04.09.2017 Steigenberger testet Smartwatch im „Housekeeping“

Intelligenz am Handgelenk

Beim Steigenberger Airport Hotel in Frankfurt ist eine Smartwatch für Kunden- und Technikservice im Einsatz. Microsofts Hardware-Partner Trektstor hat diesen „Smartagent“ speziell für den Unternehmenseinsatz entwickelt. Die Servicekräfte des Frankfurter Hotels können damit und mit einer mobilen Version der Hotel-Software Samfex von Mellex die Reinigungs- und Reparaturdienste für die 550 Zimmer und Suiten sowie die 40 Tagungsräume auf Basis von Echtzeitdaten besser planen und auf individuelle Wünsche ihrer Gäste eingehen.

Auf Basis von Echtzeitdaten besser planen und auf individuelle Wünsche ihrer Gäste eingehen

Auf Basis von Echtzeitdaten besser planen und auf individuelle Wünsche ihrer Gäste eingehen

Der Smartagent läuft mit Windows 10 IoT Core und erlaubt über den Einsatz im Hotelgewerbe hinaus zahlreiche Anwendungsszenarien in unterschiedlichen Branchen wie dem Gesundheitswesen oder produzierenden Gewerbe.

„Damit kommt eine völlig neue Kategorie von Wearables für Geschäftskunden auf den Markt, die unabhängig von Smartphones oder anderen Geräten ihre mobilen Dienste verrichten“, sagt Oliver Niedung, Principle Solution Specialist bei Microsoft Deutschland. „Wearables versorgen Mitarbeiter im mobilen Einsatz in Echtzeit mit allen Informationen, die sie für ihre Arbeit benötigen. Das schafft Raum für neue Geschäftsmodelle, wie das Beispiel Steigenberger zeigt.“

Steuerung des Servicepersonals

Der Smartagent im Steigenberger Airport Hotel Frankfurt nutzt für Housekeeping und Wartung der 550 Zimmer und Suiten sowie der 40 Tagungsräume eine spezielle Mobil-Version der Hotel-Software Samfex des Microsoft-Partners Mellex: Samfex Wearable, erstmals Ende Juni auf der Branchenkonferenz Hitec im kanadischen Toronto präsentiert, ist auf mobiles Housekeeping spezialisiert. Diese Software ergänzt das bereits seit Jahren bei Steigenberger eingesetzte Samfex-System für Haustechnik, Housekeeping sowie das Energie- und Assetmanagement.

Mit den mobilen Geräten können anfallende Aufgaben in Echtzeit und flexibel disponiert werden – etwa, um kurzfristig auftretende Störungen zu melden und Reparaturen durchzuführen oder vorzeitig anreisende Gäste optimal zu betreuen und ihre individuellen Wünsche zu erfüllen.

„Wir sparen durch die direkte Übermittlung dieser Informationen in Echtzeit täglich einige Arbeitsstunden in diversen operativen Abteilungen und können zusätzlich unseren Gästen einen deutlich effizienteren und besseren Service bieten“, resümiert Michael Weil, Hotel Manager Operations im Steigenberger Airport Hotel Frankfurt, die bisherigen Erfahrungen.

Smartwatches für Geschäftskunden

Für Wearables sind bei Geschäftskunden eine ganze Reihe an Einsatzszenarien, die eine direkte Kommunikation zwischen Mitarbeitern vor Ort und zentralen Planungsstäben erfordern, in unterschiedlichen Branchen denkbar.

So könnten Wearables mit ihren Sensoren für die Überwachung der Vitalparameter von Patienten oder in der Pflegedokumentation eingesetzt werden. In der Produktion und bei der Wartung von Maschinen und Anlagen können Smartwatches Mitarbeiter punktgenau unterstützen. Im Energiesektor tragen Wearables zur Reduzierung der Belastung durch gesundheitsschädigende Substanzen und zur Optimierung des Flottenmanagements bei.

Branchenübergreifend sind Szenarien rund um die Prozesssteuerung und -dokumentation per Spracheingabe und Kamera ebenso denkbar wie bidirektionale Benachrichtigungen bei sicherheitskritischen Zuständen von Maschinen und Anlagen. Durch die Verbindung zu Microsofts Cloud-Plattform Azure bieten B2B-Wearables für Ad-hoc-Visualisierungen, beispielsweise der Gesamtanlageneffektivität (GAE/OEE), Potenzial für innovative Geschäftsideen.

Smartagent – ein autarkes Gerät

Der Smartagent ist ein vollständig autarkes Gerät, dessen Innenleben zum großen Teil dem eines Tablets oder Smartphones gleicht. Auf kleinstem Raum bietet es einen leistungsfähigen Akku, 1 GB RAM und 8 GB Flash-Speicher, Display mit Touchscreen, Sensoren, Lautsprecher, Kamera und Tasten sowie WiFi-, NFC- und Bluetooth-Konnektivität.

Betriebssystem des tragbaren Geräts ist das speziell an das Internet der Dinge angepasste Windows 10 IoT Core. Es ist auf Geräten mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit sowie bildschirmlosen Geräten lauffähig. Die Apps des Smartagenten basieren auf der „Universal Windows Platform“ (UWP) und können über ein adaptives Layout auch auf anderen Windows10.Geräten (wie Hololens) laufen. Windows 10 IoT Core bietet alle wichtigen Sicherheitsfunktionen von Windows inklusive der Integration von Trusted Platform Module (TPM), einer hardware-basierten Sicherheitstechnologie und ein einheitliches Gerätemanagement.

„Allrounder“ mit optimierten Komponenten

Das Bensheimer Unternehmen Trektstor präsentierte das IoT-Wearable für Unternehmen, das im 3. Quartal 2017 zum Preis von 200 Euro für den B2B-Bereich verfügbar werden soll, ebenfalls im Juni auf der Hitec in Toronto – und zwar als „Allrounder“ mit optimierten Komponenten,  strapazierfähiger Bauweise und intuitiver Bedienung, um die Kommunikation, das Ressourcen-Management, die Sicherheitsfaktoren oder die Effizienz eines Unternehmens zu optimieren.

Für Leistung sorgen ein Quad-Core Cortex-A7-Prozessor APQ 8009 von Qualcomm mit bis zu 1,3 GHz Taktung, ein 1 GB großer RAM sowie ein 8 GB Flash-Speicher.

Das 1,54-Zoll-Display mit Gorilla Glass 3 löst mit 320 x 320 Pixeln auf, um die Inhalte möglichst klar und deutlich anzuzeigen. Mit 47 x 44 x 12 mm und 60 g hat die Smartwatch gleichzeitig die Anmutung einer Armbanduhr – insbesondere beim Arbeiten in der Gastronomie, dem Gesundheitswesen oder der Logistik ist die Alltagstauglichkeit ein wichtiger Pluspunkt.

Dabei verträgt das Wearable Temperaturen von -20° bis +60° C – und ist gegen Luftfeuchtigkeit, Staub sowie ein kurzes Untertauchen bis maximal 1 Meter Wassertiefe dank Aluminiumgehäuse (IP67-Schutzklasse) resistent. Das robuste Silikon-Armband gibt es in verschiedenen Farben. Alternativ kann der Smartagent auch in einem Silikon-Case zum Umhängen genutzt werden. So wird er zur multifunktionalen Kommunikationsschnittstelle – ob im Kühlhaus, auf der Baustelle oder in der Großküche.

Kabellose Kommunikation

Die Kommunikation erfolgt kabellos über Dual-Band-WLAN oder Bluetooth inklusive NFC. Der verbaute Lithium-Polymer-Akku weist eine Kapazität von 430 mAh auf und informiert mittels LED unter anderem über den aktuellen Ladestatus. Zur Bedienung stehen wahlweise das Touch-Display, das auch mit Handschuhen bedienbar ist, oder Sprachanweisungen über das integrierte Mikrofon zur Verfügung.

Gleichzeitig können so Voice-Messages mit dem smarten Armband verschickt werden. Ein Lautsprecher und ein starker Vibrationsalarm sorgen dafür, dass dem Nutzer keine Benachrichtigung entgeht.

Zur Dokumentation kann der User zusätzlich auf eine 5-Megapixel-Kamera zugreifen. Videos oder Fotos mit Autofokus helfen dann beispielsweise, den Kollegen die Fehlermeldung der Maschine auf einen Blick zugänglich zu machen. Ein Gyroskop und ein 3-Achsen-Beschleunigungssensor sind außerdem mit an Bord.

Bildquelle: Microsoft

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