15.03.2017 Schlanke Alternative zu HTTP-Webservern wie Websphere

Nginx Plus Release 12

Von: Berthold Wesseler

Die kalifornische Firma Nginx hat im März mit dem Release 12 die neueste Version ihres HTTP-Webservers Nginx Plus zur Anwendungsbereitstellung veröffentlicht. Versprochen werden Verbesserungen von Lastverteilung, Programmierbarkeit und Inhalts-Cache sowie bei Performance, Zuverlässigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit.

Dazu konzentriert sich Nginx Plus R12 auf das Konfigurationsmanagement innerhalb eines Clusters, eine verbesserte Programmierbarkeit mit nginScript, eine tiefer gehende Überwachung und Instrumentierung der wesentlichen Anwendungsressourcen sowie die Möglichkeit, lastverteilte Anwendungen mit proaktiven Funktionsprüfungen auf Anwendungsebene sicher und automatisch zu skalieren.

Ausfallzeiten vermeiden

In ihrem Zusammenspiel stellen die neuen Entwicklungen laut CEO Gus Robertson  „ein attraktives Paket“ dar – und zwar sowohl für große Anbieter von Web-Anwendungen als auch für vorausdenkende IT-Chefs, die ihre IT-Infrastruktur für die Anforderungen des digitalen Geschäftsbetriebs vorbereiten. Zu seinen Kunden zählt er populäre Internet-Sites wie Airbnb, Box, Instagram, Netflix, Pinterest, Sound Cloud und Zappos mit sehr hoher Belastung, aber auch viele Unternehmen, die einen relativ leistungsschwachen Internet-Server ausreizen wollen.

„In der digitalisierten Welt von heute ist es wichtiger denn je, Webseiten und Anwendungen mit vielen Funktionen und ohne Ausfallzeiten oder Verzögerungen anzubieten“, erklärt Robertson. „Die Aktualisierung von Nginx Plus versetzt Organisationen in die Lage, ihren Nutzern die digitalen Benutzererlebnisse zu bieten, die diese auch erwarten. Gleichzeitig stellt sie aber auch sicher, dass die Organisationen selbst ihre Sites am Backend durch genauere Betriebsüberwachung und laufende Funktionsprüfung auf einfache Weise kontrollieren und betreiben können.“

Prüfung von Lastverteilung und Webserver-Konfiguration

Eine vollständige Liste aller neuen und verbesserten Funktionen von R12 gibt es hier. Eine Schlüsselfunktion in Nginx (gesprochen „Engine X“) ist ein neues Verfahren, das eine zuverlässige Prüfung der Lastverteilung und Webserver-Konfiguration innerhalb eines Clusters von Web-Servern erlaubt. Fortschritte in der Betriebsüberwachung und neue Werkzeuge ermöglichen nachvollziehbare Einblicke in die Anwendungsleistung, aber auch das Fein-Tuning. Neue Cache-Funktionen verbessern außerdem die Performance und damit das Nutzererlebnis. Zu guter Letzt wurde auch die Lastverteilung verbessert: Funktionsprüfungen auf Anwendungsebene unterstützen die automatische Skalierung von Anwendungsressourcen.

Nginx Plus erweitert die quelloffene Software-Version um Zusatzfunktionen und Support-Optionen – und wird so laut Robertson zu einer einsatzbereiten Unternehmenslösung. Diese kostenpflichtige Version gibt es seit Juli 2011 und Gründung der „Nginx Inc“. Das Unternehmen über 100 Mitarbeiter weltweit und expandiert rasant. Die Pläne für das Wachstum in Europa betreffen in erster Linie die neue regionale Niederlassung in Cork/Irland. Das Unternehmen sieht dort für die nächsten drei Jahre die Schaffung von mehr als 100 Arbeitsplätzen vor. Über die EMEA-Zentrale sollen die vorhandenen Kunden in der Region besser unterstützt werden. Außerdem soll sie die Basis bilden, von der aus das Unternehmen neue Kunden in Ländern wie Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Skandinavien erreichen möchte.

Nginx und IBM i

Der HTTP-Webservers Nginx ist eine Plattform zur Anwendungsbereitstellung, die weltweit auf über 300 Mio. Websites eingesetzt wird. Als zunehmend populäres Backend für Open-Source-Stacks wie PHP, Ruby oder Node.js bildet Nginx eine schlanke, robuste und effiziente Alternative zu Websphere und Apache – auch auf dem Power System i. Dort wird Nginx in der Laufzeitumgebung PASE installiert – mit Funktionen wie Lastverteilung, Web- und Mobil-Beschleunigung, Sicherheitskontrolle sowie Anwendungsüberwachung und -verwaltung.

Die recht aufwendige Umstellung von Apache- oder Websphere-Infrastrukturen (mit dem IBM HTTP Server, IHS) ist oft gar nicht nötig, um die Vorteile zu nutzen, denn Nginx erfüllt seinen Zweck auch als Proxy-Server, der vor den HTTP-Server geschaltet wird und alle Anfragen annimmt, während der HTTP-Server sich im Hintergrund voll und ganz auf die Inhalte konzentrieren kann („Reverse Proxy“).

Bildquelle: Thinkstock/amana images

©2017 Alle Rechte bei MEDIENHAUS Verlag GmbH