Donald Badoux ist Managing Director des RZ-Betreibers Equinix in Deutschland
Dass die Cloud nicht nur ein vorübergehender Trend wird, wussten wir zwar irgendwann alle; dass sie aber für alle Daten und Anwendungen so eine große Bedeutung erlangen würde, war bisher nicht klar. Weil immer mehr und immer wichtigere Daten in die Cloud wandern, werden Datenschutz und Compliance entscheidend. Für viele IT-Chefs ist hier ein komplettes Umdenken nötig, was ihre IT-Infrastruktur und die Architektur der Lösungen angeht. Denn die Cloud verlangt keine Entscheidung für Schwarz oder Weiß beziehungsweise Alles oder Nichts.
Manche Daten, bewährte Bestandsanwendungen aus AS/400-Zeiten oder auch bestimmte (zeit-)kritische IT-Systeme im eigenen Haus behalten und trotzdem von den Flexibilitäts- und Kostenvorteilen der Cloud profitieren: Das ist heutzutage, da sich Hybrid-Cloud-Lösungen fest etabliert haben, ein logischer Schritt. Dies kann aber nur funktionieren, wenn eine ausreichende (vor allem ausreichend sichere) Vernetzung sichergestellt wird. Das Zauberwort heißt hier „Interconnection“.
Eine auf direkte Interconnection angelegte Architektur, die Anwender, Standorte, Cloud-Systeme und Daten in einer sicheren physikalischen Umgebung direkt miteinander verbindet – kurz „Interconnection Oriented Architecture“ – wird vielerorts ein wichtiger Schritt in die Zukunft sein.
Denn wenn man beim Einsatz von Cloud-Lösungen den Fokus auf die Verbindung legt und Risikofaktoren wie die Vernetzung über das öffentliche Internet eliminiert, können viele Compliance- und Sicherheits-relevante Fragen bereits so vorab technisch geklärt werden. Außerdem entfalten as-a-Service-Anwendungen – insbesondere auch Security-as-a-Service-Dienste – erst dann ihren vollen Nutzen, wenn sie gezielt mit anderen Cloud-Anwendungen zu einer Multi-Cloud-Umgebung für das Unternehmen kombiniert werden.
Bildquelle: Equinix