IT-Leiter Kunibert Ehmann (links) und Geschäftsführer Thomas Hurmer
Das Kernsystem in der IT für die Planung, Umsetzung und Steuerung der kompletten Geschäftsprozesse basiert bei der AVUS seit den 80er Jahren auf einer eigenentwickelten RPG-Anwendung. Der Schadensregulierer befindet sich ständig in Bewegung – und steht in den nächsten Jahren vor zahlreichen Herausforderungen, insbesondere durch die Vertiefung der Märkte, Diversifikationsprozesse in der Branche und die Umsetzung gesetzlicher Vorgaben im Inlands- und Auslandsgeschäft.
Vor diesem Hintergrund standen Inhaber und Geschäftsführer des Schadensreguliers vor drängenden Fragen:
Dabei wurde in vier Dimensionen gearbeitet:
Die zentralen Erkenntnisse aus Entwicklersicht fasst IT-Leiter Kunibert Ehmann zusammen: „Den ersten Quickwin brachte gleich die Eliminierung des ‚toten Codes’ im System, also all jener Artefakte, die heute gar nicht mehr genutzt oder aufgerufen werden. Im Rahmen des initialen Cleanups konnten 37 Prozent der Ursprungs-Sourcen bereits eliminiert und somit die Wartbarkeit der Anwendung vereinfacht werden. Wir haben auch gesehen, wie uns die gute Modularisierung die Wiederverwendung von zentralen Funktionen erlaubt. Software-technisch war unsere Anwendung also in einem ordentlichen und soliden Zustand.“
„Die Anwendung wies eine sehr gute Modularisierung und Wiederverwendbarkeit auf“, konstatiert auch Roland Müller, Projektverantwortlicher seitens PKS. „Sämtliche Cluster greifen auf Funktionen zu, die in einem zentralen Core-Cluster gehalten sind. Die hierarchische Anordnung von Einstiegsclustern (Menu), Core-Funktionen und den restlichen fachlichen Entitäten ist softwarearchitektonisch einwandfrei. Der Anteil der technischen Cluster(ca. 18 Prozent) zur tatsächlichen Business Logik (ca. 82 Prozent) zeigte, dass Codeanteile, die sich rein auf die Geschäftsprozesse konzentrieren, enorm hoch sind.“
Außerdem ergab die Untersuchung, dass der Informationsgehalt in der Datenbank für die fachlichen Anforderungen des Dienstleisters werthaltig ist.
Mittels der Roadmap konnten in von nur sechs Monaten folgende Teilprojekte in Angriff genommen werden: Implementierung einer elektronischen Akte, Entwicklung eines Kundenportals, Bereitstellung von BI-Auswertungen sowie Fortführung der technischen Modernisierung.
Bei den Entwicklungsprozessen und Teamstrukturen sah Roland Zurawka, Geschäftsführer der PKS, jedoch Potential zur Verbesserung: „Hier liegt, wie bei vielen IBM-i-Anwendern, der Hebel für eine effiziente, agile und kostengünstige Weiterentwicklung. Typische RPG-Anwendungen werden häufig nur deshalb nicht renoviert, weil es im Team an Know-how und Methodik fehlt. Das führt dann häufig zu Millionen-Investitionen in komplett neue Systeme – dabei ist die Renovierung und gezielte Neuentwicklung häufig aus Kosten- und Risiko-Gesichtspunkten die bessere Alternative.“
AVUS-Geschäftsführer Thomas Hurmer ist von den Ergebnissen des Assessments ebenso begeistert wie von auch finanziellen Vorteilen, denn gegenüber einer kompletten Neuentwicklung wurden mindestens 1,6 Mio. Euro gespart. „Einer Anbindung von Kundenportalen, der elektronischen Akte und einem workflowgesteuerten Arbeiten sind keine Hürden gesetzt“, weiß Hurmer jetzt. All dies könne auf der soliden Software-Basis mit eigenen Entwicklern kostengünstig und rasch implementiert werden.
Als Entwicklungspartner hat Hurmer PKS ausgewählt, „weil wir hier aus einer Hand Unterstützung bei allen erfolgskritischen Projektaspekten erhalten“ – auch dank der Erfahrung in der Umsetzung der Modernisierung sowie durch die Bereitstellung von State-of-art-Technologien und Werkzeugen. Dazu kommen Mitarbeiter, die das Projekt flexibel unterstützen und bei der Planung, Steuerung und Kontrolle helfen. Last but not least arbeite man bereits seit Jahren mit der PKS zusammen.
Bildquelle: Peter Manninger