14.04.2017 Rittal richtet die Lager- und Transportlogistik neu aus

Schneller zum Schaltschrank

Von: Dr. Carola Hilbrand

Mit dem Aufbau eines flächendeckenden Gebietsspeditionsnetzwerks hat Rittal seine Lager- und Transportlogistik in Deutschland neu ausgerichtet. Das Ziel: Durch den Ausbau digitaler Prozesse in der Logistikkette erhalten Kunden bestellte Serienprodukte jetzt schneller zum Bedarfstermin – in Deutschland binnen 24 Stunden.

Durch den massiven Ausbau digitaler Prozesse nicht nur im Lager erhalten Kunden jetzt bestellte Serienprodukte garantiert schnell und punktgenau zum Bedarfstermin – in Deutschland binnen 24 Stunden.

Rittal mit Sitz in Herborn, Hessen, ist ein mit weltweit rund 10.000 Mitarbeitern und 58 Tochterfirmen aktiver Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung, Klimatisierung, IT-Infrastruktur sowie Software & Service. Serienprodukte will Rittal seinen Kunden aus der Industrie und IT innerhalb von Deutschland ab sofort in 24 Stunden garantiert zuliefern.

Das Versprechen: Wer bis 14 Uhr bestellt, kann die Ware am nächsten Tag in Empfang nehmen. Möglich wird das durch ein flächendeckendes Gebietsspeditionsnetzwerk, das der Schaltschrank- und Systemanbieter in den letzten beiden Jahren in Deutschland aufgebaut hat.

Vollständig digitalisierte Lager- und Logistikkette

Basis dafür ist eine vollständig digitalisierte und vernetzte Lager- und Logistikkette, die von der Bestellung des Kunden bis zur Auslieferung der Waren an den Kunden reicht. „Unabhängig vom Lagerort haben unsere Kunden online Zugriff auf das volle Serien-Produktsortiment“, sagt Holger Michalka, Geschäftsbereichsleiter Vertrieb, globale Logistik und Service. „Spätestens eine halbe Stunde nach der Bestellung wird diese in unserem SAP-System erfasst und in den Lieferprozess überführt.“ Sämtliche Bestelldaten sind dann über den gesamten Logistikprozess durchgängig verfügbar und können an jeder Stelle abgerufen werden.

Sind Produkte an einem Standort nicht verfügbar, werden sie von Rittal über Nacht vom Zentrallager zum regionalen Spediteur nachgeliefert. Wenn die Sonne aufgeht, sind alle Bestellungen auf der Ladefläche und können zugestellt werden. Noch an der Laderampe des Lkw werden die Sendungsdaten erfasst, so dass die Bestellung über ein Track&Trace-System verfolgt werden kann. „Die Konsolidierung des kompletten Auftrags erfolgt erst auf der letzten Meile beim Gebietszustellspediteur“, so Michalka: „Das ist Logistik 4.0 und in Deutschland einzigartig.“

Deutschlandweit nur ein Speditionsumschlag

Das bedeutet auch: Der 24-Stunden-Lieferservice bei Rittal funktioniert deutschlandweit mit nur einem Speditionsumschlag: „Damit konnte nicht nur, die Geschwindigkeit, sondern auch die Lieferqualität um 25 Prozent verbessert werden“, so  Andreas Nögel, Leiter globale Logistik.

Um den Lieferprozess zu beschleunigen, ist jeder Kunde einem von 15 Zustellgebieten zugeteilt und wird stets vom gleichen Speditionspartner und von einem von neun Logistikstandorten aus beliefert. „Die Lieferung war in der Vergangenheit schon immer sehr gut, meist am nächsten oder übernächsten Tag“, sagt Andreas Pahl, Geschäftsführer der Kesselhut Schaltanlagen GmbH: „Wenn wir jetzt eine garantierte Lieferung zum nächsten Tag bekommen, ist das für die Fertigungsplanung in der Werkstatt ein absolutes Plus.“ Auch die Spedition Dachser setzt auf Rittal: „Wir freuen uns, zusammen mit Rittal die hohen logistischen Anforderungen und Qualitätsansprüche unserer Kunden nachhaltig zu erfüllen und weiterzuentwickeln“ sagt Bernd Schäfer, Niederlassungsleiter Dachser SE, Stuttgart.

24-Stunden-Lieferung bald auch europaweit

Zusätzlich zum ausgeklügelten Liefersystem hat Rittal seine großen Distributionszentren in Haiger oder Rittershausen von der reinen Nachschubabwicklung auf Einzelkunden-Kommissionierung umgestellt. So liefern die Zentren also nicht nur an kleinere Logistikstandorte, sondern auch direkt an den Kunden, gestützt durch vollständig digitale Prozesse.

Schon heute rollen jeden Tag rund 150 Lkw aus Hessen in die Welt. Zukünftig soll die digitalisierte Lieferkette auch weltweit ausgerollt werden. Der erste Schritt ist die Umstellung der Lager- und Logistikprozesse in Europa. „Unser Anspruch ist es, schneller, besser und überall verlässlich zu liefern“, so Michalka: „Damit wollen wir den Kundenvorteil nachhaltig steigern.“

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