Trotz Insolvenz: IT-Systeme laufen weiter

Lebendige Praktiker-IT

Die IT-Landschaft bei Praktiker mit DCW, SAP und IBM i als „Managed Cloud“-Services läuft weiter.

Fast genau zwei Jahre ist es her, dass die hiesigen Baumärkte von Praktiker ihre Pforten schlossen. Seither läuft das Insolvenzverfahren – allerdings nicht für diverse Praktiker-Auslandsgesellschaften. Für sie läuft der Löwenanteil der einstigen Praktiker-IT mit DCW und eines eigenentwickelten Warenwirtschaftssystems auf Power-i-Systemen gepflegt weiter – in Form gebündelter und maßgeschneiderter „Managed Cloud“-Services von All for One Steeb.

„20 Prozent auf alles“ – damit hatte Praktiker geworben, was noch dem einen oder anderen beim Lesen wohlfeil im Ohr klingen dürfte. Geholfen hatte jedoch diese Art von Dauerwerbeaktion am Ende nicht. Im November 2013 war das Aus der einstigen Praktiker AG besiegelt. Seit dieser Zeit hält das Insolvenzverfahren an. Auch gingen einige der nicht von der Insolvenz betroffenen Auslandsgesellschaften an neue Eigner oder Investoren.

Gleichwohl lebt die Marke Praktiker weiter. Zum Beispiel in Polen, in Rumänien, in Bulgarien, in Ungarn und in Griechenland. Nach wie vor läuft auch die IT-Landschaft; sie wird weiter gepflegt und geändert.

„Nicht selten sind Unternehmen aus einer Insolvenz gestärkt hervorgegangen. Auch während einer Insolvenz müssen die IT-Systeme daher weiter betrieben werden. So benötigt ein Insolvenzverwalter stets gesicherten Zugriff auf sämtliche Geschäftsdaten“, weiß Sabine Windisch, Leiterin Support im Bereich DCW bei All for One Steeb. Im Falle des deutschen Praktikers sind dies nicht nur historische Daten. Vielmehr benötigen einzelne Gesellschaften, die aus dem Insolvenzverfahren als eigenständige Einheiten hervorgegangen sind und deren Geschäfte weiter laufen, gleichfalls ihre IT.

IBM-i-Power und mehr

Bereitgestellt werden daher für die Insolvenzverwaltung (in Deutschland) sowie für die Auslandsgesellschaften eine ganze Reihe von „Managed Cloud“-Services, ausgelegt auf Hochverfügbarkeit: von Rechenleistungen über DCW- und (SAP)-Betrieb inklusive Applikations-/Überwachungsmanagement sowie Support und Netzservices bis hin zu einem DCW-Archiv mit historischen Finanzdaten, etwa für künftige Betriebsprüfungen.

Als Hardware fungieren dabei Power7-Systeme unter IBM i sowie Storwize-V3700-Speicher, wobei die produktive Landschaft als eine virtualisierte Umgebung aus LPARs (Hochverfügbarkeit via BUS400) aufgebaut ist. Vervollständigt wird Praktikers IT-Landschaft durch diverse File- und FTP-Server, Kofax-Server und verschiedene weitere Vmware-Systeme.

Wie Otto Heß, Leiter Bereich DCW bei All for One Steeb, erklärt, „wurden die ehemaligen Praktiker-Auslandsgesellschaften bereits auf SAP FI und CO umgestellt. Die neuen Systeme und Anwendungen werden ebenfalls in unserer Managed Private Cloud in Frankfurt betreut“. In den redundanten und räumlich rund 10 km voneinander getrennten Rechenzentren in Frankfurt werden vor allem große SAP-Landschaften (inklusive Hana) betreut, zunehmend in Verbindung mit „Managed Private Cloud“-Services für Microsoft Exchange, Sharepoint und Skype for Business.

Langzeitarchiv für DCW

Um die neuen Leistungen weiter auszubauen und in der DCW-Kundschaft zu vermarkten, wurden zudem die personellen Ressourcen erweitert. In diesem Zuge wurden auch zehn frühere Mitarbeiter aus der ehemaligen internen IT der insolventen Praktiker-Gesellschaft bei All for One Steeb eingestellt. Sie arbeiten heute am neu formierten Unternehmensstandort in Bexbach im Saarland, ganz in der Nähe des ehemaligen Praktiker-Hauptsitzes.

Diese IT-Spezialisten unterstützen den Betrieb und das Applikationsmanagement der Praktiker-Warenwirtschaftssysteme für die Auslandsgesellschaften, die DCW-Archive für Praktiker und verstärken vor allem das DCW-Team von All for One Steeb zur Unterstützung der insgesamt rund 150 DCW-Kunden, die der SAP-Partner heute noch betreut. „Die Software-Wartungszusagen für die Finanzsoftware reichen bereits über das Jahr 2020 hinaus“, versichert Thomas Rinker, Leiter DCW Entwicklung bei All for One Steeb. „Damit ist die Finanzsoftware zudem mit einer der wohl längsten Software-Wartungszusagen aller IBM-i-Lösungen überhaupt ausgestattet“.

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