Gute Freunde? Apples CEO Tim Cook mit IBM-Chefin Ginni Rometty, gestern vor Apples Firmenzentrale in Cupertino.
Vergessen ist Apples legendärer Werbespot zur Markteinführung des Macintosh, der während der Superbowl 1984 ausgestrahlt wurde. Damals ging es darum, durch einen „persönlichen Computer“ die von IBM verkörperte Macht der Orwell’schen Welt zu brechen. Die Zeiten haben sich gewandelt – und offenbar versucht Apple jetzt nach den Konsumenten auch die Unternehmen als Markt zu entdecken. Die IBM ihrerseits, die Erfinderin des PC, hat sich längst aus dem Consumer-Markt zurückgezogen und versucht jetzt durch die Kooperation nicht ganz unbescheiden, „die Art wie Arbeit erledigt wird neu zu definieren, wichtige Herausforderungen der Mobilitätsbranche zu adressieren und Veränderungen im Unternehmen, die tatsächlich durch den Einsatz mobiler Technologie getrieben werden, herbeizuführen.“
Diese gemeinsam entwickelte neue mobile Technologie soll charakterisiert sein durch:
- eine neue Kategorie von über 100 branchenspezifischen Unternehmenslösungen inklusive nativer Apps, die von Grund auf exklusiv für iPhone und iPad entwickelt werden;
- für Apples Betriebssystem iOS optimierte Cloud-Services von IBM, auch für das Management der Geräte, ihre Sicherheit, Analytik und mobile Integration;
- neue Support-Services von Apple, „maßgescheidert auf die Bedürfnisse eines Unternehmens“ und
- neue vorkonfigurierte Angebote von IBM zur Aktivierung, Bereitstellung und Verwaltung von Geräten. Als Teil des exklusiven „Mobile First für iOS“-Abkommens wird IBM zudem iPhones und iPads mit den branchenspezifischen Lösungen an Unternehmenskunden weltweit verkaufen. Das ist eine neue Art von „Made-for-Business-Apps“, die den Einzelhandel, das Gesundheitswesen, Banken- und Versicherungen, das Reise- und Transportwesen und die Telekommunikationsbranche adressieren und ab Herbst diesen Jahres allmählich verfügbar werden.
IBM will mit der „Mobile First Platform für iOS“ die Dienste liefern, die für ein durchgehendes, unternehmensweites System erforderlich sind; von Analytik, Arbeitsprozess und Cloudspeicher bis zur Verwaltung einer Vielzahl an Geräten, Sicherheit und Integration. Eine verbesserte mobile Verwaltung beinhaltet einen persönlichen App-Katalog, Daten- und Transaktionssicherheitsservices und eine Produktivitäts-Suite für die iOS-Lösungen. Zusätzlich zu den lokal installierten Softwarelösungen werden all diese Services auf Bluemix verfügbar sein, der Entwicklungsplattform der IBM auf ihrem Cloud-Marktplatz.
Bildquelle: IBM