IBM und Zend stellen die Datenbank DBi endlich fertig

MySQL-Alternative für IBM i

Ursprünglich sollte sie schon Ende vergangenen Jahres fertig sein – doch nun ist es endlich offiziell soweit: Zend Technologies hat nach der Ankündigung im vergangenen September Mitte April die kostenlos erhältliche Datenbank DBi allgemein veröffentlicht, mit seiner eigenen Webseite und Download-Sektion.

Kent Mitchell, Senior Director im Produktmanagement bei Zend: „Anwender von IBM i vollstes Vertrauen in die Kompatibilität haben.“

Nachdem Oracle Ende 2010 den Support des IBM Power-Prozessors für MySQL und die Weiterentwicklung für IBM i abgekündigt hatte, war die Ratlosigkeit groß. IBM hatte ja im Jahr 2007 gemeinsam mit dem schwedischen Softwarehaus MySQL diese populäre Open Source-Datenbank als letzten fehlenden Baustein des sogenannten LAMP-Stack auf das System i gebracht, um plattformunabhängigen PHP-Anwendungen wie Drupal, Joomla, Oxid eSales, SugarCRM oder Magento ohne größeren Aufwand den Betrieb auf diesen Servern von IBM zu ermöglichen.

Wer PHP entwickeln wollte und MySQL für IBM i suchte, stieß auf eine Flut von Alternativen, die spätestens seit der Sun-Übernahme durch Oracle aus dem Boden sprießen: MariaDB, PostgreSQL, SQLite, Drizzle oder Percona Server, um nur einige zu nennen. Drei Probleme sind ihnen allen gemeinsam: Sie sind nicht als 1:1-Ersatz für MySQL gedacht, es hapert an der Geschmeidigkeit bei der Integration in die AS/400-Welt und allen fehlt insbesondere die DB2 Storage Engine, die es MySQL optional ermöglicht, Daten auch direkt in DB2 zu speichern.

„Im Rahmen unseres Engagements für die IBM i-Plattform machen wir DBi als 100% kompatiblen 1:1 Ersatz für MySQL auf IBM i verfügbar“, verspricht Zend jetzt in einem Newsletter. Das beseitige alle Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft von IBM i als unterstützte MySQL-Plattform, denn DBi sei mit genau demselben Open Source-Code aufgebaut, der für MySQL verwendet wurde.

Außerdem wird DBi von Zend und IBM gemeinsam mit allen Funktionen und Bug Fixes aktualisiert, die in MySQL eingeführt werden. „Daher ist Zend DBi Teil eines unternehmensfähigen PHP-Technologie-Stacks für IBM i, der es Benutzern ermöglicht, offene und Industriestandard-Lösungen zu nutzen und gleichzeitig ihre Web- und Mobile-Auslastungen auf vorhandenen IBM i-Systemen zu behalten, auf denen sich Datenbanken, Business Logic und Altsystem-Applikationen befinden“, heißt es wörtlich weiter.

Die Verzögerung des ersten DBi-Release (übrigens kompatibel zu MySQL 5.1.59, gut 122 MB groß) sind vor allem mit den Installationsprozeduren via FTP begründet, die sich von denen bei MySQL unterscheiden. Nach der Kundenkonferenz Zendcon Ende September 2011 hatte man sich für eine Intensivierung der Qualitätssicherung von DBi entschieden, um laut Kent Mitchell, Senior Director im Produktmanagement bei Zend, die Aspekte einer Migration von MySQL so zu adressieren, „dass Anwender von IBM i vollstes Vertrauen in die Kompatibilität haben können.“ So ist nun z.B. auch ein Upgrade von MySQL 5.1.xx möglich.

Zends Pressesprecher Robin Shepherd erklärte noch zu Jahresbeginn auf Anfrage von DV-Dialog, derzeit laufe die Schlussphase erweiterter Qualitätssicherungstests; man werde DBi aber noch im ersten Quartal 2012 zum Vertrieb freigeben. Das hätte beinahe noch geklappt.

www.zend.com/de/products/dbi/

Bildquelle: Zend Technologies

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