Tobias Frech stellv. Vorstandsvorsitzender des Interessensverbunds der Java User Groups e.V. (iJUG)
Oracle hat wieder Schwung in die Sprache Java gebracht und ihre Weiterentwicklung belebt. Bedachtes Vorgehen ist jedoch auch in Zukunft angebracht, um die Stärken von Java nicht durch zu viele neue Features zu zerstören.
Positiv ist, dass Oracle im OpenJDK-Projekt andere Hersteller wie Apple, Red Hat, IBM und SAP mit ins Boot geholt hat. Allerdings fehlt hier weiterhin eine breite Committer-Basis, da das OpenJDK-Projekt sehr stark von Oracle-Mitarbeitern dominiert ist.
Bei Jenkins, Open Solaris und Open Office hatte Oracle Probleme, mit Communitys zu interagieren. Wünschenswert wäre eine Klarstellung, was Oracle daraus gelernt hat und welche Schlüsse man daraus zieht.
Das Vorgehen bei Android erscheint riskant und nur auf Finanzinteressen ausgerichtet zu sein. Das ist zwar grundsätzlich o.k., allerdings wären inzwischen sowohl aus monetärer als auch aus technischer Sicht Alternativen möglich. Diese scheint Oracle nicht in Betracht zu ziehen, was eine riskante Strategie für die künftige Relevanz von Java im Mobile-Bereich ist.
Zweieinhalb Jahre nach der Sun-Übernahme bleibt das Urteil gemischt. Der Java-Kernbereich läuft zum Glück ganz gut. Aber es ist nicht sicher, ob Oracle das Prinzip „Community“ wirklich verstanden hat. Und: Bei JavaFX und im Bereich „Mobile“ muss Oracle auf jeden Fall deutlich nachlegen.
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