Warnt vor der Glaskugel als Planungswerkzeug: André Braun, Germany Sales Director Storage bei Dell in Frankfurt am Main
Dabei gehen IT-Verantwortliche einen extravaganten Weg. „Die meisten schauen in die Glaskugel und schätzen ihren Speicherbedarf für die nächsten Jahre“, wundert sich André Braun, Storage-Verkäufer bei Dell. „Das ist dann die Grundlage für die Beschaffung. Aber wer weiß schon, was in vier oder fünf Jahren sein wird?“ Weil die Schätzung nur selten zutrifft, stellen die IT-Chefs am Ende oft fest, dass sie ein überdimensioniertes System angeschafft haben. Oder sie stoßen früh an die Kapazitätsgrenze und müssen Speicher im Rahmen des Wartungsvertrags nachrüsten – meist mit überteuerten, weil proprietären Modulen.
Inkrementelles Vorgehen statt langjähriger Zyklen
Nach dem abgeschlossenen Anschaffungszyklus folgt in der Regel ein neuer Wartungsvertrag mit dem alten Hersteller – und das gleiche Szenario wiederholt sich immer wieder: IT-Chefs tätigen Investitionen, die auf einer ungenauen Schätzung basieren. „Wer als Unternehmen nicht aus diesem Hamsterrad entkommt, den erwartet ein sehr steiler und unnötiger Kostenverlauf“, warnt Braun, „aber an einem Ausstieg haben Anbieter aufgrund des bequemen Business und der hohen Margen natürlich kein Interesse.“
Inkrementelles Vorgehen statt langjähriger, unüberschaubarer Zyklen heißt für Braun die Exit-Strategie. Sein favorisiertes Konzept: die Trennung von Hard- und Software, die Nutzung von Standardsystemen und automatisches „Tiering“. Die Softwarelizenz ist dabei unbegrenzt gültig und die Wartungskosten sind, entgegen der übrigen Modelle, völlig unabhängig von der Speicherkapazität. Die standardbasierte Speicherhardware lässt sich je nach aktuellem Bedarf in kleinen Schritten mit nur geringen Kosten erweitern oder ersetzen. Und auch die Storage-Controller sind, im Vergleich zu proprietären Systemen, kostengünstige Standardserver und können jederzeit angepasst werden. „Mit einem solchen Konzept wird die gesamte Infrastruktur nicht nur um Faktoren günstiger als bei konventionellen Beschaffungszyklen“, betont Braun, „sie deckt auch stets die genauen Bedürfnisse der Unternehmen ab.“