02.04.2017 Entwicklungsbegleitende Produktkostenkalkulation bei Claas

Komplett integriert in SAP ERP kalkulieren

Von: Stephanie Schommer

Der Landmaschinenhersteller Claas hat den Product Cost Calculator (PCC) des Saarbrücker Softwarehauses Orbis AG eingeführt. Mit diesem SAP-Add-On wird nun die entwicklungsbegleitende Produktkostenkalkulation durchgängig IT-gestützt und standardisiert durchgeführt. Für Claas ein großer Vorteil: Bei einer Neuentwicklung, die bis zu sechs Jahre in Anspruch nehmen kann, sind im Rahmen der Kalkulation je nach Produktgruppe und Modell oft mehrere Zehntausend Einzelpositionen zu berechnen.

Mähdrescher in Winterweizen

Die Implementierung von Orbis PCC an drei deutschen Fertigungsstandorten konnte bei Claas in knapp sechs Monaten und unter Einhaltung des veranschlagten Budgets abgeschlossen werden. Die konkreten Vorzüge des Add-ons zeigten sich schon bald nach dem Produktivstart. Da sich viele Tätigkeiten nun einfacher und straffer erledigen lassen, bleibt den Fachanwendern mehr Raum für Aufgaben wie das Optimieren der Kalkulation in Bezug auf Qualität und Wirtschaftlichkeit.

Das Add-On greift direkt auf aktuelle Preise, Tarife, Gemeinkostensätze und Wechselkurse im SAP-System bei Claas zu, was die Kalkulationen ebenso deutlich beschleunigt wie die Tatsache, dass sich jetzt die Baugruppen eines Mähdreschers oder Feldhäckslers, je nachdem wie hoch die Zahl der Übernahmeteile ist, in unterschiedlicher Detailtiefe kalkulieren lassen.

Arbeit mit aktuellen SAP-Daten

Weil das Add-On automatisch mit den aktuellen SAP-Daten arbeitet und für Claas um einen PLM-Stücklistenimport erweitert wurde, kann jede Kalkulation zügig auf den neuesten Stand gebracht werden – unterjährig genauso wie im Zuge des Geschäftsjahreswechsels.

Darüber hinaus unterstützt Orbis bei der Kalkulation mit PCC auch die bereichsübergreifende Zusammenarbeit. Daten, die in das Add-On eingegeben werden, fließen sofort in die SAP-Software, die sie umgehend verarbeitet – und stehen damit den Nachfolgeprozessen im Einkauf oder der Arbeitsvorbereitung zeitnah zur Verfügung. Simulationen, mit denen sich die Herstellkosten zu einem frühen Zeitpunkt akkurat prognostizieren lassen, stärken die Position des Einkaufs bei Verhandlungen mit Lieferanten.

Mit einem speziell für Claas entwickelten Feature, das in Zukunft als Standardfunktion in Orbis PCC übernommen wird, können Kalkulationsvergleiche bis auf die Einzelpositionsebene durchgeführt werden. Auch die Benutzeroberfläche ist an die Anforderungen des Landmaschinenherstellers angepasst: Unter einer speziellen Schaltfläche sind alle Daten zusammengeführt, die für eine Kalkulation benötigt werden. Im nächsten Schritt steht der Rollout in die Produktionsgesellschaften weltweit an.

Über Claas

Das Unternehmen mit Hauptsitz im westfälischen Harsewinkel ist europäischer Marktführer bei Mähdreschern. Die Weltmarktführerschaft besitzt Claas mit seiner zweiten großen Produktgruppe, den selbstfahrenden Feldhäckslern. Das Produktprogramm umfasst auch Traktoren, Rund- und Quaderballenpressen, Futtererntemaschinen, Teleskoplader und die Easy-Produkte, in denen Claas seine Elektronikkompetenz bündelt. Claas produziert an vier deutschen und acht internationalen Standorten und erzielte 2016 mit 11.300 Beschäftigten weltweit einen Umsatz von 3,6 Mrd. Euro.

Bildquelle: Claas

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