Doug Balog, bei IBM General Manager Power Systems: „Eine großartige Möglichkeit für Entwickler und Anwender, eine einfachere Portierung und Migration zu realisieren“.
Red Hat Enterprise Linux für Power (Little-Endian) unterstützt jetzt auch die IBM-Server im Little-Endian-Modus, der mit Power8 im vergangenen Jahr eingeführt wurde. Red Hat verspricht mit Power8 auch mehr Performance bei Big-Data-Applikationen – durch bessere Nutzung des Multithreading, des größeren Cache sowie der höheren Datenbandbreite von Power8 durch das Betriebssystem. Aktuell läuft RHEL 7.1 für Power LE aber nur als virtueller Gast unter dem Hypervisor KVM – also weder nativ auf dem Blech noch unter dem IBM-Hypervisor PowerVM.
Das Little-Endian-Format soll Barrieren bei der Applikationsportabilität beseitigen und in Rechenzentren mit Power-Systems die einfachere Nutzung zertifizierter Applikationen von Red Hat ermöglichen, die ursprünglich für x86-Architekturen entwickelt worden sind. Das bedeutet auch, dass diese Applikationen leichter zwischen x86- und Power-basierten Servern migriert werden und IT-Chefs damit die Vorteile beider Architekturen nutzen können.
Red-Hat-Manager Jim Totton will nun eine Plattform bieten, die für „nahezu jeden Anwendungsfall ausgelegt“ ist – von der Einführung einer Container-Architektur und schnellen Applikationsentwicklung bis zum Betrieb zeitkritischer Applikationen und Systeme auf den Power-Systems. Und Doug Balog, bei IBM General Manager Power Systems, sieht in dem neuen Release des Betriebssystems „eine großartige Möglichkeit für Entwickler und Anwender, einen Zugang zu einem größeren Ökosystem von Linux-Applikationen zu erhalten und eine einfachere Portierung und Migration zu realisieren“.
„Signifikant“ sind laut Totton in Version 7.1 die funktionalen Verbesserungen für heterogene Betriebssystemumgebungen, besonders für Infrastrukturen mit einem Active Directory. Durch die Integration des „Common Internet File System“ (CIFS) mit dem „System Security Services Daemon“ (SSSD) erhalten Anwender nun einen nativen Zugriff auf File- und Print-Services unter Windows – auch ohne den Dienst Winbind, der zusammen mit der frei verfügbaren Samba-Software gebündelt ist.
Zu den Verbesserungen im Bereich Identitätsmanagement gehört die Möglichkeit, eine starke Authentifizierung mit One-Time-Password (OTP) über LDAP und Kerberos unter Verwendung von Software-Tokens (zum Beispiel FreeOTP) und Hardware-Tokens führender Hersteller zu nutzen. Zusätzlich wurde das Zugangskontroll-Framework optimiert, um eine bessere Überwachung der Lese- und Schreibzugriffsrechte sicherzustellen. Außer Red Hat unterstützt IBM auch die Linux-Betriebssysteme Suse und Ubuntu auf dem Power-System.
Bildquelle: IBM