Die Handelskette Rewe wird erpresst. Laut einer Stellungnahme des Unternehmens soll der private E-Mail-Account eines Aufsichtsratsmitglieds gehackt worden sein. Erpresst wird der Lebensmittelkonzern damit, dass diese als geheim eingestuften Dokumente an die Öffentlichkeit gelangen, falls er einer Lösegeldforderung nicht nachkommt. Während das Unternehmen die Konsequenzen herunterspielt, ist zumindest der Schaden für das Ansehen jetzt schon erheblich. Ein sicherer Datenraum hätte die Attacke vermeiden können und sollte generell bei jeder Gremienkommunikation Pflicht und in den Compliance-Richtlinien vorgeschrieben sein.
Anstatt sich die geschäftlichen Mails auf einen nahezu ungesicherten privaten Mail-Account umzuleiten, hätten die Daten in einen sicheren Datenraum gehört, wo sie verschlüsselt liegen und vor unberechtigtem Zugriff geschützt sind. Um zu vermeiden, dass Dokumente heruntergeladen und weitergeleitet werden, lassen sich Dokumente mit entsprechenden Sperren versehen, so dass sie ohne Download nur im Browser angesehen werden können.
Der gehackte, private E-Mail-Account des Rewe-Aufsichtsrats zeigt erneut, dass Firmendaten generell nichts bei Anbietern von weitverbreiteten, kostenlosen Onlineservices zu suchen haben. Das gilt sowohl für Mail-Provider als auch für Filesharing-Dienste.