Software optimiert das Bewegungsmanagement für Container

Kostentreiber Leertransporte

Auf den wichtigsten Handelswegen wurden 2010 über 13 Mio. Container leer transportiert. Das entspricht rund 30 Prozent der Im- und Exporte auf diesen Routen. Diesen Kostentreiber können Reedereien und andere Logistikunternehmen besser im Griff haben, wenn sie bei der sogenannten „Repositionierung“ der Container zumindest auf Teilstrecken Fracht mitnehmen würden.

„Repositionierung“ der Container, Nielsen+Partner

Software kann helfen, bei der sogenannten „Repositionierung“ der Container zumindest auf Teilstrecken Fracht mitzunehmen

Das zu arrangieren ist jedoch leichter gesagt als getan. „Das Bewegungs-management für Container ist äußerst komplex“, weiß Geschäftsführer Sven Mathes, der bei Nielsen+Partner den Unternehmensbereich Transport und Logistik auf- und ausgebaut hat. „Denn zum einen muss man wissen, wann welcher Container sich in welchem Zustand wo befindet. Zum anderen ist eine Fülle interner und externer Daten zu berücksichtigen.“ Neben dem Buchungssystem der Reederei zählen dazu beispielsweise Bewegungsdaten von Terminals und Umschlagdepots, Freigaben der Zollbehörden, Adressen, Containerkennungen sowie Transportmöglichkeiten von Subunternehmern wie Speditionen, Bahngesellschaften und Binnenschiffern.

„Die Daten zu sammeln ist dabei nur der erste Schritt. Sie müssen anschließend so aufbereitet werden, dass man damit etwas anfangen kann", erklärt Mathes. Sprich: Es muss vorab geplant werden, wo und womit der Container auf seiner Reise beladen und wo er entladen werden kann, um Leertransporte zu vermeiden – mit Hilfe entsprechender Software-Programme.

Die finanzielle Hebelwirkung des Container-Managements wird angesichts der Aufwendungen für einen Leertransport deutlich. Nach Erhebungen von Drewry Shipping Consultants kostete die Verschiffung eines unbeladenen Containers 2008 einschließlich aller in den Häfen zu entrichtenden Gebühren rund 400 Dollar. Allein für den Seetransport von 54,5 Millionen leeren TEU-Standardcontainern wurden so weltweit knapp 22 Mrd. Dollar ausgegeben.

Bedarf an beladbaren Containern besteht vornehmlich in Häfen stark exportierender asiatischer Länder. In Europa und den USA sammeln sich hingegen unbeladene Container an, weil aus diesen Regionen weit weniger Waren per Container nach Asien verschifft werden. In den US-Häfen kommen deshalb jährlich 5,3 Mio. Leercontainer zusammen. Prognosen zufolge werden es 2013 noch 200.000 Leercontainer mehr sein.

Die Differenzen von Im- und Export-Mengen auf den wichtigsten Handelsrouten sind jedoch nicht das einzige Problem. Hinzu kommt, dass die Kapazität der Flotten schneller gewachsen ist als das Handelsvolumen. Viele Reeder hatten im vergangenen Jahr mehr Schiffe bestellt, weil sie hofften, die Konjunktur in den westlichen Ländern werde sich stärker erholen als es dann tatsächlich geschehen ist. Überdies führt der Bau immer größerer Ozeanriesen zu Überkapazitäten. „Folglich nimmt der Preisdruck zu und zwingt die Branche, effektiver zu arbeiten“, so Mathes.

www.nundp.com

Bildquelle: Nielsen+Partner

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