbieten.

Über Transwaggon

Seit 52 Jahren auf die europaweite Bereitstellung von Güterwagen zum Transport aller Arten von Trockengütern spezialisiert, setzt die Transwaggon-Gruppe heute ca. 13.500 moderne Güterwagen ein. Dabei handelt es sich um rund 1.700 Flachwagen um und ca. 11.800 gedeckte Hauben- und Schiebewand-Wagen. Zum großen Teil sind die Wagen mit einer Vielzahl zweckmäßiger Einrichtungen zur einfachen Verladung oder Ladungssicherung ausgerüstet.

Neben der kundenbedarfsspezifischen Entwicklung des gewünschten Transportmittels für die Schiene und der langjährigen Organisation der Instandhaltung und Instandsetzung der Wagen beschäftigt sich Transwaggon auch mit der Weiterentwicklung der eigenen Wagen und des Service-Angebotes. Dieses erstreckt sich von der klassischen, langfristigen Überlassung, der Vermietung von Wagen auf Einzelreise („Trip Charter“) bis zur Abwicklung von Ganzzügen und der speditionellen Gesamtdienstleistung auf der Schiene.

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