Stephan Wippermann, Chef der Mittelstands- und Geschäftspartnerorganisation bei IBM Deutschland, will einerseits MSPs als neue Partner gewinnen, andererseits aber auch IBM-Partner bei der Entwicklung zum MSP unterstützen
Mit einem auf zwei Jahre ausgelegten Projektvertrag zur Unterstützung von Managed Service Providern wollen IBM und Tech Data Azlan verschiedene Maßnahmen anbieten, damit IBM-Partner Managed Services anbieten können und deren Kunden so Zugang zu einem breiteren Angebot cloudbasierter IT-Services erhalten. Der Vertrag setzt auf dem weltweiten Programm zur Unterstützung von MSPs auf,
das IBM kürzlich gestartet hat.
„Wir wollen über MSPs gerade den mittelständischen Unternehmen ein breites Angebot an IT-Services bieten“, sagt Stephan Wippermann, Chef der Mittelstands- und Geschäftspartnerorganisation bei IBM Deutschland. Mit der steigenden Nachfrage nach Cloud-Services wächst auch die Nachfrage nach MSPs, die ihren Kunden sichere und wirtschaftliche Cloud-Services liefern, hofft Michael Goerner, bei Tech Data Deutschland verantwortlich für die Geschäftsbeziehungen mit IBM. Denn MSPs liefern Technologien und Dienstleistungen im „Pay as you go“-Modell und betreuen vor allem Unternehmen, die zwar die Vorteile innovativer Technologien rasch nutzen wollen, aber nicht über genügend interne IT-Expertise, Ressourcen oder Zeit verfügen, um diese selbst zu implementieren und zu betreiben.
„Der Bedarf an diesen Dienstleistungen wächst, aber das Angebot nimmt nicht in gleichem Maß zu“, beobachtet Goerner. „Daher wollen wir gemeinsam mit IBM im Rahmen unseres TD Cloud Programms daran arbeiten, diesen Markt zu entwicklen.“ Dazu werde man „verstärkt“ in die Kernthemen Software, Service oder auch in neue Produkte wie die Pure Systems investieren. In den nächsten 24 Monaten werde man mit technischer, vertrieblicher und werblicher Unterstützung versuchen, neue MSP und Partner im Bereich Mittelstand zu gewinnen. Im Vordergrund stehen allerdings nicht die Power Systems, sondern System x, Storage V7000 sowie die neue Produktfamilie Pure Systems.
Die TD Cloud bietet für Fachhändler und Systemhäuser sofort einsetzbare Produkte und Tools, mit denen sie eigene Cloud-Strategien entwickeln können. Zu diesen Tools gehört Stream One – eine Angebots-, Verwaltungs-, Verkaufs- und Abrechnungsplattform, die unabhängig von den Insellösungen einzelner Hersteller ab Frühling nächsten Jahres zur Verfügung steht. MSPs können darüber künftig Cloud-Lösungen abrechnen, administrieren und auch ihre eigenen Lösungen anderen Partnern anbieten.
Mit IBM Smart Cloud und den Pure Systems, speziell auch dem Infrastrukturmodell Pure Flex, wollen IBM und Tech Data den MSPs ein „intelligentes“ IT-System bieten, mit dem sie datenintensive IT-Prozesse optimieren können. Für Pure Flex gibt es ein spezielles PRPQ-Programm der IBM, über das MSPs quartalsweise eine bestimmte Zahl von Betriebssystem-Lizenzen erwerben können. Der Preis von 500 Dollar pro Core und Quartal ist interessanterweise identisch für IBM i und AIX. PRPQ ist übrigens ein IBM-Akronym, steht für „Programming Request for Price Quote“ und meint Software-Pakete, die zwar Standard sind, aber nicht den üblichen Lizenzbedingungen unterliegen. Der Name stammt aus der guten alten AS/400-Zeit, als Kunden die IBM nach speziellen Tools, Dienstprogrammen oder Anwendungen fragten, die (noch) nicht am Markt erhältlich waren. Wenn IBM diese Lösungen (gegen Bezahlung natürlich) erstellt hatte, verkaufte sie diese manchmal auch via PRPQ an andere Kunden, die daran interessiert waren.
Weil aber offensichtlich (aus IBM Sicht leider) nicht jeder MSP in das Pure Flex als Träger seiner Cloud investieren wird, hat IBM im
Announcement-Letter 312-133 (zunächst in Amerika) für diese Klientel jetzt weitere kräftige Preisnachlässe für Power-Hardware und- Software angekündigt. Die Rabatte hängen von jeweiligen Servermodell und einem gewissen Investitionsvolumen ab:
- - 55 Prozent Rabatt für das Modell Power 720 in Konfigurationen ab 40.000 Dollar oder für das Modell Power 740 in Konfigurationen ab 55.000 Dollar.
- - 65 Prozent Rabatt für die Modelle Power 770 oder 770+ (mit dem neuen Prozessor Power7+) in Konfigurationen ab 210.000 Dollar.
Auch für Software wie die Betriebssysteme IBM i und AIX sowie den Hypervisor PowerVM gewährt IBM ebenso kräftige Preisermäßigungen um 60 Prozent wie für die User-Lizenzen beim Power-Modell 720 oder für die dreijährigen Software-Wartungsverträge für Betriebssystem und Hypervisor. Die Rabatte sind auch für Upgrades und die Anschaffung mehrerer Maschinen gültig.
Allerdings gewährt IBM ausschließlich MSPs solche Rabatte – und nicht den Endkunden. Und: Um in den Genuss der Rabatte zu kommen, muss der MSP regelmäßig Gebühren abhängig von der Nutzung seiner Cloud-Infrastruktur an IBM zahlen.
Bildquelle: IBM
Managed Service Provider (MSP) utility pricing offering for IBM Power Systems
IBM i 7.1 Technology Refresh 5 offers performance, usability, and integration enhancements