15.05.2017 Ehemaliger IBM-Chef wurde 89 Jahre

Lothar Sparberg ist tot

Von: Berthold Wesseler

Der frühere IBM-Chef Prof. Lothar F. W. Sparberg ist am 5. Mai mit 89 Jahren verstorben.

Galt als Finanzexperte und Mann der Zahlen: Lothar Sparberg (hier 1983) war der erste IBM-Chef, der keine Vertriebskarriere hinter sich hatte

Sparberg übernahm im Mai 1983 – praktisch parallel zur Einführung des PC in Deutschland – als Nachfolger von Walther A. Bösenberg den Vorsitz der Geschäftsführung der hiesigen IBM-Tochter. Abgelöst wurde er zu Jahresbeginn 1987 – und zwar von seinem Stellvertreter Hans-Olaf Henkel, ein knappes Jahr vor seinem planmäßigen Ausscheiden mit 60.

Unter Sparberg verkauften erstmals auch Händler IBM-Produkte; zuvor war dies nur den eigenen „Vertriebsbeauftragten“ vorbehalten. Und er war es auch, der zuvor bereits als Finanzchef den Namen „Internationale Büromaschinen Deutschland“ in „IBM Deutschland“ umgewandelt hatte, weil er es angeblich leid war, immer diesen langen Namen zu unterschreiben.

Lothar F. W. Sparberg wurde am 24. Sept. 1927 in Herne geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine kaufmännische Lehre und ein Abendstudium an einer Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie. Seine Karriere begann er 1952 als Sachbearbeiter in der Finanzabteilung bei IBM Deutschland in Stuttgart.

Als Leiter des Finanzwesens wechselte 1962 zur IBM World Trade Corporation nach New York und wurde Assistent des Finanz-Chefs. Er wurde 1967 stellvertretender Geschäftsführer der IBM Deutschland, wechselte aber schon im  Jahr darauf nach Paris – als Area Generalmanager der IBM Europa.

Nachdem Sparberg 1971 als Geschäftsführer in die Stuttgarter Firmenzentrale zurückgekehrt war, wurde er 1974 Finanzchef des Unternehmens. Ende 1980 wurde er zu Bösenbergs Stellvertreter befördert und erhielt zusätzliche Aufgaben in Planung und Vertrieb. Nach gut dreieinhalb Jahren an der Spitze von IBM Deutschland löste Sparberg mit seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung Bösenberg als Vorsitzenden des IBM-Aufsichtsrates ab. Diesen Posten behielt er bis 1994.

Bildquelle: IBM

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