Holger Müller, Geschäftsbereichsleiter „IT Management und Betrieb“ bei Fritz & Macziol
Donald Badoux, Managing Director des RZ-Betreibers Equinix in Deutschland
In einem der neuesten Rechenzentren von Equinix stehen dafür Colocation-Flächen in Frankfurt bereit. Darauf betreiben die F&M-Experten Cloud-Lösungen nach Kundenwunsch, zum Beispiel beliebige Hybrid-Clouds oder private IBM-Power-Clouds. Zudem können Kunden auf der eigenen x86-Shared-Plattform der Ulmer auch IT-Infrastruktur-Services wie Virtuelle Maschinen, Windows- oder Exchange-Server sowie SAP und weitere Anwendungen hosten.
Equinix bietet ergänzend den weltweiten Performance-Hub für internationale Außenstellen sowie direkten Anschluss an die Public-Cloud-Anbieter. Dazu gibt es in Frankfurt in einem RZ mit mehrfachem physischen Zugangsschutz zwei Käfige in unterschiedlichen Brandabschnitten. Dort werden die Systeme durch die Experten von F&M betrieben, auf Kundenwunsch auch rund um die Uhr mit eigenem 24x7-Support aus Deutschland – auch in ganzheitlichen Managed-Cloud und Managed-RZ-Szenarien.
Holger Müller, zuständiger Manager bei F&M, will „den deutschen Mittelstand in puncto IT-Performance und Sicherheit von der Landstraße auf die Autobahn“ bringen. Schon jetzt laufen in Frankfurt die ersten Projekte – wie die standardisierte Cloud-Infrastruktur eines großen Mischkonzerns. Weitere Kunden aus der Energie- und Touristikbranche nutzen das Angebot bereits als Sekundär-RZ oder als Bestandteil ihrer Hybrid-Cloud.
Wenn es um das Thema Public Cloud geht, sind deutsche IT-Chefs sehr skeptisch. Sie haben nicht nur Sicherheitsbedenken, sondern sorgen sich auch um die „Cloud-Compliance“ und wünschen sich mehr Einblicke in die Abläufe. Doch diese Bedenken lassen sich ausräumen. Deshalb wird Cloud Computing für alle Anwendungsfelder bald nicht mehr wegzudenken sein – selbst wenn es um kritische oder vertrauliche Daten geht.
Dass die Cloud nicht nur ein vorübergehender Trend wird, wussten wir zwar irgendwann alle; dass sie aber für alle Daten und Anwendungen so eine große Bedeutung erlangen würde, war bisher nicht klar. Weil immer mehr und immer wichtigere Daten in die Cloud wandern, werden Datenschutz und Compliance entscheidend. Für viele IT-Chefs ist hier ein Umdenken nötig, was ihre IT-Infrastruktur und die Architektur der Lösungen angeht. Denn die Cloud verlangt keine Entscheidung für Schwarz oder Weiß bzw. Alles oder Nichts.
Manche Daten, bewährte Bestandsanwendungen aus AS/400-Zeiten sowie (zeit-)kritische IT-Systeme im eigenen Haus behalten und trotzdem von den Flexibilitäts- und Kostenvorteilen der Cloud profitieren: Das ist heutzutage, da sich Hybrid-Cloud-Lösungen fest etabliert haben, ein logischer Schritt. Dies kann nur funktionieren, wenn eine ausreichende (vor allem ausreichend sichere) Vernetzung sichergestellt wird. Das Zauberwort heißt „Interconnection“.
Eine auf direkte Interconnection angelegte Architektur, die Anwender, Standorte, Cloud-Systeme und Daten in einer sicheren physikalischen Umgebung direkt miteinander verbindet – kurz „Interconnection Oriented Architecture“ – wird ein wichtiger Schritt in die Zukunft sein.
Denn wer beim Einsatz von Cloud-Lösungen den Fokus auf die Verbindung legt und Risikofaktoren wie die Vernetzung über das öffentliche Internet eliminiert, kann viele Compliance- und Sicherheits-relevante Fragen bereits so vorab technisch klären. Außerdem entfalten as-a-Service-Anwendungen erst dann ihren vollen Nutzen.